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Wir müssen Bildung global denken

Hier bloggt unser Jugendbotschafter Patrick über globale Bildungspolitik. Gerade Covid-19 stellt uns vor neue Herausforderungen, sodass wir auch Bildung neu denken müssen.

Du bist imstande, diesen Artikel zu lesen. Das heißt sehr wahrscheinlich, dass du das Glück hattest, zu lernen und eine Schule zu besuchen. Digitalisierung, Partizipation und die Ausstattung des Internats sind alles Themen, zu denen man trefflich streiten kann. Bildung hat jedoch eine globale Dimension und lässt sich nicht nur begrenzt auf die eigene Schule im Kiez oder im Dorf denken. Die UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs – Sustainable Development Goals) – oder Agenda 2030 – verpflichten uns, das Schulsystem global zu denken und dementsprechend auch politisch zu handeln.

Mädchen sitzen im Klassenraum.

FAWE’s Nsaba Diaspora Community Senior High School (NDCSHS) / (C) 2010 ONE, Fotografin: Morgana Wingard

Die SDGS

Mit den SDGs hat sich Deutschland dazu verpflichtet, eine inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung für alle Menschen sicherzustellen, sowie Möglichkeiten zum lebenslangen Lernen zu fördern. Dies bedeutet nicht nur die Schaffung eines neuen Schulsystems innerhalb Deutschlands bis 2030, sondern auch, dass dieser Maßstab ebenso bei der Unterstützung von Bildungsprojekten in der Entwicklungszusammenarbeit gelten muss. Unabhängig von dem Wohnort der Schüler*innen sollten alle die gleichen Möglichkeiten haben, ihre Ziele zu erreichen.

Inklusion

Bis 2030 haben wir noch zehn Jahre Zeit. Alle, die heutzutage zur Schule gehen, kennen die Probleme, vor denen Schulen momentan stehen. An vielen Stellen hat die Corona-Pandemie diese sogar noch verschärft. Wenn wir zum Beispiel Inklusion leben und das Ziel politisch ernsthaft verfolgen wollen, bedeutet das, beim Lernen inklusiv zu denken. Die gängigen Probleme wie zum Beispiel die Internetverbindung oder das Lüften von Zimmern sind in aller Munde, aber andere – vielleicht sogar noch drängendere – Themen werden vernachlässigt. Was ist mit den Schüler*innen, die unter psychischen Erkrankungen leiden? Wer denkt die Schülerin mit einer Depression und selbstverletzendem Verhalten, die die Routine und Kontakte als Stütze benötigt, mit, wenn der Unterricht online stattfindet? Was ist mit dem Schüler, der unter akutem ADHS leidet und die viele Bewegung braucht?

Die Herausforderung

Wie sollen Länder die von Armut betroffen sind es schaffen, die UN-Nachhaltigkeitsziele in den kommenden zehn Jahren zu erreichen, wenn wir hier in Deutschland schon vor solchen Herausforderungen stehen? Neue Lehrpläne, Schulbücher und Fortbildungen müssen konzipiert und finanziert werden. Wenn aber laut der Unesco bereits 2017 264 Millionen Kinder keinen Zugang zu Bildung hatten, müssen wir diese in unserer Politik mitdenken und bei der Finanzierung unterstützen.

Leerer Klassenraum in der Demokratischen Republik Kongo. Auch hier bleiben die Schulen wegen des Ausbruchs des Coronavirus derzeit geschlossen. Credit: GPE/Guy Nzazi

Wieso wir?

Wenn die Förderung der Bildung innerhalb der Entwicklungszusammenarbeit gezielt unterstützt wird, können wir es schaffen, die extreme Armut bis 2050 um weitere 20 Prozent zu senken sowie die durchschnittliche Lebenserwartung in der Welt um über ein Jahr zu erhöhen. Dies allein dürfte Ansporn genug sein, um aktiv zu werden. Bildung ist der Schlüssel zur Krankheits-, Hunger- und Armutsbekämpfung sowie ein Weg zur Mädchenförderung. Bildung hilft auch beim Abbau von Vorurteilen. Somit trägt sie indirekt zum Entschärfen von Konflikten bei oder lässt diese gar nicht erst entstehen.

 

Du hast Lust, dich wie Patrick für globale Bildungsgerechtigkeit einzusetzen? Dann ist jetzt deine Chance: Bewirb dich als ONE-Jugendbotschafter*in und mach dich gemeinsam mit uns für eine bessere Welt stark.