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Fünf Krankheiten, an denen kein Kind sterben sollte

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Wenn Kinder Durchfall oder eine Lungenentzündung haben, lässt sich das gut behandeln. Wieso sterben Kinder weiterhin an diesen vermeidbaren Krankheiten?

In vielen Weltregionen beschädigen Kriege oder klimabedingte Wetterextreme Straßen zu Krankenhäusern, führen zu verschmutzen Trinkwasser oder erschweren Kühlketten für Impfungen oder Medikamente. Zusätzlich wird die Landwirtschaft zerstört, Dürren oder Überschwemmungen lösen Ernährungskrisen aus. Dadurch breiten sich Infektionskrankheiten schneller aus. Besonders betroffen sind mangelernährte Kinder mit einem geschwächten Immunsystem. Zusätzlich werden weltweit Mittel für humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit gekürzt – mit fatalen Folgen.

Nachdem die Kindersterblichkeit in den letzten Jahrzehnten erheblich zurückgegangen ist, hat der Fortschritt stagniert. 2024 starben weltweit schätzungsweise 4,9 Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag. Viele dieser Todesfälle hätten durch Vorsorge und rechtzeitige Behandlung verhindert werden können.

Doch um welche Krankheiten geht es genau? Hier sind fünf vermeidbare Krankheiten, an denen kein Kind sterben sollte.

1. Lungenentzündungen

Eine Lungenentzündung kann kleinen Kindern das Atmen erschweren und schnell lebensgefährlich werden. Besonders gefährdet sind Kinder, deren Körper bereits durch Mangelernährung oder andere Erkrankungen geschwächt ist. Im Jahr 2019 starben über 740.000 Kinder unter fünf Jahren an einer Lungenentzündung – das sind etwa so viele Menschen, wie in Frankfurt am Main leben.

Ein Teil dieser Erkrankungen lässt sich verhindern. Impfungen schützen beispielsweise vor Pneumokokken, einer Gruppe von Bakterien, die Lungenentzündungen verursachen können. Damit Kinder diesen Schutz erhalten, braucht es regelmäßige Impfangebote, die auch Familien in abgelegenen Orten erreichen.

Wenn ein Kind trotzdem erkrankt, ist eine schnelle Untersuchung und Behandlung entscheidend. Gesundheitsstationen brauchen dafür ausgebildetes Personal, passende Medikamente und bei schweren Verläufen Sauerstoff. Gegen bakterielle Lungenentzündungen können Antibiotika helfen. Damit Familien diese Versorgung nutzen können, muss sie für sie erreichbar und bezahlbar sein. So lassen sich viele tödliche Verläufe vermeiden.

2. Durchfall

Durchfall klingt zunächst nach einer alltäglichen Erkrankung. Für kleine Kinder kann er jedoch gefährlich werden: Ihr Körper verliert Wasser und wichtige Salze. Ohne Behandlung können sie lebensgefährlich austrocknen. Schockierenderweise sind Durchfallerkrankungen die dritthäufigste Todesursache bei Kindern nach dem ersten Lebensmonat. Jedes Jahr sterben mehr als 443.000 Kinder unter fünf Jahren an Durchfall – das entspricht der Einwohnerzahl Zürichs.

Viele Durchfallerkrankungen lassen sich verhindern, wenn Krankheitserreger gar nicht erst über verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel in den Körper gelangen. Dafür sind eine sichere Trinkwasserversorgung und funktionierende Toiletten nötig. Familien brauchen außerdem Wasser und Seife zum Händewaschen. Impfungen gegen Rotaviren schützen vor einer wichtigen Ursache schwerer Durchfälle bei kleinen Kindern.

Erkrankt ein Kind trotzdem, kann eine rechtzeitige Behandlung verhindern, dass es gefährlich austrocknet. Damit Gesundheitskräfte helfen können, brauchen sie Zugang zu Trinklösungen zum Ersatz verlorener Flüssigkeit und Salze sowie zu Zink. Ebenso wichtig sind verständliche Informationen zur Anwendung für die Familien und die Möglichkeit, schwerkranke Kinder schnell weiterzubehandeln.

Sierra Leone 2020 © Vincenzo Livieri/MSF

3. Malaria

Malaria wird durch den Stich einer infizierten Mücke übertragen. Die Krankheit gehört zu den häufigsten Todesursachen bei kleinen Kindern nach dem ersten Lebensmonat. Besonders schwer trifft sie Kinder in Subsahara-Afrika.

Um Erkrankungen zu verhindern, brauchen Familien in betroffenen Gebieten Zugang zu wirksamen Moskitonetzen. Die Netze sind mit einem Mittel gegen Mücken behandelt und schützen beim Schlafen vor Stichen. Je nach Region und Erkrankungsrisiko bieten vorbeugende Medikamente und Malaria-Impfungen zusätzlichen Schutz. So führte Kamerun beispielsweise im Januar 2024 als erstes Land weltweit den Malaria-Impfstoff routinemäßig ein. In rund 60 Prozent der beteiligten Distrikte ging nach Einführung der Impfung die Gesamtsterblichkeit bei Kindern unter fünf Jahren zurück.

Kommt es dennoch zu einer Erkrankung, sind schnell verfügbare Tests und wirksame Medikamente entscheidend. Dafür brauchen Gesundheitsstationen eine verlässliche Versorgung mit diesen Mitteln. Der Globale Fonds, eine internationale Partnerschaft gegen HIV, Tuberkulose und Malaria, unterstützt Länder bei dieser Arbeit.

4. Masern

Masern sind hoch ansteckend und können schwere Komplikationen verursachen, darunter Lungenentzündungen und Entzündungen des Gehirns. Besonders gefährdet sind kleine Kinder, die nicht ausreichend geimpft oder mangelernährt sind.

Obwohl ein sicherer und kostengünstiger Impfstoff zur Verfügung steht, gab es im Jahr 2024 weltweit schätzungsweise 95.000 Todesfälle durch Masern, vor allem bei ungeimpften oder unzureichend geimpften Kindern unter fünf Jahren.

Ausschlaggebend ist, dass Kinder beide Impfdosen erhalten. Dafür braucht es verlässliche Impftermine und Möglichkeiten zum Nachholen verpasster Impfungen. Familien, die weit von einer Gesundheitsstation entfernt leben, brauchen Impfangebote in ihrer Nähe.

Ebenso wichtig ist, dass Eltern verständliche Informationen erhalten und ihre Fragen mit Gesundheitskräften besprechen können. Die Impfallianz Gavi unterstützt Länder dabei, solche Impfprogramme auszubauen und mehr Kinder zu erreichen.

5. Polio

Polio ist auch als Kinderlähmung bekannt. Die Krankheit betrifft vor allem Kinder unter fünf Jahren und kann bleibende Lähmungen verursachen. Eine heilende Behandlung gibt es bislang nicht. Impfungen können Kinder davor schützen.

Damit keine Impflücken bleiben, brauchen Kinder verlässlichen Zugang zu allen vorgesehenen Impfdosen. Dazu gehören regelmäßige Impfangebote und zusätzliche Kampagnen in gefährdeten Gebieten. Dafür müssen mobile Impfteams auch Kinder in abgelegenen Orten, auf der Flucht oder in Krisengebieten erreichen können.

Die Globale Initiative zur Ausrottung von Polio, kurz GPEI, unterstützt Länder dabei. Sie hilft auch, die Ausbreitung des Virus zu überwachen, damit neue Nachweise schnell erkannt und Ausbrüche eingedämmt werden können.

Kinder brauchen eine Versorgung, auf die sie sich verlassen können

Für all diese Maßnahmen braucht es starke Gesundheitssysteme – Menschen und Einrichtungen, die Behandlungen möglich machen. Eine Impfung erreicht ein Kind nur, wenn der Impfstoff rechtzeitig geliefert und richtig gekühlt wird. Eine Gesundheitskraft kann eine Infektion nur behandeln, wenn die notwendigen Medikamente vorhanden sind.

Verlässliche Beiträge von Geberländern wie Deutschland helfen, Impfstoffe, Medikamente und die nötige Ausstattung zu finanzieren. Kürzungen können dazu führen, dass Impfprogramme weniger Kinder erreichen oder lebenswichtige Behandlungen ausfallen.

Bundesregierung und Bundestag können dazu beitragen, dass mehr Kinder geschützt werden: indem sie verlässlich in globale Gesundheit investieren und die Arbeit von Ländern und Gesundheitskräften vor Ort unterstützen. Jedes Kind hat das Recht auf eine gesunde Zukunft.

Deine Stimme kann Kinder schützen

Du kannst mithelfen, dass die Gesundheit von Kindern politisch Priorität bekommt. Mit unserer Petition „Frauen und Kinder weltweit schützen – keine Kürzungen bei Mutter-Kind-Gesundheit!“ fordern wir Bundesregierung und Bundestag auf, Kinder unter fünf Jahren vor vermeidbaren Krankheiten zu schützen und die Gesundheit von Frauen und Kindern langfristig zu finanzieren.

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