EU-Haushalt: In Potenziale investieren

Als weltgrößter Geber von Mitteln für öffentliche Entwicklungszusammenarbeit (Official Development Assistance, ODA) kann die Europäische Union die Weichen stellen, damit wir die UN-Nachhaltigkeitsziele bis 2030 erreichen. Dafür sollte sie mit gutem Beispiel vorangehen: Im Zuge der Neubewertung ihres Siebenjahreshaushalts (Mehrjähriger Finanzrahmen, MFR) für die Zeit nach dem Brexit sollte die EU ihre finanziellen Zusagen für die Armutsbekämpfung nicht nur aufrechterhalten, sondern ausweiten. Wenn die EU-Staaten spürbare Fortschritte dabei machen, das 0,7-Prozent-Ziel zu erreichen und die EU-Institutionen weiterhin rund 20 Prozent der Gesamt-ODA der EU beitragen, dann müsste der neue MFR in den kommenden 7 Jahren rund 140 Milliarden Euro für Entwicklungszusammenarbeit bereitstellen.

Neue Analysen von ONE zeigen: Wenn die EU die Hälfte dieser Mittel für Bildung, Gesundheit und soziale Sicherung in den am wenigsten entwickelten und fragilen Staaten Afrikas einsetzt, kann sie damit :

  • 32,5 Millionen Kinder pro Jahr den Zugang zu Vor-, Grund- und Mittelschulbildung ermöglichen.
  • Zugang zu medizinischer Grundversorgung und Ernährung für 43,5 Millionen Menschen pro Jahr ermöglichen – mehr als die Hälfte der Bevölkerung Deutschlands.
  • 50,3 Millionen Menschen pro Jahr mit einem sozialen Sicherungsnetz unterstützen.

Auf globaler Ebene könnte die EU außerdem antiretrovirale Therapien für fast eine Million Menschen bereitstellen, die mit HIV leben. Oder 5,5 Millionen an Malaria erkrankten Menschen eine Behandlung ermöglichen.

Mit diesem Bericht fordert ONE Entscheidungsträger*innen in der EU dazu auf, sich jetzt entschieden gegen extreme Armut einzusetzen – angefangen bei einem ehrgeizigen aber notwendigen Entwicklungsbudget im EU-Haushalt.

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