Militärschwergewichte der OECD geben siebenmal mehr für Verteidigung aus als für Entwicklungszusammenarbeit und Diplomatie
Berlin, 11. Februar 2026. Zwei Tage vor der Münchner Sicherheitskonferenz (13.-15. Februar) veröffentlich die Entwicklungsorganisation ONE ihren Bericht „Das Sicherheitsparadox: Mehr Verteidigung, Weniger Stabilität?”. Darin untersucht ONE die sicherheitsbezogenen Ausgaben der zehn OECD-Länder mit den höchsten Verteidigungsausgaben zwischen 2015-2024 – und kommt zu einem klaren Ergebnis: Sicherheitspolitik setzt immer stärker auf „Hard Power” statt „Soft Power”.
Für jeden US-Dollar, den die zehn OECD-Ländern mit den höchsten Verteidigungsbudgets in die Entwicklungszusammenarbeit und Diplomatie investieren, stecken sie sieben Dollar in die Rüstung. Während die Militärausgaben in den vergangenen zehn Jahren von 1,14 Billionen US-Dollar (2015) auf 1,45 Billionen (2024) um fast 30 Prozent gestiegen sind, stagniert oder sinkt die Entwicklungszusammenarbeit gemessen an der Wirtschaftskraft der meisten dieser OECD-Staaten.
Stephan Exo-Kreischer, Europa-Direktor von ONE, sagt: „Angesichts wachsender Konflikte in der Welt investieren viele OECD-Länder massiv in ihre Verteidigungsfähigkeit. Leider passiert dies zulasten der Entwicklungszusammenarbeit und der Diplomatie – genau die Instrumente, die uns vor künftigen Krisen bewahren und Konflikte lösen sollen. Mit Panzern und Kampfflugzeugen lassen sich weder der Klimawandel noch Pandemien bekämpfen.“
Das wachsende Ungleichgewicht zwischen den 3Ds (Defense, Development & Diplomacy) untergräbt nicht nur den Anspruch auf mehr Sicherheit, der mit den steigenden Verteidigungsausgaben verknüpft ist, sie hat auch geopolitische Folgen. Dazu Exo-Kreischer: „Von der Neuen Seidenstraße bis zum größten diplomatischen Netzwerk der Welt – China investiert gleichermaßen in Verteidigung, Entwicklung und Diplomatie und baut so seinen globalen Einfluss aus. Russland sichert sich mehr Einfluss in fragilen Staaten, indem es militärische Unterstützung gegen politische Loyalität tauscht. Wenn OECD-Staaten ihren globalen Einfluss und ihre Sicherheit wahren wollen, können sie nicht bei der Entwicklungszusammenarbeit und der Diplomatie sparen. So verlieren sie den ‚Soft Power’-Wettbewerb und sind unvorbereitet gegen die Bedrohungen von morgen.”
ONE fordert die OECD-Staaten auf, in eine vernetze Sicherheit zu investieren:
- Steigende Verteidigungsausgaben müssen mit steigenden Investitionen in die Entwicklungszusammenarbeit und Diplomatie einhergehen.
- Mittel für Entwicklung und Diplomatie müssen gezielt auf Prävention ausgerichtet sein
- Globale Gesundheit muss als sicherheitsrelevantes Thema begriffen werden
Informationen für Journalist*innen:
- ONEs Europa-Direktor wird bei der Münchner Sicherheitskonferenz sein und für Hintergrundgespräche und Interviews zur Verfügung stehen. Bitte nehmen Sie hierfür Kontakt auf mit Scherwin Saedi: 0152 / 03 77 14 29, [email protected]
- Eine Übersicht über die Ergebnisse des Berichts finden Sie hier: https://bit.ly/TheSecurityParadox_ataglance
- Den Bericht in voller Länge finden Sie hier: https://bit.ly/msc-report-2026
ONE ist eine globale überparteiliche Organisation, die sich für wirtschaftliche Chancen und ein starkes Gesundheitswesen in Afrika einsetzt. Dafür fordern wir die nötigen Investitionen. Unsere Arbeit stützt sich auf belastbare Daten und umfasst Aktivismus an der Basis, politische Bildung und politisches Engagement sowie strategische Partnerschaften, um die Politik zu überzeugen. Mehr auf www.one.org.
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