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G7-Gipfel: ONE kritisiert drastischen Rückgang der G7-Entwicklungsinvestitionen in Afrika 

Ditlmann: „Wie viele Ebola-Ausbrüche brauchen wir noch, bis wir endlich begreifen, dass Entwicklungszusammenarbeit in unserem eigenen Interesse liegt?” 

Berlin, 12. Juni 2026. Kurz vor dem G7-Gipfel im französischen Évian veröffentlicht die Entwicklungsorganisation ONE einen neuen Bericht. Demnach sind die durchschnittlichen Entwicklungsinvestitionen der G7-Staaten in Afrika zwischen 2021 und 2024 von 38 auf 29 US-Dollar pro Person gesunken.  

Damit sinken die G7-Mittel für Afrika um 18 Prozent innerhalb von vier Jahren. Berücksichtigt man das Bevölkerungswachstum, sinken die Mittel sogar um über 25 Prozent pro Person. Afrika hat derzeit mit mehreren Krisen gleichzeitig zu kämpfen. Neben der weltweit größten humanitären Krise, dem Bürgerkrieg im Sudan, belasten hohe Staatsschulden viele Länder Afrikas. Hinzu kommt der Ölpreis-Schock infolge des Iran-Kriegs bzw. der Schließung der Straße von Hormus. Steigende Energiepreise und Ernährungsunsicherheit sind die Folge. Der aktuelle Ebola-Ausbruch in Zentralafrika verdeutlicht zudem, wie wichtig belastbare Gesundheitssysteme sind. Gerade hier könnten die G7-Staaten mit gezielten Investitionen wirksam unterstützen.  

Lisa Ditlmann, Deutschland-Direktorin von ONE, sagt: „Die G7-Staaten entfernen sich immer weiter von ihrem eigenen Anspruch, ein verlässlicher Partner Afrikas zu sein. Der letzte große Ebola-Ausbruch und die Corona-Pandemie sind nicht so lange her, dass sie komplett aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden sind. Und trotzdem wird genau dort gekürzt, wo wir künftige Gesundheitskrisen wirksam eindämmen können. Wie viele Ebola-Ausbrüche brauchen wir denn noch, bis wir endlich begreifen, dass Entwicklungszusammenarbeit auch in unserem eigenen Interesse liegt? Es ist immer teurer und gefährlicher, einen Waldbrand zu löschen als zu verhindern, dass ein Feuer ausbricht. Diese Botschaft richten wir auch direkt an die Bundesregierung.” 

Deutschland alleine hat seine Entwicklungsinvestitionen (ODA – Official Development Assistance) in Afrika zwischen 2021 und 2024 um über 30 Prozent zurückgefahren. Zudem ist der Anteil der Gesamt-ODA-Mittel für Afrika von 41 auf 22 Prozent geschrumpft. Aktuell plant die Bundesregierung weitere Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit – die fünften in Folge. Die USA, Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Japan sind alleine für 95,7 Prozent des globalen Rückgangs der Investitionen in die Entwicklungszusammenarbeit verantwortlich. 


Informationen für Journalist*innen: 

  • Den ganzen Bericht finden Sie hier: https://bit.ly/g7analysis2026   
  • Wir sind vor Ort in Èvian und stehen für Interviews und Hintergrundgespräche bereit.  


ONE ist eine globale überparteiliche Organisation, die sich für wirtschaftliche Chancen und ein starkes Gesundheitswesen in Afrika einsetzt. Dafür fordern wir die nötigen Investitionen. Seit 2004 hat ONE dazu beigetragen, neue Investitionen in Höhe von mehr als einer Billion US-Dollar zu sichern, um eine sicherere und wohlhabendere Welt zu schaffen. Unsere Arbeit stützt sich auf belastbare Daten und umfasst Aktivismus an der Basis, politische Bildung und politisches Engagement sowie strategische Partnerschaften, um die Politik zu überzeugen. Mehr auf www.one.org. 

Pressekontakt:
Scherwin Saedi
(vor Ort in Évian): 0152 / 03 77 14 29, [email protected]