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Weltwassertag 2026: Warum der Zugang zu sauberem Wasser eine globale Aufgabe bleibt

Nicht alle Menschen auf der Welt haben Zugang zu sauberem Wasser zum Trinken und für die tägliche Hygiene. Der Artikel zeigt, warum Wasser für Schülerinnen in Tansania entscheidend ist, wie ungleich Wasserzugang in Kenia verteilt ist und welche Wege aus der globalen Wasserkrise führen können.

Die Bedeutung von Wasser: Trinkwasser und WASH 

WASH ist eine englische Abkürzung und steht für Water, Sanitation and Hygiene (Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene). Das Konzept WASH umfasst verschiedene Bereiche, in denen der Zugang zu sauberem Wasser wichtig ist: Wasser zum Trinken, für Sanitäranlagen sowie für Körperhygiene.

Weltweit sind über zwei Milliarden Menschen von Wassermangel betroffen, das bedeutet sie haben keinen gesicherten regelmäßigen Zugang zu Trinkwasser. Die Wasserversorgung für Sanitäranlagen ist für 4,2 Milliarden Menschen nicht gesichert. Außerdem haben zwei Fünftel der Gesundheitseinrichtungen weltweit weder Wasser noch Seife noch Händedesinfektionsmittel, so der Bericht zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDG) 2020. Diese Zahlen zeigen, dass der Zugang zu sauberem Wasser – eine Grundlage für ein gesundes Leben – weltweit für viele Menschen weiterhin unsicher ist.

Ein Glas Trinkwasser
Wasser hat neben der Hydrierung des Körpers durch Trinken noch viele weitere wichtige Funktionen für den Menschen, Quelle: pixabay.

Wasserzugang und Schulbesuch in Tansania

Überall auf der Welt können täglich Millionen Mädchen die Schule nicht besuchen, weil sie ihre Periode haben. In Ostafrika sind es besonders viele, da oft sanitäre Einrichtungen fehlen, die während der Menstruation die nötige Privatsphäre bieten. Scham und Angst vor Blut auf der Kleidung führen dazu, dass viele Schülerinnen während dieser Zeit zu Hause bleiben. Das berichtet die Entwicklungsorganisation well:fair.

Daliila lebt in Ikonongo in Tansania. Dort hat well:fair gemeinsam mit Partnerorganisationen vor Ort neue Sanitäranlagen mit Wasser und getrennten Toiletten gebaut. Hier können sich Schülerinnen waschen und Menstruationsprodukte sicher entsorgen. Der Zugang zu sauberem Wasser und Hygiene reduziert das Risiko von Infektionen und stärkt das Selbstvertrauen der Mädchen sowie ihre Beteiligung im Unterricht. Ein wichtiger Teil des Projekts ist auch Aufklärung, um die Tabus rund um Menstruation zu brechen. Hier werden Schüler*innen aller Geschlechter, Lehrer*innen und andere Menschen aus der Gemeinde einbezogen.

Schulkinder in blauer Schuluniform waschen sich die Hände.
Schulkinder beim Hände waschen in der Iringa Region in Tansania, Foto: well:fair.

Weltwassertag 2026 erinnert an den ungleichen Zugang zu Wasser

Der Weltwassertag 2026 wird am 22. März unter dem Motto „Wasser und Geschlecht“ begangen. Denn Frauen und Mädchen sind häufiger stärker von der globalen Wasserkrise betroffen als Männer. Das liegt unter anderem daran, dass Frauen auf den Entscheidungsebenen, auf der die Wasserversorgung geregelt wird, unterrepräsentiert sind.[1]

Doch der Zugang zu sauberem Wasser unterscheidet sich nicht nur nach Geschlecht, sondern auch geographisch. Besonders betroffen von Wasserknappheit sind Länder in Afrika, Asien und Lateinamerika. Die Hälfte der Menschen, die von Wassermangel betroffen sind, lebt in Afrika. Grund dafür ist auch die durch den Klimawandel verursachte Zunahme von Extremwetter wie Dürren. Länder im Globalen Süden sind davon besonders betroffen, obwohl sie im Vergleich zum Globalen Norden weniger zum Klimawandel beitragen. Darüber hinaus ist die Infrastruktur für die Wasserversorgung in Städten meist besser als in ländlichen Regionen.

Wasser und Welle im Ozean
97 Prozents des Wassers weltweit ist Salzwasser, wie in den Ozeanen, nur knapp 3 Prozent ist Süßwasser, Quelle: Pexels.

Kenia: Unterschiede in der Wasserversorgung zwischen Stadt und Land

Seit Anfang des Jahrhunderts hat sich die Anzahl der Menschen in Kenia mit Zugang zu Wasser von 15 Millionen auf 33 Millionen Menschen mehr als verdoppelt. Doch das bedeutet, dass trotzdem 38 Prozent der Bevölkerung keinen Zugang zu sauberem Wasser haben.[2]

Dieser Anteil ist in der Stadt niedriger und auf dem Land höher. In ländlichen Regionen haben 48 Prozent der Menschen keinen Zugang zu einer einfachen Wasserversorgung. Das heißt, sie müssen Wasser aus Tümpeln und Bächen nutzen, das oft nicht sauber ist und deshalb ein Gesundheitsrisiko darstellt.[3]

Nairobi bei Nacht, Hauptstadt Kenia.
Nairobi, die Hauptstadt des ostafrikanischen Landes Kenia, Quelle: Getty Images.

Jetzt gegen die Bedrohung einer globalen Wasserkrise handeln

Der Bedarf an Frischwasser wächst jedes Jahr weltweit um ein Prozent. Gleichzeitig sinken laut der Weltorganisation für Meteorologie die Wasserspeicher um einen Zentimeter pro Jahr. Wetterextreme wie Dürren verschlimmern den Wassermangel. 

Um handlungsfähig gegen die Wasserkrise zu sein, braucht es eine neue Wertschätzung für Wasser. Jeder Mensch spielt eine Rolle am Weltwassertag, so UN-Generalsekretär António Guterres. Gleichzeitig braucht es bessere Frühwarnsysteme gegen Dürren und Überflutungen, um besser auf die Katastrophen reagieren zu können. Außerdem müssen neben globalen politischen Maßnahmen zum Ressourcenmanagement, lokale Lösungen gegen Wassermangel gefunden werden.[4] Ein Beispiel dafür ist Kenia: In einigen Regionen nutzen Menschen natürliche Felsformationen, um Regenwasser aufzufangen. Dieser kann als Trinkwasser genutzt werden.[5]

Ausgetrockneter Wüstenboden
Die Dürre ist gleichzeitig Anzeichen und Treiber der globalen Wasserkrise, Quelle: Aflo Images.

Warum sauberes Wasser so wichtig für nachhaltige Entwicklung ist 

Das sechste Ziel für nachhaltige Entwicklung (SDG 6) ist es, jedem Menschen bis 2030 einen sicheren Zugang zu sauberem Wasser und Sanitäreinrichtungen zu ermöglichen. Ohne sauberes Wasser sind auch andere Nachhaltigkeitsziele in Gefahr, wie SDG 3 zu Gesundheit und Wohlergehen. Denn für den Schutz vor übertragbaren Krankheiten braucht es sauberes Wasser und eine gute Hygiene. Hier sind WASH-Programme besonders wichtig.

Geschlechterungleichheit wird durch die Wasserkrise verschärft. In vielen Regionen der Welt sind Frauen und Mädchen für die Wasserbeschaffung verantwortlich. Dadurch verpassen sie häufig Schulbildung oder Ausbildung und haben langfristig schlechtere Chancen im Berufsleben. 

Der Zugang zu sauberem Wasser ist die Grundlage für ein gesundes Leben und eng verbunden mit anderen Zielen für nachhaltige Entwicklung. Um dieses Ziel noch bis 2030 zu erreichen, müssen die bisherigen Anstrengungen vervierfacht werden, so die WMO. Die Wasserkrise trifft zwar einige Regionen stärker als andere – dennoch betrifft sie die ganze Welt. Lösungen zu finden ist daher eine gemeinsame Aufgabe der Weltgemeinschaft.

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[1] https://unu-edu.translate.goog/ias/seminar/world-water-day-2026-water-and-gender?_x_tr_sl=en&_x_tr_tl=de&_x_tr_hl=de&_x_tr_pto=sge

[2] https://washdata.org/data/household#!/dashboard/new

[3] https://wellfair.ngo/wash-in-kenia/

[4] https://dgvn.de/meldung/die-globale-wasserkrise

[5] https://www.welthungerhilfe.de/aktuelles/aktuelle-artikel/kenia-mit-felsen-regen-fangen

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