Städte sind die neue Realität extremer Armut

Morgen ist der Internationale Tag der Katastrophenvorbeugung. Passend dazu hat sich unsere Kollegin Veronica den aktuellen World Disasters Report angesehen.

Unsere Bild von extremer Armut ist oft bestimmt von Fotografien ländlicher Gegenden – karge Dörfer mit Nutzvieh, Landwirtschaft und ärmlichen Hütten. Doch diese Bilder entsprechen heute in der Mehrheit nicht mehr der Realität extremer Armut. Heute wird sie mehr und mehr durch die Entwicklungsdefizite bei der Verstädterung bestimmt.

Auch wenn ländliche Armut noch immer existiert, fand seit Beginn des 21ten Jahrhunderts eine große Veränderung in den Leben der Ärmsten statt. Heute lebt die Mehrzahl der Menschen in Städten. Viele von ihnen sind auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen dorthin gezogen.

Dieser Trend ist auch Thema des im September veröffentlichten World Disasters Report 2010 der Internationalen Vereinigung von Rotem Kreuz und Rotem Halbmond ( International Federation of Red Cross and Red Crescent Societies, IFRC).

Mit dramatischen Worten beschreibt der Bericht, dass von derzeit 6,7 Milliarden Menschen weltweit

„2,57 Milliarden Stadtbewohnerinnen und -bewohner in Ländern geringen oder mittleren Einkommens unannehmbaren Risiken durch eine rasante Verstädterung, schlechte lokale Regierungsführung, Bevölkerungswachstum, schlechte Gesundheitsversorgung und in vielen Fällen vermehrt auftretender Gewalt in Städten ausgesetzt sind. Zudem ist ein Großteil der Stadtbevölkerung dem Klimawandel besonders ausgeliefert.“

Der Bericht analysiert sieben sich abzeichnende Aspekte urbaner Risiken. Diese entstünden laut IFRC insbesondere aus den informellen Siedlungen und den überfüllten Stadtteilen, die illegal am Rande zahlreicher Städte weltweit errichtet werden. Da die Verantwortlichen in den Städten diese nicht in ihre Kalkulationen einbezögen, würden dort auch keine staatlichen Dienstleistungen – wie eine Gesundheits- oder Wasser- und Elektrizitätsversorgung – angeboten. Damit würde ein Umfeld extremer Armut gefördert.

Nun, da also die Mehrzahl der Weltbevölkerung in Städten und umgebenden Gemeinden wohnten, und dies insbesondere in den ärmsten Regionen Asiens, Afrikas und Lateinamerikas, müsse die Entwicklungsgemeinschaft – allen voran die beteiligten Regierungen – aktiv werden. Den Ländern und Städten, die sich zu guter Regierungsführung verpflichtet haben, die aber einfach nicht genügend eigene Geldmittel zur Verfügung haben, müssten dabei unterstützt werden, Verstädterung zu kontrollieren.

Vorsorgemaßnahmen gegen die sich abzeichnenden urbanen Risiken müssten getroffen werden. Nur so werden wir die Zahl der Opfer fehlender staatlicher Dienstleistungen und durch Klimawandel heraufbeschworener Katastrophen senken können.

Wie der IFRC weiter feststellt, ist zwischen 2000 und 2008 eine Vielzahl an Menschen durch Ereignisse wie Erdbeben und Tsunamis ums Leben gekommen: im Schnitt 50.184 pro Jahr. Überschwemmungen, wie jene die vor wenigen Wochen Indien und Pakistan verwüstet haben, betrafen dabei die größte Anzahl Menschen: im Schnitt 99 Millionen Menschen pro Jahr zwischen 2000 und 2008. Und weil die Folgen des Klimawandels Jahr für Jahr spürbarer werden, werden auch verheerende Stürme, Überschwemmungen und Hitzewellen in jedem Jahr zu einem größeren Risiko in illegalen Siedlungen und Slums.

Das Erdbeben in Haiti Anfang diesen Jahres ist wohl das beste Beispiel dafür, wie nah der Bericht an der Realität ist: Damals war ein Großteil der etwa 230.000 Toten in der Hauptstadt Port-au-Prince zu beklagen gewesen.

— Veronica Weis —

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