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OECD: Deutschland unter den Ländern, die die radikalsten Einsparungen in der Entwicklungszusammenarbeit vornehmen 

ONE: „Berlin kürzt an der Realität vorbei“ 

Berlin, 9. April 2026. Der Entwicklungsausschuss der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD DAC) stellte heute die neusten Zahlen zu den internationalen Entwicklungsausgaben (ODA) für 2025 vor. Das Ergebnis ist ernüchternd: Das zweite Jahr in Folge sinken die Entwicklungsinvestitionen weltweit. Beim gegenwärtigen Trend werden diese bereits im kommenden Jahr das Niveau von 2020 erreichen. Zum ersten Mal in 30 Jahren haben die vier wichtigsten Geber USA, Deutschland, Großbritannien und Frankreich gleichzeitig ihre Mittel radikal gekürzt.  

Mit nunmehr 0,56 Prozent verabschiedet sich Deutschland von dem Versprechen, 0,7 Prozent seiner Wirtschaftskraft in die Entwicklungszusammenarbeit zu investieren (ODA-Quote). 2024 erreichte Deutschland noch eine ODA-Quote von 0,68 Prozent. Dazu sagt Lisa Ditlmann, Deutschland-Direktorin von ONE: „Wir haben bereits so viele Erfolge erzielt, die zeigen, wie viel Gutes die Entwicklungszusammenarbeit bewirkt. Die Kindersterblichkeit wurde mehr als halbiert, HIV-positive Mütter bringen gesunde Babys zur Welt, viele Kinder, insbesondere Mädchen, besuchen das erste Mal eine Schule. Warum die Bundesregierung ausgerechnet in dem Bereich sparen möchte, in dem sie nachweislich und kontinuierlich Erfolge liefert, ist nicht nachzuvollziehen. Berlin kürzt an der Realität vorbei.” 

Stephan Exo-Kreischer, Europa-Direktor von ONE, sagt: „In Zeiten weltweiter Konflikte bläst Europa zum Rückzug. Gerade in Anbetracht der anhaltenden amerikanischen Alleingänge braucht es mehr europäisches Engagement in der Welt. Dieser Moment ist ein historischer Charaktertest für Europa: Es muss beweisen, dass es in Zeiten von Krisen und Kriegen die zivile Supermacht ist, die sich für Stabilität und Frieden in der Welt einsetzt und die Partnerschaften für eine gemeinsame Zukunft schmiedet. Damit das gelingt, braucht es Investitionen in die Entwicklungszusammenarbeit.”  

Informationen für Journalist*innen:   

  • Erfolge der Entwicklungszusammenarbeit – einige Beispiele:  
  • Seit 2000 hat sich die weltweite Kindersterblichkeit mehr als halbiert.  
  • Im gleichen Zeitraum ist die Müttersterblichkeit um über ein Drittel gesunken.  
  • Polio, auch bekannt als Kinderlähmung, wurde fast ausgerottet.  
  • HIV ist kein Todesurteil mehr; selbst in ärmeren Ländern gibt es erschwingliche Medikamente.  
  • Infektionskrankheiten wie Malaria oder Tuberkulose wurden stark zurückgedrängt.   
  • Hunger: 2010 war jedes dritte Kind aufgrund von Mangelernährung wachstumsverzögert, heute ist es etwa jedes fünfte. 
  • Viele Kinder, insbesondere Mädchen, besuchen zum ersten Mal eine Schule, selbst in Krisengebieten. 

ONE ist eine globale überparteiliche Organisation, die sich für wirtschaftliche Chancen und ein starkes Gesundheitswesen in Afrika einsetzt. Dafür fordern wir die nötigen Investitionen. Unsere Arbeit stützt sich auf belastbare Daten und umfasst Aktivismus an der Basis, politische Bildung und politisches Engagement sowie strategische Partnerschaften, um die Politik zu überzeugen. Mehr auf www.one.org.  

Pressekontakt: 
Scherwin Saedi: 0152 / 03 77 14 29, [email protected]  
Pia Schwaiger: 0151 / 420 514 17, [email protected]