Wie Zugang zum Internet den Unterricht in Kenia revolutioniert

Wie Zugang zum Internet den Unterricht in Kenia revolutioniert

Der Generator erwacht mit einem lauten Rumpeln wieder zum Leben und Jubel schallt durch das Klassenzimmer, als die Computerbildschirme wieder angehen. Die Pause an der Kibiko Grundschule ist gerade erst zu Ende, aber schon gibt es Gerangel unter den Schülern, um sich an den Computern einzuloggen. Die Stunde fängt gleich an und sie können es kaum erwarten.

Nelius Njiru, Lehrerin an der Kibiko Grundschule

Nelius Njiru, Lehrerin an der Kibiko Grundschule

“Ich habe eine Veränderung in der Einstellung bemerkt. Die Schüler waren vorher sehr eingeschüchtert von Fächern wie Mathe, aber jetzt macht es ihnen Spaß und sie freuen sich auf ihre Zeit im Lab“, sagt Nelius Njiru, die Mathe, Naturwissenschaft und Swahili an der Kibiko Grundschule unterrichtet.

Kibiko ist eine von 205 Grundschulen in den vier kenianischen Bezirken, die Teil des iMlango-Programmes sind. Es hat zum  Ziel die Bildung von Grundschülern mittels Internetzugang, Computer-Labs, Smartcard-Anwesenheitsüberwachung und Online-Lernwerkzeugen zu verbessern.

Die iMlango-Plattform bietet individuellen Mathematikunterricht und ermöglicht den Schülern Zugang zu einer Reihe von Online-Inhalten, einschließlich Englischunterricht, afrikanische Geschichten mit sozialen Botschaften und Training zu Alltagsfähigkeiten.

Schüler der Kibiko Grundschule

Schüler der Kibiko Grundschule

Zudem ermöglicht es den Schulen akkurate Anwesenheitsinformationen durch sQuid Android-Tablets und kontaktfreie Karten zu sammeln.

„Die Überwachung der Anwesenheit und das Sprechen mit Eltern und der Gemeinde hat uns geholfen die Gründe zu verstehen, warum einige Kinder so regelmäßig in der Schule fehlen“, sagt Lehrerin Patricia Wawira Ndwiga, die für iMlango an der Schule zuständig ist. Während der interaktive Unterricht mit iMlango mehr Spaß in die Klassen bringt und somit einige Schüler zurück in die Schule lockt, haben andere Schüler ernsthaftere Gründe für das Fehlen im Unterricht.

„Ich bin manchmal zu Hause geblieben, weil wir kein Essen hatten oder ich meine Uniform nicht waschen konnte“, sagt Silvia, eine 7-Klässlerin an der Kibiko Grundschule, die Erfahrungen, die für viele Mädchen in Kenia üblich sind, in Worte fasst. In einigen Gemeinden sind die Mädchen diejenigen, die den Preis der Armut als Erste zahlen und zu Hause bleiben müssen, wenn Familien nicht in der Lage sind die Kosten für die Bildung ihrer Kinder zu tragen.

Nelius Njiru freut sich über die neuen Möglichkeiten

Nelius Njiru freut sich über die neuen Möglichkeiten

„Einige Menschen hier denken, dass Mädchen lieber arbeiten sollten, anstatt zu lernen“, sagt Joan, eine 7-Klässlerin. „Wenn Mädchen gebildet sind, können sie vieles für sich erreichen und auch ihrer Gemeinde helfen“. Einige der anderen Mädchen im Klassenzimmer – die Neurochirurgen, Dozenten und Journalisten werden wollen, wenn sie erwachsen sind – stimmen mit einem Nicken zu.

Um Mädchen zu helfen eine qualitativ hochwertige Bildung zu erhalten, hat iMlango auch begonnen finanzielle Anreize für die unterprivilegiertesten Familien anzubieten. Alle zwei Wochen werden fünf Dollar auf eine pinke Plastik-Smartcard geladen, welche in den meisten Fällen den Frauen in der Familie gegeben wird und nur bei ausgewählten Händlern benutzt werden kann.

„Meine Mutter kann Seife und Essen mit der pinken Karte kaufen und es hilft wirklich sehr“, sagt Silvia. „In der Schule fehle ich jetzt nie mehr“.

„Wenn Mädchen gebildet sind, können sie vieles für sich erreichen und auch ihrer Gemeinde helfen“

„Wenn Mädchen gebildet sind, können sie vieles für sich erreichen“

iMlango, das vom kenianischen Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Technologie unterstützt und von vier Unternehmen, die mit dem UK Department for International Development (DFID) zusammen arbeiten, angeboten wird, hat bereits das Leben von 68.000 Mädchen in ganz Kenia beeinflusst.

Und der Einfluss ist nicht nur auf Schulfächer begrenzt. Das Programm bietet eine Reihe von außerschulischen Aktivitäten, wie einen Debattier-Club und Baum-Club, in dem Schüler Bäume pflanzen und etwas über die Umwelt lernen können. Besonders Mädchen werden ermutigt an Sachen zu arbeiten, die sie selbst betreffen und eigene Projekte zu erarbeiten, die sie dann mit anderen Schulen des Netzwerkes teilen können. Mädchen aus einer Schule in Makweni haben zum Beispiel Inhalte zur Wichtigkeit von Händewaschen und guter Hygiene ausgearbeitet. Silvia und ihre Freunde von der Kibiko Grundschule nehmen an einem nationalen Debattierwettbewerb teil und haben durch den schuleigenen Mädchen-Club gelernt, Erste Hilfe zu leisten sowie gesunde Säfte zu machen.

Fordern ihr Recht auf Bildung: die Mädchen der Kibiko Grundschule

Fordern ihr Recht auf Bildung: die Mädchen der Kibiko Grundschule

Während die Mädchen an der Kibiko Grundschule, wie an vielen anderen Schulen weltweit, spezifischen Hindernissen in Bezug auf ihr Recht auf Bildung gegenüberstehen, bieten ihnen innovative Programme wie iMlango zusammen mit ihrer Entschlossenheit, über diese Hürden hinauszuwachsen, eine Möglichkeit ihre Ziele zu erreichen.

“Es hat uns viel Selbstvertrauen gegeben, weil wir wissen, dass unsere Computer-, Mathe- und Englischkenntnisse genauso gut sind wie von jedem anderen. Wir wissen jetzt genau, wie wir uns ausdrücken können“, sagt Joan.

Die Lehrer stimmen zu. Laut Nelius, „schafft iMlango für unsere Kinder Wunder“.

Diese schöne Geschichte ist ursprünglich auf Englisch erschienen. Vielen Dank an Jugendbotschafterin Anne, die uns bei der Übersetzung unterstützt hat.

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