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Weltfrauentag 2026: 5 konkrete Aktionen für Frauenrechte weltweit

Der Weltfrauentag erinnert daran, dass Rechte und Chancen zwischen den Geschlechtern ungleich verteilt sind. Frauen* werden noch immer in vielen Bereichen gesellschaftlich und politisch benachteiligt. Hier erfährst du mehr zur Diskriminierung von Frauen*weltweit, wie du dich konkret für Frauenrechte einsetzen kannst und welche Erfolge die feministische Bewegung schon erreicht hat.

Warum der Weltfrauentag 2026 so wichtig ist

Die UN hat „Geschlechtergerechtigkeit“ als eines ihrer nachhaltigen Entwicklungsziele festgelegt. Dazu gehört auch, dass Frauen*[1] vor Gericht die gleichen Rechte zur Verfügung stehen wie allen Menschen. Allerdings fehlen laut UN-Bericht(2023) in 67 von 120 untersuchten Ländern Gesetze, die die direkte oder indirekte Diskriminierung von Frauen* verbieten. Außerdem zählt die Hälfte dieser Länder Sex ohne freiwillige Einwilligung rechtlich nicht als Vergewaltigung.

Damit die Perspektive von Frauen* Gehör findet, müssen diese auch politisch repräsentiert werden. Der Frauenanteil im deutschen Parlament lag nach der Wahl 2025 bei 32 Prozent und ist damit im Vergleich zur letzten Wahl leicht gesunken. Im weltweiten Vergleich liegt Deutschland auf Platz 45 von 185, was den Frauenanteil in nationalen Parlamenten anbelangt. Gleichzeitig sind Frauen* auch in höheren Positionen in Wirtschaft und an Universitäten unterrepräsentiert – obwohl sie im Bildungsbereich besser abschneiden als Männer.[2]

Frauen* stehen zusammen im Kampf für Frauenrechte
Der Kampf für die Gleichberechtigung von Frauen* ist auch 2026 noch nicht abgeschlossen, Quelle: TrueCreatives, Canva.

Ungleicher Zugang zu Gesundheit für Frauen* und Mädchen

Die Wahrscheinlichkeit für afrikanische Mädchen und junge Frauen sich mit HIV anzustecken ist doppelt so hoch im Vergleich zu ihren männlichen Altersgenossen. Gleichzeitig sind Krankheiten, die im Zusammenhang mit AIDS stehen einer der führenden Gründe, für den Tod von Frauen* und Mädchen im Alter von 15 bis 44 Jahren. Das berichtet eine Studie der Afrikanischen Union in Zusammenarbeit mit UN Women. Die Gründe für die höhere Betroffenheit von Frauen* und Mädchen in Afrika liegen in der strukturellen Ungleichheit. Zum einen erleben sie häufiger geschlechtsspezifische Gewalt und sind so einem höheren Ansteckungsrisiko ausgesetzt. Zum anderen haben sie einen schlechteren Zugang zu HIV-Tests und Gesundheitsversorgung. 

Die Weltkugel in einem Stethoskop zeigt, dass die Gesundheitsversorgung weltweit ungleich verteilt ist
Der Zugang zu Gesundheitsversorgung ist zwischen den Geschlechtern und weltweit ungleich verteilt, Quelle: brightstars, Getty Images.

Zudem ist laut der Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer extreme Armut einer der Hauptgründe für eine hohe HIV-Infektionsrate. Die Hälfte der Menschen, die weltweit unter extremer Armut leben, befinden sich in Afrika südlich der Sahara. Daher sind Präventionsprogramme und kostenlose Medikamente dort besonders wichtig.

Weltfrauentag oder feministischer Kampftag?

Die Beispiele zeigen, dass die Chancen auf Gesundheit nicht nur zwischen den Geschlechtern, sondern auch global ungleich verteilt sind. Viele plädieren angesichts der bestehenden Ungerechtigkeiten und der Diskriminierung von Frauen* deshalb dafür, den Begriff feministischen Kampftag zu nutzen. Dieser betont, dass Frauen* und ihre Verbündeten noch immer für Frauenrechte kämpfen müssen. Außerdem schließt der Begriff auch andere Geschlechter mit ein und ist so inklusiver. Doch es gibt auch noch andere Gründe, die für den Begriff des feministischen Kampftages sprechen, hier erfahrt ihr mehr.

Eine Demonstration von Frauen* in Mexiko für feministische Anliegen
Frauen* demonstrieren in Mexiko, Quelle: Pexels.

Das Motto des Weltfrauentags: Rechte. Gerechtigkeit. Aktion. Für ALLE Frauen und Mädchen 

Viele Organisationen, wie beispielsweise UN Women – die Organisation der UN, die sich auf Frauenrechte fokussiert – halten an dem Begriff des Weltfrauentages oder internationalen Frauentages fest. Dieser besteht bereits seit über 100 Jahren. Die UN Women zelebriert den Tag 2026 unter dem Motto: Rights. Justice. Action. For ALL Women and Girls (zu Deutsch: Rechte. Gerechtigkeit. Aktion. Für ALLE Frauen und Mädchen). Noch immer haben Frauen* weltweit nur 64 Prozent der Rechte, die Männer haben. Neben legaler Diskriminierung, sind Frauen* auch von sozialen Normen betroffen, die ihre Rechte und Freiheiten einschränken. Mit ihrem Motto fordert die UN dazu auf, Maßnahmen zu ergreifen, um strukturelle Hindernisse für Gendergerechtigkeit abzubauen. Dazu zählen diskriminierende Gesetze, schwache rechtliche Schutzmaßnahmen sowie soziale Normen, die Frauenrechte untergraben.

Feminismus ist für alle - ein Sticker an einer Säule.
Feminismus ist für alle, Quelle: Pexels.

1.      Das kannst du tun: Informiere dich zur Situation von Frauenrechten weltweit

Wer bis hier hin gelesen hat, hat diesen ersten Schritt zum Teil schon erfüllt. Damit sich die Situation von Frauenrechten verbessern kann, muss man zuerst den aktuellen Stand verstehen. Dabei ist wichtig zu bedenken, dass Geschlecht nur eine Kategorie ist, entlang der Diskriminierung ausgeübt wird. Andere sind zum Beispiel Klasse, Sexualität und Race. 

Zudem ist es wichtig den lokalen Kontext mitzudenken. So sind Frauen* im Sudan einem konterrevolutionären Krieg ausgesetzt und mit anderen Gefahren konfrontiert als Frauen in Nicht-Kriegsgebieten. Hier kannst du dich weiter zur Situation der Menschen im Sudan informieren.

2.      Das kannst du tun: Verstehe deine eigene Position in der Gesellschaft

Wenn du in Deutschland aufgewachsen bist, hast du Zugang zu einem besseren Gesundheitssystem als in vielen anderen Teilen der Welt. Gleichzeitig gibt es auch hier Hürden im Zugang zur Gesundheitsversorgung, die oft von der sozio-ökonomischen Position abhängen. Im Sudan sind rund 80 Prozent der Krankenhäuser aufgrund in den vom Krieg betroffenen Regionen nicht mehr in Betrieb. Das hat zum Wiederanstieg von tödlichen Krankheiten und Unterernährung in weiten Teilen der Bevölkerung geführt, so der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria.

Wenn du in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg geboren bist, hast du hier keinen Krieg erlebt. Damit hast du eine bessere Ausgangssituation, was den Zugang zu Gesundheit und Bildung anbelangt im Vergleich zu Ländern, in denen diese Strukturen von Krieg bedroht sind. Aber auch in Deutschland sind die Chancen, zum Beispiel auf einen Bildungsabschluss ungleich verteilt. Überlege, welche Vorteile dir deine gesellschaftliche Position verschafft hat und welchen Einfluss sozio-politische Faktoren wie Geschlecht oder Klasse auf deinen bisherigen Lebensweg hatten. Seine eigene Position zu verstehen, hilft dabei über die eigenen Handlungsmöglichkeiten nachzudenken. Davon ausgehend kann man sich für die Rechte benachteiligter Gruppen stark machen. 

3.      Nutze deine Stimme: Sprich über Frauenrechte und feministische Anliegen

Teile dein Wissen oder deine Fragen zur Lage der Frauenrechte mit deinem Umfeld und lernt gemeinsam weiter. Deine Stimme hat auch politisch Gewicht, zum Beispiel durch Petitionen, das Teilen eines informativen Posts oder indem du eine Mail an eine Entscheidungsträger*in schickst. Hier findest du aktuelle Petitionen zu unterschiedlichen Themen der globalen Gerechtigkeit, denen du mit deiner Stimme mehr politische Relevanz verleihen kannst. 

4.      Engagiere und organisiere dich feministisch 

Gemeinsam können wir mehr erreichen. Deshalb schließ dich bereits bestehenden Gruppen an, die sich für feministische Anliegen einsetzen. Überall gibt es verschiedene zivilgesellschaftliche Gruppen, die sich für mehr Gerechtigkeit engagieren. Auch bei ONE gibt es verschiedene Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu engagieren: Zum Beispiel als Jugendbotschafter*in, wenn du zwischen 18 und 29 Jahren alt bist. Die ONE-Jugendbotschafter*innen setzen sich dafür ein, die Erfolge der Entwicklungszusammenarbeit bekannter zu machen und fordern von der Politik mehr entwicklungspolitisches Engagement ein. Wenn du älter als 30 Jahre bist, kannst du dich für diese Themen auch als Regionalbotschafter*in engagieren. 

5.      Bleibe hoffnungsvoll: Feministische Erfolge machen Mut

Die feministische Bewegung hat schon einiges erreicht: Seit 1997 ist Vergewaltigung in der Ehe in Deutschland strafbar. Seit 1999 ist Gender-Mainstreaming auf der Agenda. Das bedeutet, dass Geschlecht bei verschiedenen Entscheidungsebenen berücksichtigt wird.[3] Das ist auch in der feministischen Entwicklungspolitik der Fall – alle Maßnahmen werden darauf geprüft, ob sie Machtverhältnisse fair gestalten. Hier erfährst du mehr dazu.  

Wenn du informiert bleiben möchtest, kannst du hier kostenlos ONEs Presseschau zu entwicklungspolitischen Themen abonnieren.

 


[1] Im Folgenden wird die Schreibweise Frauen* genutzt, um darauf aufmerksam zu machen, dass nicht nur Frauen struktureller diskriminiert werden, sondern auch andere Geschlechter, die nicht cis-männlich sind.  

[2] https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/560091/weltfrauentag-und-geschlechterungleichheit/

[3] https://www.boell.de/de/2018/07/03/von-welle-zu-welle