UN-Sicherheitsrat: Deutschland zahlt die Quittung für gekürzte Entwicklungszusammenarbeit
Berlin, 3. Juni 2026. Heute wählten die UN-Mitgliedsstaaten fünf der zehn nicht-ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats. Zum ersten Mal in der Geschichte konnte Deutschland sich bei der Bewerbung um einen Sitz nicht durchsetzen. Stattdessen setzten sich Portugal und Österreich durch im Rennen um die europäischen Plätze. Die Entwicklungsorganisation ONE macht Berlins massive Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit und der humanitären Hilfe mitverantwortlich für den Ausgang der Wahl.
Lisa Ditlmann, Deutschland-Direktorin von ONE, sagt: „Die Nicht-Wahl Deutschlands ist eine schallende Ohrfeige für die Bundesregierung – und die Quittung für die Vernachlässigung des Globalen Südens. Wer wie die Bundesregierung zum fünften Mal infolge massiv bei der Entwicklungszusammenarbeit kürzen möchte, darf sich nicht über mangelnden Rückhalt auf der internationalen Bühne wundern. Das ist ein Denkzettel, der hoffentlich zu einem Umdenken führen wird. Wir brauchen mehr Investitionen in die Entwicklungszusammenarbeit und die humanitäre Hilfe.”
Zum Hintergrund:
Noch 2022 standen dem Entwicklungsministerium (BMZ) 13,8 Milliarden Euro zur Verfügung. Für 2027 plant die Bundesregierung für das BMZ aktuell mit weniger als 9,5 Milliarden Euro – ein Minus von über 30 Prozent. Auch das Auswärtige Amt wurde geschröpft. Alleine für die humanitäre Hilfe sollen 2027 nur noch ein Drittel der Mittel bereitgestellt werden, die noch 2022 aufgerufen wurden (3,13 Milliarden Euro).
ONE begrüßt, dass mit Simbabwe, Liberia und der Demokratischen Republik Kongo nun drei Länder aus Subsahara-Afrika in dem Gremium vertreten. Dazu sagt Ditlmann: „Afrika ist nach Asien der bevölkerungsreichste Kontinent der Erde. Bei globalen Fragen muss Afrika am Tisch sitzen.”
ONE ist eine globale überparteiliche Organisation, die sich für wirtschaftliche Chancen und ein starkes Gesundheitswesen in Afrika einsetzt. Dafür fordern wir die nötigen Investitionen. Seit 2004 hat ONE dazu beigetragen, neue Investitionen in Höhe von mehr als eine Billion US-Dollar zu sichern, um eine sicherere und wohlhabendere Welt zu schaffen. Unsere Arbeit stützt sich auf belastbare Daten und umfasst Aktivismus an der Basis, politische Bildung und politisches Engagement sowie strategische Partnerschaften, um die Politik zu überzeugen. Mehr auf www.one.org.
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