SRI – Wie ein malischer Reisbauer aus weniger mehr macht

Heute wollen wir euch von einer Anbauweise für Reis erzählen, die noch relativ unbekannt ist, aber immer mehr Anhänger findet: System of Rice Intensification (SRI), auf Deutsch etwa „System zur Steigerung des Reisertrages“. Das klingt sehr wissenschaftlich, umfasst aber eigentlich vor allem intelligente Anbaumethoden und -prinzipien, mit denen Bauern „aus weniger mehr“ machen können. Die größten Unterschiede zu herkömmlichen Anbaumethoden sind, dass im Rahmen von SRI die Bauern mehr biologische und weniger synthetische Dünger benutzen, dass sie zunächst kleine Pflanzen heranziehen, die sie dann in die trockene Erde einsetzen, und dass sie ihre Reisfelder nicht fluten.

Nach einer Konferenz in Washington Ende Oktober hatte ich Gelegenheit, mich mit Moussa Ag Demba über SRI und die Veränderungen, die es im Leben seiner Familie bewirkt hat, zu unterhalten. Moussa war einer der ersten Bauern in Mali, die SRI-Methoden anwendeten. Er ist außerdem Vorsitzender der Federation of the Unions of the Co-operatives im Bezirk Goundam in Mali.

Wie hat SRI Ihnen als Landwirt geholfen?

Moussa: Ich besitze ungefähr ein Morgen Land. Und früher haben wir auf dem gesamten Feld Reis angebaut. Heute ernten wir auf dem halben Feld die gleiche Menge Reis wie früher und bauen auf der anderen Hälfte Gemüse an. Außerdem bedeutet der Reisanbau heute viel weniger Aufwand. Früher haben wir fünfmal so viel Saatgut benötigt, das Achtfache an Dünger, doppelt so viel Wasser und dreimal so viel Benzin, um die Wasserpumpe zu bedienen.

Bauen auch andere Bauern in Ihrer Region Reis mit Hilfe der SRI-Methoden an?

Moussa: In unserem Dorf haben wir SRI zunächst auf einem kleinen Stück Land gemeinsam ausprobiert. Nachdem wir aber sahen, wie gut es funktioniert, haben wir begonnen, den Reis auf allen Flächen nach den SRI-Methoden anzubauen. Und jetzt wollen auch andere Dörfer, dass wir ihnen erklären, wie es funktioniert.

Wie hat sich das Leben für die Frauen verändert, seit Sie die SRI-Methoden anwenden?

Moussa: Früher, als die Felder noch geflutet wurden, saßen die Frauen tagelang im Wasser, um die Schösslinge umzusetzen und Unkraut zu entfernen. Manchmal bekamen sie davon Fieber oder Durchfall. Heute erledigen die Männer den Großteil des Unkrautjätens mit einem Ausstecher, weil die Felder ja nicht mehr geflutet werden. Damit haben die Frauen mehr Zeit, sich um den Gemüseanbau zu kümmern. Und das Gemüse macht unsere Kinder gesünder.

Hat SRI auch Folgen für die Bildung der Kinder?

Moussa: (lacht) Früher konnten wir nicht einmal daran denken, die Kinder zur Schule zu schicken! Mein ältester Sohn ist 18. Er hat nie eine Schule besuchen können, weil er immer unterwegs war, um Essen aufzutreiben. Vier Monate im Jahr musste die ganze Familie auf der Suche nach Nahrung umherreisen. Heute können wir alle das ganze Jahr im Dorf bleiben. Und sobald die Kinder alt genug sind, gehen sie zur Schule. Meine sieben- und achtjährigen Kinder sind schon eingeschult. Bald werden auch die drei- und fünfjährigen folgen. [mit einem Lächeln wendet er sich an die Veranstalter der Konferenz von der NGO Africare] Wann werde ich wieder zurück in Mali sein?

Ich bin überzeugt, dass mit der stetig wachsenden Weltbevölkerung und den dadurch immer weiter zurückgehenden Ackerflächen SRI für die vielen Millionen Kleinbauern am Existenzminimum eine echte Alternative bieten könnte. Daher bin ich überrascht, dass SRI bislang – auch von den Gebern – so wenig Aufmerksamkeit erhält. Vielleicht müssen wir einfach noch mehr Menschen davon berichten.

— Kelly Hauser —

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