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Klimawandel in Kenia: Warum die Welt Verantwortung trägt

Der Klimawandel in Kenia zeigt sich in immer häufigeren Dürren und Überschwemmungen – mit dramatischen Folgen für Mensch und Natur. Obwohl das Land kaum zur Erderwärmung beigetragen hat, trifft es die Krise besonders hart. Warum globale Verantwortung und Klimaanpassung jetzt entscheidend sind.

Einleitung: Warum der Klimawandel in Kenia ein globales Thema ist 

Der Klimawandel in Kenia macht sich vor allem durch Extremwettereignisse bemerkbar. Der Norden des ostafrikanischen Landes leidet derzeit unter Dürre, während der Westen Maßnahmen gegen Starkregen ergreifen muss. Im März 2026 hat die Regenzeit einen Monat zu früh und außergewöhnlich stark begonnen – 34.000 Menschen mussten in Westkenia vor den Wassermassen fliehen.[1] Der Klimawandel in Kenia steht beispielhaft für ein globales Phänomen: Länder des Globalen Südens, vor allem in Subsahara Afrika haben wenig Verantwortung für die Klimakatastrophe, leiden aber stärker unter seinen Folgen.

Lage Kenia in Afrika
Kenia liegt im Osten Afrikas südlich der Sahara.

Ursachen des Klimawandels und Kenias geringe Verantwortung

Kenia trifft der Klimawandel besonders hart, obwohl das Land nur sehr wenig Verantwortung für sein Voranschreiten trägt. Der gesamte afrikanische Kontinent ist für weniger als vier Prozent der globalen Kohlenstoffdioxid (CO2) Emissionen verantwortlich, das ist viermal weniger als das flächenmäßig deutlich kleinere Europa.[2] Im Vergleich: Deutschland allein ist für 1,5 Prozent des globalen CO2-Austoß verantwortlich. Damit zählt es zu den zehn Ländern, die am meisten Verantwortung für die Klimaerwärmung tragen, denn die Top zehn verursachen über zwei Drittel der Gesamtemissionen weltweit.[3] CO2 ist gilt als Haupttreiber der Klimaerwärmung. Denn CO2 verstärkt den Treibhauseffekt, der den globalen Anstieg der Temperatur nach sich zieht. Mit dem Temperaturanstieg verändert sich auch das Wetter. 

Wie klimabedingte Dürre die Lebensgrundlagen von Viehhirten in Kenia gefährdet

Emathe Lukuto lebt in Daaba, einem kleinen Ort im Norden Kenias und ist Wanderhirte. Früher sei es dort grüner gewesen, aber Fluten und Dürre hätten die Natur verändert, erklärt er. Die Dürre führt dazu, dass nicht die ganze Viehherde überlebt und immer mehr Nutztiere sterben. Das führt zu mehr Viehdiebstahl. Gleichzeitig sinken die Ressourcen an Wasser und Weideland. Die prekäre Situation der Wanderhirten sorgt dafür, dass sie sich bewaffnen, um sich und ihr Vieh zu schützen. Viehdiebstahl wird so immer risikoreicher.[4] Von den Auswirkungen des Klimawandels sind Frauen und andere vulnerable Gruppen besonders betroffen.

Frauen und Vieh in einem Maasai Dorf in Kenia.
Frauen und Vieh in einem Maasai Dorf in Kenia, Foto: Getty Images.

Klimaresistente Landwirtschaft und Frauen in Führungspositionen 

In Malkadaka haben Dürren und Überschwemmungen den Viehbestand so stark verringert, dass er nicht mehr ausreicht, um den Lebensunterhalt der Hirt*innen zu sichern. Da das Dorf über 160km von der nächsten Stadt entfernt liegt, ist die Versorgung mit Ressourcen schwer.  Deshalb hat sich eine Gruppe von Frauen vor Ort zusammengeschlossen und mit Landwirtschaft begonnen, um die Versorgung zu sichern. Der Anbau von Mais und anderem Gemüse ist ein wichtiger Schritt in Richtung Ernährungssicherheit.

Gleichzeitig gefährden Dürren und Schädlingsbefall den landwirtschaftlichen Anbau. Entwicklungsprojekte, die auf die Steigerung der Ernte abzielen, unterstützen die Gemeinden auf ihrem Weg sich an die veränderten klimatischen Bedingungen anzupassen.[5]

Geothermie in Kenia: Erneuerbare Energien als Chance für die Zukunft

Ein weiterer Zweig der Entwicklungszusammenarbeit zwischen Kenia und Deutschland ist der Bereich der erneuerbaren Energien. Kenia bezieht je nach Quelle bereits 75 bis 90 Prozent seiner Energie aus erneuerbaren Quellen. Die Top Energiequelle ist Geothermie, darauf folgen Wind, Wasser und Solarkraft. Bei der Geothermie wird die Hitze im Boden in elektrische Energie umgewandelt – so zum Beispiel im Olkaria-Geothermiekraftwerk.

Neben der Eindämmung des Klimawandels haben erneuerbare Energien in Kenia auch weitere positive Effekte. Die geothermische Energie wird genutzt, um grünen Wasserstoff herzustellen, welcher zur Produktion von Dünger vor Ort verwendet wird. Da Dünger auf dem Weltmarkt sehr teuer ist, ist es hilfreich, wenn dieser nicht importiert werden muss. So tragen erneuerbare Energien indirekt zur Erhöhung der Ernährungssicherheit bei. Hier erfährst du mehr zu erneuerbaren Energien in Kenia.

Ein Geothermiekraftwerk zur Produktion erneuerbarer Energien
Geothermiekraftwerke zur Produktion erneuerbarer Energien, wie dieses in Island, gibt es auch in Kenia, Foto: Science Foto Library.

Entwicklungszusammenarbeit und internationale Verantwortung

Seit 2022 unterstützt das deutsche Entwicklungsministerium Kenia durch eine Klima- und Entwicklungspartnerschaft beim Klimaschutz und bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels.[6] Deutschland ist im Vergleich zu Kenia stärker für den Klimawandel verantwortlich. Diese internationale Verantwortung ist allerdings nur ein Grund, warum Deutschland Kenia bei der Anpassung an den Klimawandel unterstützt. Deutschland hat auch ein eigenes Interesse an Maßnahmen, die den Klimawandel eindämmen. Denn man wird seine Folgen in der Zukunft auch in Deutschland stärker zu spüren bekommen. 

Darüber hinaus lohnt sich Entwicklungszusammenarbeit langfristig. Denn sie rettet Menschenleben und spart Gelder. Sie trägt zur Stabilisierung von Krisenregionen bei und bei der Prävention von Konflikten. Hier erfährst du mehr zu den Vorteilen von Entwicklungszusammenarbeit.

Kenia Natur und Wildtiere
Neben den Menschen, sind auch die Wildtiere in Kenia von der Dürre betroffen, Foto: Getty Images.

Fazit: Kenias Weg zur Klimaanpassung 

Kenia verfolgt eine ehrgeizige Klimapolitik und möchte gleichzeitig wirtschaftliche Entwicklung sowie bessere Lebensbedingungen fördern. Die Wirtschaft ist stark von natürlichen Ressourcen abhängig, weshalb klimabedingte Wetterveränderungen bereits große Auswirkungen haben. Diese Folgen gefährden die Versorgung der Bevölkerung und verschärfen Konflikte.

Doch Kenianer*innen setzen bereits in einigen Bereichen, wie beispielsweise der Energiepolitik und Landwirtschaft Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel um. Dabei werden sie auch von der deutschen Entwicklungspolitik unterstützt. Das ist wichtig, denn Deutschland trägt eine globale Verantwortung für den Klimawandel. Der Klimawandel ist ein globales Phänomen, für das die Weltgemeinschaft die Verantwortung trägt. Manche Länder allerdings mehr als andere. Dieser Fakt muss in der Klimapolitik und internationalen Zusammenarbeit beachtet werden und sich in konkreten Maßnahmen und Programmen widerspiegeln. 

Jetzt will Deutschland an der internationalen Hilfe sparen, mach dich hier mit deiner Stimme dagegen stark.


[1] https://www.zeit.de/gesellschaft/2026-03/ueberschwemmungen-kenia-regen-sturzfluten-nairobi

[2] https://www.youtube.com/watch?v=uMIpWyqHSog&t=105s

[3] https://de.statista.com/infografik/23383/anteil-der-laender-an-den-weltweiten-co2-emissionen/

[4] https://www.zdfheute.de/politik/ausland/klimawandel-kenia-bewaffnete-wanderhirten-100.html

[5] https://www.aktiongegendenhunger.de/afrika/kenia/klimawandel-nachhaltige-landwirtschaft-projekt-frauen

[6] https://www.giz.de/de/projekte/foerderung-von-klimastrategien-und-ndc-umsetzung-auf-distriktebene

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