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ONE fordert von Bundesregierung mehr Einsatz für Frauen weltweit 

Durch Gleichberechtigung wäre alleine in Afrika in 15 Jahren eine Billion US-Dollar mehr an Wirtschaftswachstum möglich

Berlin, 6. März 2026. Wenige Tage vor dem Weltfrauentag (8. März) macht die Entwicklungsorganisation ONE darauf aufmerksam, dass Frauen das Potential haben, für deutlich mehr Wachstum und Stabilität zu sorgen – wenn man sie lässt. Daher soll insbesondere die deutsche Entwicklungszusammenarbeit gezielter Frauen und Mädchen fördern als bisher. 

Lisa Ditlmann, Deutschland-Direktorin von ONE, sagt: „Wir werden globale Krisen nicht lösen, wenn wir die Hälfte der Weltbevölkerung ignorieren. Die Datenlage ist hier eindeutig: Wo Frauen gestärkt werden, profitieren immer ganze Gesellschaften. Investitionen sind nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern kluge Wirtschafts- und Sicherheitspolitik.”  

Das Problem: Noch immer werden Frauen weltweit benachteiligt, insbesondere beim Zugang zu Einkommen, Kapital und Eigentum:

  • Frauen verdienen weltweit im Schnitt nur 77 Prozent so viel wie Männer.
    • Würde man diese Einkommenslücke schließen, könnten zusätzlich 172 Billionen US-Dollar an Weltwirtschaftswachstum generiert werden.
  • Frauen verfügen global nur über rund zwei Drittel der Rechte von Männern;
  • Sie sind überdurchschnittlich häufig in informeller, unsicherer und unbezahlter Arbeit tätig 
  • Frauen sind deutlich unterrepräsentiert in Führungspositionen, beim Vermögensbesitz und im Unternehmertum.

Die gute Nachricht: Frauen sind der Schlüssel für mehr Wirtschaftswachstum und gesellschaftliche Resilienz. Ihre wirtschaftliche Teilhabe steigert nicht nur Einkommen, sondern verbessert nachweislich Ernährungssicherheit, Gesundheit und Bildung, stärkt soziale Kohäsion und erhöht die Widerstandsfähigkeit von Gesellschaften gegenüber Krisen und Konflikten. 

  • Das Schließen geschlechtsspezifischer Lücken in Arbeitsmärkten und im Unternehmertum könnte das globale BIP um über 20 Prozent erhöhen.
  • In Afrika könnte Geschlechtergleichstellung bis 2043 ein zusätzliches Wirtschaftswachstum von rund einer Billion US-Dollar ermöglichen.
    • Das ist mehr als der gegenwärtige externe Schuldenstand aller afrikanischen Länder zusammen.
    • Zudem könnte sie bis zu 80 Millionen Menschen aus extremer Armut führen – das entspricht etwa der Gesamtbevölkerung Deutschlands.
  • Frauen investieren erwiesenermaßen stärker in Bildung, Gesundheit und Ernährung ihrer Familien – zentrale Faktoren für langfristige Stabilität und gesellschaftliche Resilienz. 

ONE fordert die Bundesregierung auf, mehr für die Gleichberechtigung in der Welt zu tun, insbesondere durch kluge Investitionen. Konkret heißt das: 

  • Deutschland muss wieder 0,7 Prozent seiner Wirtschaftskraft in die Entwicklungszusammenarbeit investieren.
  • 20 Prozent der Mittel für Entwicklungszusammenarbeit müssen Gleichberechtigung als Hauptziel haben.
  • Berlin soll stärker mit frauengeführten Organisationen in Partnerländern zusammenarbeiten und diese auch finanziell unterstützen. 
  • Die Bundesregierung muss klare messbare Ziele vorlegen, wie sie Geschlechtergerechtigkeit erreichen möchte. 


ONE ist eine globale überparteiliche Organisation, die sich für wirtschaftliche Chancen und ein starkes Gesundheitswesen in Afrika einsetzt. Dafür fordern wir die nötigen Investitionen. Unsere Arbeit stützt sich auf belastbare Daten und umfasst Aktivismus an der Basis, politische Bildung und politisches Engagement sowie strategische Partnerschaften, um die Politik zu überzeugen. Mehr auf www.one.org. 

Pressekontakt:
Scherwin Saedi:
0152 / 03 77 14 29, [email protected]  
Pia Schwaiger: 0151 / 420 514 17, [email protected]