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5 Fakten über den neuen Ebola-Ausbruch im Kongo 

Im April 2026 begann in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) ein neuer Ebola-Ausbruch. Die internationale Gemeinschaft hat schnell darauf reagiert. In den ersten Junitagen wurden im Eiltempo insgesamt über 330 Millionen US-Dollar von multilateralen Gebern zugesagt, um die Krankheit einzudämmen. Der Pandemic Fund aktivierte zum allerersten Mal seine Notfallfinanzierung, während die Impfallianz Gavi und die Forschungsorganisation CEPI Millionen nachlegten. 

Das Geld ist also da. Trotzdem spitzt sich die Lage in der Provinz Ituri und im Nachbarland Uganda immer weiter zu. 

Warum ist das der Fall? Bei früheren Ausbrüchen brach der Impfstoff Ervebo die Übertragungsketten der Krankheit. Doch im Jahr 2026 stehen die Helfer*innen vor einer völlig neuen Realität.  
 
Hier sind die 5 Fakten, die erklären, warum dieser Ausbruch an biologische und politische Grenzen stößt.

1. Das Ebola-Virus war drei Wochen lang unsichtbar 

Bereits am 24. April verstarb eine Krankenpflegerin in Bunia, der Provinzhauptstadt von Ituri. Das Virus verbreitete sich wochenlang unbemerkt über eine Klinik und bei Beerdigungen. Ärzte ohne Grenzen zählte bereits 55 Todesfälle, bevor klar wurde, dass es sich um Ebola handelt. 

Die Standard-Testkartuschen vor Ort waren blind für den Erreger. Sie waren auf eine andere Virus-Variante kalibriert und schlugen deshalb nicht an. Erst als das nationale Referenzlabor (INRB) in Kinshasa die Proben genetisch sequenzierte, wurde festgestellt, dass es sich bei diesem Ausbruch um die seltene Bundibugyo-Spezies handelt. Das Virus war also drei Wochen unsichtbar, wodurch sich die Krise rasant ausweiten konnte. 

2. Es ist der größte Bundibugyo-Ausbruch der Geschichte 

Mittlerweile handelt es sich um die größte Welle der seltenen Bundibugyo-Ebola-Spezies, die je dokumentiert wurde. Diese Spezies ist eine von sechs Ebola-Varianten; von ihr gab es weltweit bisher nur zwei kleinere Ausbrüche. Die Zahlen des kongolesischen Gesundheitsministeriums zeigen das ganze Ausmaß der aktuellen Krise: Über 1.000 Menschen, die Symptome aufwiesen, mussten schon isoliert werden, wovon mindestens 282 Fälle im Labor bestätigt wurden. Die Sterblichkeit der Bundibugyo-Spezies liegt aktuell bei rund 25 bis 50 Prozent. 

Hauptsächlich breitet sich das Virus in Ituri aus, es gibt jedoch schon Übertragungen nach Nord- und Süd-Kivu sowie bestätigte Fälle in Uganda. 

3. Es gibt noch keine Impfung gegen das neue Ebola-Virus  

Eine halbe Million wirksame Ebola-Impfdosen liegen im globalen Notlager. Leider sind sie für diesen Ausbruch unbrauchbar. Der Impfstoff Ervebo schützt nämlich nachweislich nur gegen die Zaire-Spezies. Gegen das aktuelle Bundibugyo-Virus ist er völlig wirkungslos. Das gilt auch für die existierenden und zugelassenen Antikörper-Therapien. 

4. Die Bundibugyo-Spezies war zu selten für einen Impfstoff 

Es gibt für die Bundibugyo-Spezies keinen Impfstoff. Da sie in den letzten 20 Jahren so selten auftrat, hat es sich für die Pharmaindustrie schlicht nicht gelohnt, die Entwicklung und Zulassung eines passenden Impfstoffs zu finanzieren. 

Da Impfungen gerade keine Option sind, besteht die Eindämmung zurzeit nur aus schneller Isolierung, intensiver Pflege und Kontaktnachverfolgung. Dies wird durch die Realität vor Ort jedoch erschwert. Ituri ist nämlich ein aktives Konfliktgebiet, in dem Behandlungszentren angegriffen werden und tiefes Misstrauen herrscht. Gavi, CEPI und die WHO versuchen nun, Impfstoffkandidaten im beschleunigten Verfahren zu prüfen. Bis echte Ergebnisse vorliegen, könnten jedoch Monate vergehen. 

5. Es muss in Prävention investiert werden 

Die zugesagten 330 Millionen US-Dollar sind enorm wichtig. Sie finanzieren Feldkrankenhäuser, Schutzkleidung und sichere Bestattungen. Jeder Cent rettet direkt vor Ort Leben. Aber für eine echte Prävention kommen sie Jahre zu spät. Während neue Gesundheitsbedrohungen entstehen, wurden internationale Gesundheitsprogramme zuletzt weltweit zu stark gekürzt. Langfristige Vorsorge wird vernachlässigt und die globale Gesundheit damit gefährdet. 

Unsere Forderungen an die Bundesregierung 

Wir fordern von den globalen Entscheidungsträger*innen mehr Verantwortung! Gesundheitssysteme, Prävention und Forschung müssen nachhaltig gestärkt und geschützt werden. Aus diesem Grund dürfen die Mittel für Globale Gesundheit und Entwicklungszusammenarbeit nicht weiter gekürzt werden. 

Fordere jetzt mit uns mehr Investitonen in die globale Gesundheit!

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