Ebola: 10.000 Fälle erreicht, knapp jeder zweite Patient gestorben
ONE fordert Investitionen zur Eindämmung der Epidemie in Afrika
Berlin, 27. Oktober 2026. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es mittlerweile 10.091 bestätigte Ebola-Fälle in Afrika, darunter bereits 4.890 Todesfälle. Die allermeisten Fälle treten in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) auf. Die Ebola-Epidemie ist die bisher schlimmste in der Geschichte des Landes. Die Entwicklungsorganisation ONE ruft die Geberländer dringend dazu auf, die Eindämmung mit zusätzlichen Mitteln zu finanzieren.
Vor allem in der DR Kongo behindern das chronisch überlastete Gesundheitssystem und der eingeschränkte Zugang zu medizinischer Versorgung die Eindämmung. Sieben von zehn der jüngsten Ebola-Todesfälle ereigneten sich laut WHO außerhalb von Behandlungszentren. Es fehlt an Schutzausrüstung: 301 Gesundheitskräfte haben sich bereits infiziert, 48 von ihnen sind gestorben. Ausbleibende Löhne führten zu Streiks. Hinzu kommen im Internet verbreitete Falschmeldungen, die Feindseligkeiten gegenüber Hilfskräften und Bestattungspersonal schüren.
Die Geberländer haben für die Ebola-Bekämpfung zwar 2,1 Milliarden US-Dollar angekündigt. Laut einer ONE-Analyse summieren sich die neuen Mittel auf lediglich 28,5 Millionen US-Dollar. ONE fordert die Industrieländer auf, neues Geld in die Hand zu nehmen, um eine wirksame Reaktion vor Ort zu finanzieren. Dazu sagt Lisa Ditlmann, Deutschland-Direktorin von ONE: „Wir kennen leider nur die offiziellen Zahlen – die Dunkelziffer dürfte weitaus höher liegen. Hinter jedem Todesfall steht eine trauernde Familie. Es gibt allerdings auch eine gute Nachricht: Wir können diese Epidemie eindämmen und stoppen. Uganda macht es vor – dort hat die Regierung den Ausbruch bei 20 Infektionen eingedämmt und beendet. Doch mit kreativer Buchführung hält man keine Epidemie auf. Reiche Länder wie Deutschland müssen jetzt frisches Geld bereitstellen, damit Gesundheitskräfte in der DR Kongo bezahlt und geschützt werden. Jeder Tag Verzögerung kostet Menschenleben.”
Zudem fordert ONE die Industrieländer dazu auf, dafür zu sorgen, dass multilaterale Akteure wie die Impfstoff-Initiative CEPI, die Impfallianz Gavi oder der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria die Mittel haben, um die Entwicklung und Verteilung von Präventionsmaßnahmen und Behandlungen zu unterstützen, sobald diese verfügbar sind.
Informationen für Journalist*innen:
- Der gegenwärtige Ebola-Ausbruch wird durch die sogenannte Bundibugyo-Variante verursacht, gegen die es derzeit weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine Behandlung gibt. Klinische Studien zur Erprobung von Impfstoffen laufen. Die Epidemie ist die bisher größte in der Geschichte der DR Kongo und die zweitgrößte, die je in Afrika verzeichnet wurde. Neben der DR Kongo wurden auch Fälle in Uganda, Kenia und Nigeria bestätigt.
- Ebola belastet ein Gesundheitssystem, das bereits mit anderen Krisen zu kämpfen hat. In der DR Kongo wurden bis zum 30. August 44.773 Verdachtsfälle von Cholera verzeichnet. Bis zum 14. Oktober gab es in diesem Jahr 71 Polio-Fälle, im gesamten Jahr 2025 waren es sieben. UNICEF berichtete im August, dass die Inanspruchnahme grundlegender Gesundheitsdienste in den vier Krisenherden in Ituri zwischen April und Juni um 42 Prozent zurückgegangen ist. In Mongbwalu sank die Erstimpfung gegen Masern um 69 Prozent. Die WHO meldete am 28. August, dass sich die Zahl der Müttersterblichkeitsfälle in Ituri seit Mai verdoppelt hat.
- Weitere Daten und Analysen zum Ebola-Ausbruch finden Sie bei ONE Data: https://data.one.org/analysis/2026-ebola-outbreak
ONE ist eine globale überparteiliche Organisation, die sich für wirtschaftliche Chancen und ein starkes Gesundheitswesen in Afrika einsetzt. Dafür fordern wir die nötigen Investitionen. Seit 2004 hat ONE dazu beigetragen, neue Investitionen in Höhe von mehr als einer Billion US-Dollar zu sichern, um eine sicherere und wohlhabendere Welt zu schaffen. Unsere Arbeit stützt sich auf belastbare Daten und umfasst Aktivismus an der Basis, politische Bildung und politisches Engagement sowie strategische Partnerschaften, um die Politik zu überzeugen. Mehr auf www.one.org.
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