Das Jahr 2026 bringt auf dem afrikanischen Kontinent zahlreiche bedeutende Wahlen, die die politische Stabilität und die wirtschaftliche Entwicklung entscheidend beeinflussen können. Damit beeinflussen die Wahlen die geopolitische Lage und sind international relevant. Viele Staaten stehen vor Herausforderungen. Besonders die Wahlen in Uganda, Benin, der Republik Kongo und Dschibuti ziehen internationale Aufmerksamkeit auf sich.
Uganda: Präsidentschaftswahl am 15. Januar 2026
In der Republik Uganda wurde am 15. Januar 2026 der Präsident gewählt. Yoweri Museveni, seit vier Jahrzehnten im Präsidialamt, wurde von der Wahlkommission erneut zum Wahlsieger ernannt. Die Opposition unter Bobi Wine sprach bei der Wahl von Wahlbetrug. Der Oppositionspolitiker ist vor allem bei jungen und armen Menschen beliebt. Berichten zufolge ist Wine, nach einem gescheiterten Haftversuch, in Ugandas Hauptstadt Kampala geflohen. Den Machtkampf zwischen den Wine und Museveni beschreibt die taz als „Kampf von Jung gegen Alt, Arm gegen Reich, Wandel gegen Establishment“.

Trotz der Repressionen gegen die Opposition gilt Uganda als Stabilitätsfaktor in Ost-Afrika. Das Land ist eines der größten Aufnahmeländer für Geflüchtete auf dem afrikanischen Kontinent. Gleichzeitig verschlechterte sich die Menschenrechtslage durch das 2023 verabschiedete Anti-Homosexualitätsgesetz, das trotz internationaler Kritik vom Verfassungsgericht bestätigt wurde. Trotz einer langen stabilen wirtschaftlichen Entwicklung steht Uganda damit vor der Herausforderung, politische Öffnung, Menschenrechte und soziale Belastungen durch hohe Flüchtlingszahlen miteinander in Einklang zu bringen.[1] Wirtschaftlich ist Uganda stark von Handel, Landwirtschaft und Tourismus geprägt. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) fördert mit Partner*innen vor Ort besonders die Bereiche ländliche Entwicklung, Energie und Klima sowie gute Regierungsführung.
Republik Kongo: Präsidentschaftswahl am 22. März 2026
Die Präsidentschaftswahlen in der Republik Kongo sind für den 22. März 2026 vorgesehen. Präsident Denis Sassou Nguesso, seit 1997 im Amt und zuvor von 1979 bis 1992, kandidiert erneut. Laut der US-amerikanischen Organisation Freedom House sind Dissident*innen politischen Repressionen ausgesetzt. Politische Beobachter*innen schätzen, dass Nguesso weiterhin Präsident bleibt.[2]

Die Republik Kongo liegt im Westen Afrikas und grenzt östlich an die Demokratische Republik Kongo. Die Republik Kongo gehört zu den größten Erdölerzeugern auf dem afrikanischen Kontinent – entsprechend ist die Wirtschaft stark vom Öl abhängig. Doch der Reichtum ist ungleich verteilt, fast jede*r zweite Kongoles*in lebt unter der internationalen Armutsgrenze von 2,15 US-Dollar am Tag. Außerdem bleibt die medizinische Versorgung in ländlichen Gebieten sowie in Städten eine Herausforderung.[3] Vor allem im Norden und Nordwesten des Landes gibt es immer wieder Ebola-Ausbrüche.
Kamerun: Parlamentswahlen im März 2026
Im März 2026 finden in der Republik Kamerun Parlamentswahlen statt. Kamerun ist eine Mehrparteiendemokratie, allerdings wird das Land seit 1960 ununterbrochen von der gleichen Partei regiert. Diese sichert sich auf allen politischen Ebenen eine Vormachtstellung. Seit 2016 ist Kamerun zunehmend von inneren Konflikten und wachsenden politischen, gesellschaftlichen und ethnischen Spannungen betroffen.[4]

Wirtschaftlich gilt Kamerun als entwicklungspolitischer Anker der Region. Das Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) arbeitet eng mit der Regierung in Kamerun zusammen, denn als ehemalige deutsche Kolonie verbindet die beiden Länder eine tiefe und komplexe Beziehung. Ein wichtiger Punkt der Zusammenarbeit, der für beide Länder von Interesse ist, ist Klimaschutz. Konkret betrifft das den Schutz und die nachhaltige Nutzung der Regenwälder in Kamerun. Außerdem soll die Modernisierung der Landwirtschaft, die Ernährungssicherheit stärken. Herausforderung für die Entwicklung von Kamerun sind ein erheblicher Reform- und Investitionsstau.[5]
Benin: Präsidentschaftswahlen im April 2026
In der Republik Benin sind für April 2026 Präsidentschaftswahlen angesetzt. Präsident Patrice Talon tritt nach zwei Amtszeiten nicht erneut an und Wirtschaftsminister Romuald Wadagni gilt als wahrscheinlicher Nachfolger. Zurzeit erholt sich das westafrikanische Land noch von einem Putschversuch im Dezember 2025, was die politische Ausgangslage sensibel macht. Soldat*innen hatten im Dezember die Absetzung des Präsidenten verkündet, doch kurz darauf berichteten Regierungsmitglieder, dass die Situation wieder unter Kontrolle sei.

Im Januar 2026 fanden in Benin die Parlamentswahlen statt. Die beiden Parteien, die den Präsidenten stellen haben alle 109 Sitze gewonnen, erklärte die Autonome Nationale Wahlkommission.[6]
Landwirtschaft ist der wirtschaftliche Schwerpunkt von Benin und das Land ist in den letzten Jahren zum führenden Baumwollproduzenten des afrikanischen Kontinents geworden. Die Regierung möchte durch Investitionen in Infrastruktur, Energie und Logistik, die Weiterverarbeitung landwirtschaftlicher Produkte im eigenen Land zu stärken. Angesichts eines hohen Bevölkerungswachstums und eines großen informellen Sektors reicht das Wirtschaftswachstum jedoch bislang nicht aus, um Armut nachhaltig zu reduzieren.[7]
Dschibuti: Präsidentschaftswahlen im April 2026
Die Präsidentschaftswahlen in der Republik Dschibuti sind für April 2026 geplant. Präsident Ismail Omar Guelleh strebt eine sechste Amtszeit an, nachdem das Parlament die Altersgrenze aufgehoben hat.[8] Die Wahlen in Dschibuti werden von internationalen Mächten aufgrund seiner strategischen Lage am roten Meer genau beobachtet.

Dschibuti grenzt an Eritrea, Somalia und Äthiopien. Im Gegensatz zu letzterem besitzt es einen Zugang zum Meer. Das macht das ostafrikanische Land zu einem wichtigen regionalen Knotenpunkt für Energie- und Transportprojekte.[9]Ausländische Investitionen – insbesondere aus China – haben zum wirtschaftlichen Aufschwung von Dschibuti geführt.[10] Trotzdem leben 23 Prozent der Bevölkerung in extremer Armut. Gleichzeitig sind eine hohe Arbeitslosenquote und eine unzureichende medizinische Versorgung Herausforderungen des Landes. Deshalb treten Krankheiten wie Cholera, Typhus, Hepatitis A und Malaria immer wieder auf.
Algerien: Parlamentswahlen im Juni 2026
In der Demokratischen Volksrepublik Algerien stehen für Juni 2026 Parlamentswahlen an. Die aktuelle Regierungspartei ist die Nationale Befreiungsfront (FLN), die Algerien nach der Unabhängigkeit 1962 bis 1989 regierte. Das nordafrikanische Land ist den wichtigsten internationalen Menschenrechtsabkommen beigetreten. Doch Nichtregierungsorganisationen bemängeln Einschränkungen in der Meinungs-, Versammlungs-, und Pressefreiheit.[11]

Algerien ist das größte Land Afrikas und wirtschaftlich stark von Erdöl- und Erdgasexporten abhängig. Um die Abhängigkeit von Öl und Gaspreisen des Weltmarktes zu verringern, strebt das Land eine stärkere wirtschaftliche Diversifizierung an. Eine weitere Herausforderung für Algerien ist es, ausreichend Arbeitsplätze für seine sehr junge Bevölkerung zu schaffen. Zusätzlich geraten natürliche Ressourcen – insbesondere im dicht besiedelten Norden – durch Bevölkerungswachstum und Klimawandel zunehmend unter Druck.[12]
Fazit: 2026 ein entscheidendes Wahljahr für Afrika
Die Wahlen in Afrika 2026 sind von großer Bedeutung für Demokratie, politische Stabilität und wirtschaftliche Entwicklung. Während Uganda schon gewählt hat, stehen die Wahlen in Benin, der Republik Kongo, Dschibuti, Kamerun und Algerien noch bevor. Die Ergebnisse werden die politische Ausrichtung und die Glaubwürdigkeit der Demokratie in den Ländern direkt prägen. Außerdem beeinflussen sie auch regionale Bündnisse und globale Kooperationen sowohl im Bereich Wirtschaft als auch Sicherheit. In einer globalisierten Welt, wie der unseren, haben lokale Entwicklungen in Afrika auch Einfluss auf den Rest der Welt. Gerade aus einer geopolitischen Perspektive hängen die Sicherheitsinteressen in afrikanischen Ländern auch mit denen europäischer Länder zusammen. Gleichzeitig besteht eine historische Verantwortung ehemaliger Kolonialmächte gegenüber den Ländern, die sie gewaltvoll unterdrückt haben. Denn viele aktuelle Entwicklungen hängen noch immer damit zusammen.
Wie gut kennst du dich mit Afrikas Zukunftspotenzial aus? Teste hier dein Wissen!
[1] https://www.bmz.de/de/laender/uganda
[2] https://www.dw.com/de/afrikas-wahlen-2026-was-steht-auf-dem-spiel/a-75598404
[3] https://www.aktion-deutschland-hilft.de/de/fachthemen/afrika/kongo/#:~:text=Geschichte%20&%20Politik%20des%20Kongo%20im,Jahr%20wurde%20ein%20Waffenstillstand%20vereinbart.
[4] https://www.bmz.de/de/laender/kamerun/politische-situation-16364
[5] https://www.bmz.de/de/laender/kamerun
[6] https://www.dw.com/de/afrikas-wahlen-2026-was-steht-auf-dem-spiel/a-75598404
[7] https://www.bmz.de/de/laender/benin/wirtschaftliche-situation-21640
[8] https://table.media/africa/analyse/politischer-jahresausblick-diese-wahlen-sollten-sie-2026-auf-dem-schirm-haben
[9] https://www.ghorfa.de/de/dschibuti-regionale-handels-und-logistikdrehscheibe/
[10] https://www.aktiongegendenhunger.de/afrika/dschibuti
[11] https://www.auswaertiges-amt.de/de/service/laender/algerien-node/222160-222160
[12] https://www.giz.de/de/regionen/afrika/algerien