{"id":29592,"date":"2015-11-27T09:04:44","date_gmt":"2015-11-27T09:04:44","guid":{"rendered":"https:\/\/one.org\/de\/?post_type=one_press&#038;p=29592"},"modified":"2024-01-03T14:11:43","modified_gmt":"2024-01-03T14:11:43","slug":"neuer-aids-bericht-alarmierende-selbstzufriedenheit-in-der-weltweiten-aids-bekaempfung","status":"publish","type":"one_press","link":"https:\/\/www.one.org\/de\/press\/neuer-aids-bericht-alarmierende-selbstzufriedenheit-in-der-weltweiten-aids-bekaempfung\/","title":{"rendered":"Neuer Aids-Bericht: Alarmierende Selbstzufriedenheit bei der weltweiten Aids-Bek\u00e4mpfung"},"content":{"rendered":"<p>ONE: Stagnierende Mittel gef\u00e4hrden Erfolg im Kampf gegen HIV\/Aids<\/p>\n<p><strong>Berlin, 27. November 2015. Zum Welt-Aids-Tag, der am 01. Dezember stattfindet, ver\u00f6ffentlicht die entwicklungspolitische Lobby- und Kampagnenorganisation ONE ihren aktuellen Aids-Bericht \u201eEine offene Rechnung\u201c. Darin ruft ONE \u00f6ffentliche und private Geber dazu auf, mehr Gelder aus mehr Quellen f\u00fcr die Aids-Bek\u00e4mpfung aufzubringen. Zur erfolgreichen Beendigung von HIV\/Aids als Epidemie bis 2030 fehlen j\u00e4hrlich 10,5 Milliarden Euro. Neben traditionellen Gebern m\u00fcssen auch L\u00e4nder mit hoher Aids-Belastung ihre Pflicht erf\u00fcllen. Bessere Daten und gezielte Schwerpunktsetzung k\u00f6nnen dazu beitragen, den Verlauf der Epidemie besser nachzuvollziehen, Hoch-Risiko-Gruppen zu erreichen und in den kommenden f\u00fcnfzehn Jahren bis zu 21 Millionen Menschenleben zu retten.<\/strong><\/p>\n<p>Nach mehr als drei Jahrzehnten des weltweiten Kampfs gegen HIV\/Aids macht sich in der Weltgemeinschaft eine gef\u00e4hrliche Selbstzufriedenheit breit. Aids ist aus den Schlagzeilen verschwunden und wird von der Politik stiefm\u00fctterlich behandelt. Der neue Aids-Bericht von ONE<strong> \u201eEine offene Rechnung\u201c<\/strong> <strong>konstatiert eine besorgniserregende Verharrung der weltweiten Ausgaben f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung der Epidemie<\/strong>. Im vergangenen Jahr beliefen sich diese in L\u00e4ndern mit niedrigem und mittlerem Einkommen auf insgesamt 15,2 Milliarden Euro \u2013 und lagen somit unter dem historischen Hoch von 15,4 Milliarden Euro im Jahr 2013. <strong>Tobias Kahler, Deutschland-Direktor von ONE<\/strong>, sagt dazu: \u201eWenn wir nicht bald etwas unternehmen, dann wird die t\u00f6dliche Epidemie in f\u00fcnfzehn Jahren wieder mit alter St\u00e4rke w\u00fcten. Neben traditionellen Gebern sind auch afrikanische L\u00e4nder gefragt, mehr f\u00fcr die St\u00e4rkung ihrer Gesundheitssysteme aufzuwenden und diese effizienter f\u00fcr die Aids-Bek\u00e4mpfung einzusetzen als bisher.\u201c<\/p>\n<p><strong>Eines der wirksamsten Instrumente ist in diesem Zusammenhang der Globale Fonds zur Bek\u00e4mpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose.<\/strong> Mit seiner Hilfe erhielten bereits 8,1 Millionen HIV-Infizierte eine Behandlung mit lebensrettenden Aids-Medikamenten. Im kommenden Jahr findet die n\u00e4chste Wiederauff\u00fcllungskonferenz statt, um seine Finanzierung f\u00fcr den Zeitraum 2016-2019 zu sichern. <strong>Kahler<\/strong> dazu: \u201eBis zur Beendigung von Aids als Epidemie ist es noch ein langer Weg \u2013 der Globale Fonds ist dabei der beste Wegbegleiter. Ohne ihn st\u00fcnden wir nicht da, wo wir heute stehen. <strong>Damit das Ziel erreicht werden kann, muss Deutschland seinen Jahresbeitrag von derzeit 210 Millionen auf 400 Millionen Euro deutlich erh\u00f6hen.<\/strong> Ob bei der erfolgreichen Wiederauff\u00fcllungskonferenz f\u00fcr die globale Impfallianz Gavi oder bei den Ma\u00dfnahmen zur Pr\u00e4vention von Epidemien wie Ebola, die auf dem G7-Gipfel in Schloss Elmau vorangetrieben wurden: Die Bundesregierung hat in diesem Jahr bereits gezeigt, dass Deutschland imstande ist, in globalen Gesundheitsfragen F\u00fchrung zu zeigen. Wir hoffen, dass Deutschland im kommenden Jahr bei der Geberkonferenz f\u00fcr den Globalen Fonds nicht dahinter zur\u00fcckf\u00e4llt.\u201c<\/p>\n<p><strong>Das Aids-Programm der Vereinten Nationen (UNAIDS) stellt eine Finanzierungsl\u00fccke von 10,5 Milliarden Euro fest, die bis 2020 gedeckt werden muss, um Aids als Epidemie zu beenden<\/strong>. Insgesamt liegt der Mittelbedarf f\u00fcr L\u00e4nder mit niedrigem und mittlerem Einkommen bei rund 28 Milliarden Euro. Um diesen Mittelbedarf zu schlie\u00dfen, stehen vier Geberkategorien in der Pflicht: Klassische Geberl\u00e4nder, \u201eNeue Geber\u201c, insbesondere Schwellenl\u00e4nder, der private Sektor sowie die am st\u00e4rksten von HIV\/Aids betroffenen L\u00e4nder.<\/p>\n<p><strong>Der Bericht stellt zudem folgendes fest:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>1,9 Millionen Menschen wurden 2014 in Behandlungsprogramme mit lebensrettenden Aids-Medikamenten aufgenommen. Zeitgleich infizierten sich zwei Millionen Menschen neu mit HIV. <strong>Der<\/strong> <strong>Wendepunkt, an dem mehr Betroffene eine antiretrovirale Behandlung bekommen als sich Menschen mit HIV anstecken, ist noch nicht erreicht<\/strong>.<\/li>\n<li>Es gibt ein <strong>sehr hohes Infektionsrisiko bei marginalisierten Gruppen<\/strong>. Das Risiko einer HIV-Infektion im Vergleich zu sonstigen Erwachsenen im zeugungsf\u00e4higen Alter ist bei<br \/>\n&#8211; homosexuellen M\u00e4nnern 19 mal h\u00f6her<br \/>\n&#8211; Konsumenten von intraven\u00f6s applizierter Drogen 28 Mal h\u00f6her<br \/>\n&#8211; und bei Transgender-Frauen 49 Mal h\u00f6her.<\/li>\n<li><strong>M\u00e4dchen und junge Frauen in Sub-Sahara-Afrika haben ein dreimal h\u00f6heres Risiko, mit HIV zu leben als ihre m\u00e4nnlichen Altersgenossen<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Pressematerial:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Der <strong>Bericht<\/strong> \u201eEine offene Rechnung\u201c steht ab dem 1. Dezember 2015 unter <a href=\"https:\/\/one.org\/aids\">www.one.org\/aids<\/a>\u00a0zum Download bereit.<\/li>\n<li>Eine\u00a0<strong>Vorabversion<\/strong>\u00a0des deutschen Berichts mit Sperrfrist finden Sie hier:\u00a0<a href=\"http:\/\/bit.ly\/1PRK1jt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/bit.ly\/1PRK1jt<\/a><\/li>\n<li>Eine zweiseitige <strong>\u00dcbersicht zum Bericht<\/strong> finden Sie hier:\u00a0<a href=\"http:\/\/bit.ly\/1OjT6Aa\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/bit.ly\/1OjT6Aa<\/a><\/li>\n<li>Im\u00a0&#8220;<strong>Jahrbuch der Regierungen<\/strong>&#8221; wird das unterschiedliche Engagement der Geberl\u00e4nder im Kampf gegen HIV\/Aids aufgezeigt:\u00a0<a href=\"http:\/\/bit.ly\/1YxsHl8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/bit.ly\/1YxsHl8<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>\u00dcber ONE<\/strong>:<br \/>\nONE ist eine Lobby- und Kampagnenorganisation zur Bek\u00e4mpfung von extremer Armut und vermeidbaren Krankheiten, insbesondere in Afrika. Im Dialog mit der \u00d6ffentlichkeit und politischen Entscheidern setzt sich ONE f\u00fcr kluge und effektive Politikans\u00e4tze und Programme ein, um Aids und vermeidbare Krankheiten zu bek\u00e4mpfen, Investitionen in Landwirtschaft und Ern\u00e4hrung zu erh\u00f6hen und mehr Transparenz in Armutsbek\u00e4mpfungsma\u00dfnahmen zu schaffen. \u00dcber 7 Millionen Menschen unterst\u00fctzen die \u00fcberparteiliche Arbeit von ONE mit ihrer Stimme.<\/p>\n<p>Mehr Informationen unter www.one.org oder folgen Sie uns auf Twitter: @ONEDeutschland<\/p>\n<p><strong>Pressekontakt:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Scherwin Saedi*<\/strong>, Tel.: 030-319 891 578, 0173\/5419800, <a href=\"mailto:scherwin.saedi@one.org\">scherwin.saedi@one.org<\/a><\/p>\n<p><strong>* In Vertretung von <\/strong><strong>Karoline Lerche<\/strong><strong>, die ab 15. Februar 2016 wieder im B\u00fcro sein wird.<\/strong><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<div class=\"buffer\"><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Welt-Aids-Tag, der am 01. Dezember stattfindet, ver\u00f6ffentlicht die entwicklungspolitische Lobby- und Kampagnenorganisation ONE ihren aktuellen Aids-Bericht \u201eEine offene Rechnung\u201c. Darin ruft ONE \u00f6ffentliche und private Geber dazu auf, mehr Gelder aus mehr Quellen f\u00fcr die Aids-Bek\u00e4mpfung aufzubringen. Zur erfolgreichen Beendigung von HIV\/Aids als Epidemie bis 2030 fehlen j\u00e4hrlich 10,5 Milliarden Euro. Neben traditionellen Gebern m\u00fcssen auch L\u00e4nder mit hoher Aids-Belastung ihre Pflicht erf\u00fcllen. 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