HIV/Aids

Warum brauchen wir einen Welt-Aids-Tag?

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Jetzt mitmachen und extreme Armut bekämpfen

Jährlich wird am 1. Dezember der Welt-Aids-Tag begangen. Der Tag gedenkt all denjenigen, die an der Krankheit verstorben sind. Zudem geht es darum, Solidarität mit den Menschen zu zeigen, die durch ihre Erkrankung von Stigmatisierung und Diskriminierung betroffen sind. Den Welt-Aids-Tag gibt es bereits seit rund 30 Jahren. Doch was wurde seitdem im Kampf gegen diese Krankheit erreicht und wo liegen aktuell die Herausforderungen? 

Fortschritte im Kampf gegen HIV/Aids

Noch vor 20 Jahren verbreitete sich das HI-Virus unkontrolliert und kam einem Todesurteil gleich. Seit damals haben wir viel erreicht. Denn die Zahl der Neuinfektionen ist seit 1997 um über 40% zurückgegangen. Diese Entwicklungen sind kein Zufall, sondern das Ergebnis von medizinischem Fortschritt, politischem Willen und Aktivismus. Deshalb können wir uns heute eine Welt vorstellen, in der diese Krankheit Vergangenheit sein wird. Noch vor wenigen Jahren wäre uns der Gedanke sehr verwegen vorgekommen. 

Vier Gründe, warum der Kampf gegen HIV/Aids noch nicht gewonnen ist

Doch trotz all des Fortschritts und Optimismus, der sich gerade breitmacht, dürfen wir nicht vergessen: Die Krankheit ist heute noch immer eine Katastrophe für Millionen Menschen rund um den Globus. Hier sind vier Gründe, warum der Kampf gegen HIV/Aids noch nicht gewonnen ist

1) Jede Minute infizieren sich drei Menschen mit HIV

Jede einzelne Minute. Besonders häufig sind Mädchen und Frauen betroffen. Rund 800 junge Frauen infizieren sich täglich mit dem Virus. Gründe für diese Infektionen sind häufig sexuelle Übergriffe und fehlender Zugang zu medizinischer Aufklärung. Deshalb sind wir überzeugt, dass der Kampf für Gleichberechtigung und Gesundheit eng miteinander verknüpft sind. 

2) 14 Millionen infizierte Menschen haben keinen Zugang zu medizinischer Behandlung

Es ist medizinisch möglich, den Ausbruch von Aids zu unterbinden. Ebenso ist es möglich, die Übertragung des Virus zu verhindern. Mit einer HIV-Therapie können beispielsweise Babies vor einer Übertragung während der Zeugung, Schwangerschaft und Geburt geschützt werden. 

So die Theorie. Doch das setzt eine rechtzeitige, kontinuierliche und kostspielige medizinische Behandlung voraus. In der Praxis wird Millionen Menschen das Recht auf medizinische Behandlung verwehrt. Es fehlt häufig an den nötigen Gesundheitssystemen, sozialen Netzen und Bildungseinrichtungen, um Menschen mit HIV-Diagnose zu unterstützen. 

3) Wir verfehlen das 90-90-90 Ziel

Die Vereinten Nationen haben sich vor einigen Jahren das sogenannte 90-90-90 Ziel gesetzt. Die UN-Länder waren sich einig, dass der Kampf gegen HIV/Aids geschlossenen Einsatz braucht und das Ziel sollte dafür die Richtung vorgeben. 

Laut des 90-90-90 Ziel, sollen im Jahr 2020

  • 90 % der HIV-positiven Menschen ihren Status kennen
  • 90 % der Menschen, die ihren Status kennen, Behandlung erhalten
  • 90 % der Menschen in Behandlung, die Virenbildung erfolgreich unterdrückt haben. 

Leider waren wir Ende des vergangenen Jahres erst bei 79–78–86. Es bleibt also noch viel zu tun und unsere gemeinsamen Anstrengungen müssen deutlich verstärkt werden. 

4) Wichtige Gelder fehlen

Das gemeinsame Programm der Vereinten Nationen für HIV/Aids (UNAIDS) verfolgt das Ziel, die verschiedenen Aktivitäten im Kampf gegen die Krankheit rund um den Globus zu koordinieren. Die Organisation hat berechnet, dass eine Finanzierungslücke von 25% besteht, um wichtige Etappensiege zu erreichen. Bei genauerer Betrachtung wird deutlich, dass es große regionale Schwankungen gibt. Im südlichen und östlichen Afrika wurden die 2020 Finanzierungsziele näherungsweise erreicht. Erfreulicherweise führt dies zum erwünschten Effekt: Auch der Rückgang an Neuinfektionen und Todesfällen im Zusammenhang mit HIV/Aids nähert sich deutlich der 2020 Zielmarke an. Sehen wir hingegen nach Zentral- oder Nordafrika, zeichnet sich ein deutlich anderes Bild: Dort wurden nur 50% der benötigten Mittel zur Verfügung gestellt und der Fortschritt, den wir dort beobachten, ist deutlich langsamer. 

Unser Aktivismus geht weiter

Aus diesem Grund werden wir bei ONE uns weiter dafür starkmachen, dass HIV/Aids überall auf der Welt die Aufmerksamkeit bekommt, die es verdient. Denn wo du lebst, darf nicht darüber entscheiden, ob du lebst. Dafür setzen wir uns ein, nicht nur am Welt-Aids-Tag, sondern 365 Tage im Jahr. Auf dem Weg in eine Welt ohne Aids war unsere Kampagne zur Finanzierung des Globalen Fonds ein sehr wichtiger Etappensieg. Dies war nur möglich, dank des entschiedenen und unermüdlichen Einsatzes von ONE-Unterstützer*innen weltweit. Sie haben mit Petitionen, E-Mails und Briefen, eine Botschaft an die Politik geschickt, die nicht zu überhören war. 

Wir hoffen, dass wir auch in Zukunft auf tatkräftige Unterstützung zählen können. Wenn du noch nicht dabei bist, trag dich jetzt auf unserem Verteiler ein. Wir melden uns dann bei dir, sobald wir Unterstützung bei einer aktuellen Kampagne brauchen. 

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