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#PolitikGewissen – Spotlight an für Globale Gerechtigkeit!

Wir sind das Gewissen der Weltpolitik. Und das Gewissen soll die Politiker*innen an ihre Versprechen erinnern, die drängenden globalen Herausforderungen unserer Zeit anzugehen. Das haben wir im Laufe des letzten Jahres mit vielen unterschiedlichen Aktionen getan: Von Postkarten -Sammeln über einen Twitter Storm bis hin zur eigenen Bushaltestelle. Kurz vor der Wahl und während der Koalitionsverhandlungen wollten wir besonders viel Lärm machen und an das Gewissen der Politiker*innen so laut wie möglich appellieren, damit sie nicht vergessen globaler Gerechtigkeit im Koalitionsvertrag Vorfahrt einzuräumen!

Deshalb haben wir nicht 1, nicht 2, auch nicht 3 oder 4, sondern gleich 5 PR-Stunts durchgeführt. PR-Stunts sind Aktionen, die einzigartig sind und mächtig Eindruck hinterlassen sollen. Insgesamt haben wir fünf ganz unterschiedliche Stunts durchgeführt: Mal alleine, mal mit anderen Organisationen; mal mit einer Projektion, mal mit Kaffee; mal mit mehr Aufmerksamkeit, mal mit weniger – aber immer mit einem Ziel: Globale Gerechtigkeit auf die Agenda zu bringen und im Koalitionsvertrag fest zu verankern!

1. Projektions-Stunt: Wahlkampf für globale Gerechtigkeit

Das Thema Globale Gerechtigkeit kam während des Wahlkampfes viel zu kurz. Das wollten wir ändern: Vor dem anstehenden TV-Triell bei ARD & ZDF projizierten wir daher eine Botschaft an das Bundeskanzleramt und vor den Reichstag: Zu sehen waren die Köpfe der drei Kanzlerkandidat*innen verbunden mit dem Aufruf “Machen Sie die Welt gerechter!”. So wollten wir kurz vor der Wahl nochmal richtig Druck auf die Politiker*innen ausüben und die Aufmerksamkeit der Medien gewinnen. Zu fünft zogen wir mit Lastenfahrrad und Beamer los und brachten das Regierungsviertel zum Leuchten. Das Passende: Zeitgleich fand zudem das “Festival of Lights” in Berlin statt. So blieb unsere Guerilla-Projektions-Aktion lange unbemerkt und die Foto-Journalist*innen konnten ungestört tolle Fotos machen, die es sogar in einige Medien geschafft haben!

2. CSO-Stunt: 13 Organisationen zum Start der Koalitionsverhandlungen

Zum Start der Koalitionsverhandlungen am 27. Oktober kamen wir mit 13 weiteren Entwicklungsorganisationen zu einem Stunt vor dem Willy-Brandt-Haus zusammen. Als Ampeln verkleidet, mit großen Plakaten auf Fahrradanhängern, mit Schildern in der Hand sowie in Begleitung von Olaf Scholz, Annalena Baerbock und Christian Lindner als Pappaufsteller forderten wir unter dem Motto „Koalitionspartner*innen gesucht“ die Verhandler*innen zu mehr Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe auf. Die Protestaktion war Teil der von der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung initiierten Kampagne #ZusammenWeiterEntwickeln. So wurde die Aktion auch von einer starken Kommunikation in den sozialen Medien unter diesem Hashtag begleitet. Neben uns waren folgende Entwicklungsorganisationen an dem Stunt beteiligt: Aktionsbündnis gegen AIDS, CARE Deutschland, CBM Christoffel-Blindenmission, Friends of the Global Fund Europe, die Stiftung Gesunde Erde – Gesunde Menschen, Global Citizen, Oxfam, Plan International Deutschland, Save the Children Deutschland, SOS-Kinderdörfer weltweit und World Vision Deutschland.

3. Kaffee-Stunt: Fairer Kaffee in die Tasse – und in Koalitionsvertrag

Am 9. November 2021 sind wir – die ONE-Aktivist*innen und Mitarbeitende aus dem ONE-Team – losgezogen und forderten die Verhandler*innen dazu auf, fair gehandelten Kaffee von der Kaffeesteuer auszunehmen. Ein Anliegen, für das wir uns seit dem Start unserer Kampagne „Fairness darf kein Luxus sein“, die wir gemeinsam mit nuruCoffee von Sara und Sali Nuru ins Leben gerufen haben, aktiv einsetzen. Unser Ziel: Fairer Kaffee soll preislich attraktiver und so häufiger gekauft werden. Denn bei fair gehandeltem Kaffee werden die Kaffeebauern und -bäuerinnen fair bezahlt und Sozial- und Umweltstandards beachtet. So zogen wir mit einem Bollerwagen und als Annalena Baerbock, Robert Habeck, Olaf Scholz und Christian Lindner verkleidet los und schenkten fair gehandelten Kaffee vor den Parteizentralen von Bündnis 90/Die Grünen und FDP aus. In der Hoffnung das sich dort die Koalitionsverhandlungen zwischen SPD, Bündnis 90/Die Grünen und der FDP ereignen, damit die Verhandler*innen auf das Anliegen aufmerksam, sodass es bestenfalls im Koalitionsvertrag verankert wird. Da jedoch größtenteils Stillschweigen über den Verhandlungsort bewahrt wurde, ist es uns nicht gelungen, zu richtigen Stelle am richtigen Ort zu sein. Dafür haben wir mit der kleinen und relativ spontanen Aktion einige Mitarbeitende der Parteizentralen abfangen können, die unser Infomaterial mit reingenommen haben. Außerdem haben wir vielen schönen Content für unsere Online Kanäle erstellen können – und natürlich eine Menge Spaß gehabt! Leider hat es die Kaffeesteuer nicht in den Koalitionsvertrag geschafft und allgemein hat fairer Handel dort nicht viel Aufmerksamkeit erhalten. Das muss diese Legislaturperiode passieren – wir bleiben dran!

4. Stunt zu den Hauptverhandlungen: Das BMZ muss bleiben!

Zum Auftakt der Hauptverhandlungsrunde am 15. November sind wir wieder in Kooperation mit den 13 Entwicklungsorganisationen vor der Hamburger Landesvertretung zu einer Protestaktion zusammengekommen. Während der Koalitionsverhandlungen stand zur Debatte, dass das Entwicklungsministerium aufgelöst bzw. mit einem anderen zusammengelegt werden kann. Das wollten wir unbedingt verhindern. Denn angesichts der massiven globalen Herausforderungen wie der Klimakrise oder der Corona-Pandemie muss ein eigenständiges Ministerium für Entwicklungszusammenarbeit auch in Zukunft seinen Platz am Kabinettstisch behalten. Daher forderten wir von der Ampel-Koalition, sich im Koalitionsvertrag zu einer eigenständigen und ausreichend finanzierten Entwicklungspolitik auf Augenhöhe mit Deutschlands Partnerstaaten zu bekennen. Wieder mit unseren Pappaufstellern und Plakaten im Gepäck haben wir dieses Mal besonders viel Lärm gemacht. Zwei von den Hauptverhandler*innen, Annalena Baerbock und Robert Habeck, kamen sogar zu uns Protestierenden! Diesmal gab es nicht nur schöne Bilder für Social Media, auch in den Medien wurde über die Aktion berichtet und auch die Verhandler*innen konnten uns nicht übersehen (na, erkennt ihr ihn auf dem unteren Bild?). Und es hat sich gelohnt: Das BMZ bleibt bestehen!

5. Virtueller Stunt: Überall ist der richtige Ort, um sich für globale Gerechtigkeit stark zu machen

Du hast es vielleicht schon gemerkt – alle diese Stunts waren in Berlin. Klar, hier sind schließlich auch die Koalitionsverhandlungen. Aber um für die Stimme für globale Gerechtigkeit zu erheben, musst du nicht in Berlin wohnen! Unsere Aktivist*innen sind in ganz Deutschland zerstreut. Damit auch sie bei einem Stunt dabei sein konnten, haben wir uns etwas ganz Besonderes überlegt: Einen virtuellen Stunt. Sieben unserer Jugendbotschafter*innen haben dafür posiert und wurden dann von unserem Design-Team in einem Stunt zusammen gezaubert! Am 22. November, für den Endspurt der Verhandlungen, war es dann so weit: Unsere Aktivist*innen in ganz Deutschland haben das Bild des virtuellen Stunts sowie unsere Forderungen gepostet und getweet was das Zeug hält! Egal ob auf Twitter, Facebook, Instagram oder bei allen drei gleichzeitig – wir wollten Aufmerksamkeit erzeugen! Dazu wurden die Hauptverhandler*innen getaggt, damit auch sie die Botschaft nicht übersehen: Globale Gerechtigkeit muss in den Koalitionsvertrag!

Und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Vieles was wir gefordert haben, hat es in den Koalitionsvertrag geschafft. Aber keine Sorge: Vor der Wahl ist nach der Wahl und wir bleiben natürlich weiter dran, bis die Welt gerechter wird! Sonst wären wir ja nicht das #PolitikGewissen!

Du hast auch Lust als Aktivist*in bei einem Stunt dabei zu sein und deine Stimme für globale Gerechtigkeit zu geben? Dann engagier dich ehrenamtlich bei ONE!

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