Trotz Krise: Bundesbürger wählen Entwicklungshilfe

Auch in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise bleibt die Armutsbekämpfung ein für die Deutschen entscheidendes Thema. Das bestätigt die Bevölkerungsbefragung „Entwicklungshilfe“ von TNS Emnid vom 3. Februar 2009. Für rund 60 % der Befragten ist die Haltung der Parteien zur Hilfe für die Dritte Welt ein wichtiges Wahlkriterium. Weit über zwei Drittel fordern die Einhaltung des Versprechens der Bundesregierung von 2005, die Entwicklungshilfe zu erhöhen. Aus dieser Gruppe bleiben 74 % auch dabei, wenn dies Mehrbelastungen für Bürger bedeutet. Daran hängt für 67 % der Befragten auch die Glaubwürdigkeit der Bundeskanzlerin. Eine Vorreiterrolle Deutschlands wünscht sich primär die Jugend.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

  1. Wichtigkeit der Unterstützung für die Dritte Welt bei der Wahlentscheidung

    Mit Blick auf die Bundestagswahl im September geben 59 % der Befragten an, dass die Haltung der Parteien zur Unterstützung der Nothilfe in der Dritten Welt für sie eine wichtige Rolle bei der Wahlentscheidung spielt (sehr wichtig: 17 %, eher wichtig: 42 %), dagegen ist sie für 27 % eher und für 13 % völlig unwichtig. Deutlich ist hier der Unterschied zwischen den Geschlechtern: Sehen 67 % der Frauen eine wichtige Rolle der Entwicklungshilfe, sind es bei den Männern lediglich 50 %.

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  3. Einstellung zur Erhöhung der Entwicklungshilfe

    Die Bundesregierung hat 2005 versprochen, die Ausgaben für Entwicklungshilfe bis 2010 von 0,28 % auf 0,51 % des Bruttosozialprodukts zu erhöhen. Die Hälfte dieser Erhöhung soll für Afrika sein. Mit einem klaren Votum von 71 % entscheiden sich die Befragten dafür, dass die Bundesregierung dieses Versprechen einhalten soll – nur 26 % denken das nicht. Hier liegt die Zustimmungsrate bei jungen Menschen (14-29Jahre) mit 81 % signifikant höher als bei älteren (z. B. 40-49 Jahre: 64 %, über 60 Jahre: 69 %). Und auch die Frauen stimmen mit 74 % deutlicher als die Männer (69 %) für das Einhalten des Versprechens.

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  5. Einstellung zur Erhöhung des Entwicklungshilfe bei Mehrbelastung der Bürger

    Die Frage, ob die Bundesregierung dieses Versprechen auch dann einhalten sollte, wenn es mit geringfügigen Mehrbelastungen verbunden ist, hat in mehrfacher Hinsicht zu erstaunlichen Ergebnissen geführt. Hier wurden nur diejenigen befragt, die sich bei Frage 2 für das Einhalten des Versprechens ausgesprochen hatten (712 von 1001 Befragten). Trotz Finanz- und Wirtschaftskrise stimmen 74 % der Befragten dafür, auch wenn Einkommens-einbußen für sie zu erwarten sind. Bei dieser Frage sind es die Männer, die bei der Zustimmung mit 78 % vor den Frauen (71 %) liegen. Und auch bei der Generationen-perspektive sehen die Ergebnisse anders aus: Hier sind es die Älteren (über 60 Jahre), die mit 78 % überdurchschnittlich dafür sind. Die jungen Befragten (14-29 Jahre) stimmen mit 71 % dafür.

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  7. Aussagen zur Entwicklungshilfe: „Angela Merkels Glaubwürdigkeit hängt auch davon ab, ob Sie ihre Zusagen gegenüber Afrika einhält.“

    Die Bundeskanzlerin muss Wort halten – so sehen es 67 % der Befragten. Lediglich 30 % lehnen die Aussage ab. Hier sind es wieder die jungen Leute (14-29 Jahre: 75 %) und vor allem die Schüler (76 %), die das Einhalten der gemachten Zusagen gegenüber Afrika für einen entscheidendes Indiz der Glaubwürdigkeit Angela Merkels halten.

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  9. Aussagen zur Entwicklungshilfe: „Deutschland sollte bei der Afrikahilfe eine Vorbildrolle in der Welt einnehmen.“

    Bei der Frage der Vorreiterrolle Deutschland sind die Befragten im Gegensatz zu den übrigen Fragen geteilter Meinung: 51 % für eine Vorbildrolle und 48 % dagegen. Am deutlichsten zeigt sich die Differenz bei Jung und Alt: 75 % der 14-29-Jährigen stimmen der Aussage zu, während es bei den über 60-Jährigen nur noch 39 % sind. Erstaunlich: Zustimmung kommt eher aus ländlichen Regionen, wo 60 % einer Vorbildrolle Deutschlands zustimmen, während dies in Ballungsräumen nur noch 49 % so sehen.

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