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G7-Gipfel: Viele Worte, wenig Taten 

Berlin, 17. Juni 2026. Zum Ende des G7-Gipfels im französischen Évian zieht die Entwicklungsorganisation ONE eine ernüchternde Bilanz. Die Ergebnisse bleiben hinter den ohnehin niedrigen Erwartungen zurück. ONE begrüßt das Friedensabkommen mit dem Iran und die Anerkennung des Ebola-Ausbruchs in Zentralafrika als globale Bedrohung. Konkrete Unterstützung für die besonders betroffenen Länder blieb jedoch aus. Afrikanische Staaten müssen immer mehr Krisen mit immer weniger Mitteln bewältigen – auch wegen der Kürzungen der G7 bei der Entwicklungszusammenarbeit. Zudem haben die G7 die Chance verpasst, Afrika beim Zugang zu kritischen Rohstoffen ein attraktiveres Angebot zu machen. Trotz wachsender Sorgen über Chinas Einfluss in Afrika fehlen konkrete Schritte, um gegenzusteuern. 

Lisa Ditlmann, Deutschland-Direktorin von ONE, kommentiert die verschiedenen Themen des Gipfels: 

  • Iran: 
    „Millionen Menschen mussten teuer für einen Krieg bezahlen, den sie nicht verursacht haben.    Das Friedensabkommen mit dem Iran ist ein vielversprechender erster Schritt. Jetzt brauchen die afrikanischen Länder, die besonders unter dem Ölpreisschock gelitten haben, schnelle Hilfen und eine vorübergehende Aussetzung ihrer Schuldendienste.” 

  • Ebola: 
    „Es ist gut, dass die G7 den Ebola-Ausbruch in Zentralafrika endlich als globale Bedrohung anerkennen. Doch Anerkennung allein stoppt keine Epidemie. Was fehlt, sind zusätzliche Investitionen in die globale Gesundheitssicherheit. Die von der Bundesregierung zugesagten 13 Millionen Euro sind weniger als ein Tropfen auf dem heißen Stein.”  

  • Entwicklungszusammenarbeit: 
    „Klimawandel, wirtschaftliche Schocks, der Ebola-Ausbruch, der Bürgerkrieg im Sudan und 21 Staaten am Rande der Zahlungsunfähigkeit – Afrika soll immer mehr Krisen mit immer weniger Mitteln bewältigen. Wenn die G7 ein stärkerer Partner für Afrika sein wollen, müssen sie ihren Worten Taten folgen lassen und mehr investieren, nicht weniger.“ 

  • Partnerschaft mit Afrika: 
    „Afrikanische Staaten wollen nicht nur Rohstoffe exportieren, sondern mehr Wertschöpfung vor Ort schaffen. Die G7 haben es versäumt, Afrika hier konkrete Angebote zu machen.”   

  • Kritische Rohstoffe: 
    „Die G7 wollen ihre Abhängigkeit von China verringern. Doch ihr blinder Fleck bleibt Afrika. Wer einen besseren Zugang zu Afrikas Rohstoffen will, muss Afrika auch ein besseres Angebot machen.“ 

Informationen für Journalist*innen: 

  • Wir stehen vor Ort bereit für Interviews und Hintergrundgespräche.  

ONE ist eine globale überparteiliche Organisation, die sich für wirtschaftliche Chancen und ein starkes Gesundheitswesen in Afrika einsetzt. Dafür fordern wir die nötigen Investitionen. Seit 2004 hat ONE dazu beigetragen, neue Investitionen in Höhe von mehr als einer Billion US-Dollar zu sichern, um eine sicherere und wohlhabendere Welt zu schaffen. Unsere Arbeit stützt sich auf belastbare Daten und umfasst Aktivismus an der Basis, politische Bildung und politisches Engagement sowie strategische Partnerschaften, um die Politik zu überzeugen. Mehr auf www.one.org.  
 
Pressekontakt: 
Scherwin Saedi (vor Ort in Évian): 0152 / 03 77 14 29, [email protected]