Die 63. Weltgesundheitsversammlung in Genf

63. Weltgesundheitsversammlung - 2010In der letzten Woche kamen Gesundheitsfachleute aus 193 Mitgliedsstaaten der Weltgesundheitsorganisation WHO zur 63. Weltgesundheitsversammlung (World Health Assembly) in Genf zusammen. Dort blickten sie – wie in jedem Jahr – auf die Arbeit der WHO zurück, setzten sich neue Ziele und vergaben Aufgaben. Hier einige der Themen und Höhepunkte der Woche:

Aus der Eröffnungsansprache von WHO-Generaldirektorin Dr. Margaret Chan

  • Sie stellte fest, dass durch Investitionen in globale Gesundheit beeindruckende Ergebnisse erzielt werden konnten: so fiel die Zahl der Kinder, die jährlich vor ihrem fünften Lebensjahr sterben, unter neun Millionen, während die Zahl der Menschen, die antiretrovirale Medikamente zur Behandlung ihrer HIV-Infektion erhalten, auf über vier Millionen anstieg; es sehe außerdem alles danach aus, dass Tuberkulose und Malaria sich langsam auf dem Rückzug befinden; und durch Impfstoffe können ebenfalls zwei bis drei Millionen Todesfälle pro Jahr vermieden werden.
  • Sie betonte aber die Dringlichkeit, bei der Erreichung der MDGs jetzt noch einmal besonders große Anstrengungen zu leisten – besonders für die Ärmsten der Welt.
  • Sie drängte die Teilnehmer auch, bei der Umsetzung der Maßnahmen besser zu werden und dabei die grundlegenden Kapazitäten zu stärken, die dafür notwendig sind.

Fallstudien der Länderrepräsentanten zu den MDGs 4, 5 und 6

Unter Anerkennung des Einflusses der Finanzkrise betonten die Teilnehmer, dass nachhaltige Investitionen in die Gesundheit unerlässlich seien. Die Sprecher hoben besonders die Notwendigkeit einer besseren Koordination der Finanzierungsmechanismen, der Anpassung der globalen Finanzierung an die lokalen Prioritäten und Gesundheitspläne sowie die gegenseitige Rechenschaftspflicht der Geber- und Partnerländer hervor.

Außerdem sprachen die Teilnehmer die Bedeutung

  • der Stärkung der Gesundheitssysteme, inklusive der Qualität und Quantität der dort tätigen Menschen,
  • der Fokussierung auf grundlegende Gesundheitsversorgung und integrierte Leistungen,
  • der Stärkung der EZ-Architektur zur Verbesserung der Wirksamkeit und nationalen Kontrolle über die Entwicklungsagenda sowie
  • der Nutzung von Innovationen, etwa in der Informations- und Kommunikationstechnologie zur Umsetzung der MDG-Vorgaben

an.

Lungenentzündung

Die Mitgliedsstaaten verabschiedeten eine Resolution zur Behandlung und Vorbeugung von Lungenentzündungen – weltweit die Haupttodesursache bei Kindern unter fünf Jahren. Diese Resolution unterstreicht noch einmal, dass zur Erreichung des MDG 4 größere Anstrengungen gegen die Lungenentzündung unerlässlich sind. Außerdem gibt sie auch weitreichenderen Bemühungen um Impfungen und Immunisierungen für Entwicklungsländer Auftrieb. Das ist gerade jetzt vor dem G8-Gipfel in Kanada, bei dem die Gesundheit von Müttern und Kindern zentrales Thema sein soll, wichtig.

Kinderlähmung

Die Mitgliedsstaaten begrüßten den neuen Strategieplan der Global Polio Eradication Initiative für 2010 bis 2012. Dieser neue Plan befasst sich mit den Hindernissen bei der Ausrottung der Kinderlähmung in den letzten verbliebenen Gebieten, in denen die Krankheit noch nicht aufgehalten werden konnte. Dabei soll in Verbindung mit einem neuen, sehr wirksamen und oral zu verabreichenden Impfstoff eine Kombination neuartiger speziell auf Bevölkerungsgruppen und Regionen ausgerichteter Ansätze zur Anwendung kommen, mit denen die Kinder erreicht werden sollen, die bisher fast schon chronisch übersehen wurden. Die Repräsentanten gaben der ernsthaften Sorge Ausdruck, dass Angesichts der Tatsache, dass noch immer $1,3 Mrd. für den Zeitraum von 2010 bis 2012 fehlen, ungenügende Finanzmittel die vollständige Umsetzung des Planes verhindern könnten. Die Gefahren die drohen, wenn eine vollständige Ausrottung der Kinderlähmung nicht gelingt, sind im April noch einmal besonders deutlich geworden, als nach der Einschleppung des Virus nach Tadschikistan dort eine große Epidemie ausbrach (die Region war 2002 als poliofrei deklariert worden).

— Erin Hohlfelder —

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