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Coffee Talk mit Solino Coffee: Die Bedeutung einer Weiterverarbeitung im Ursprung

Dennis Roß ist Vertriebsleiter bei Solino Coffee und hat Äthiopien sowohl beruflich als auch privat schon oft besucht. Hier erläutert er, wie Solino Coffee die nachhaltige Verbesserung von Lebensgrundlagen für im Kaffeeprozess tätige Menschen in Äthiopien bewirkt. Der Artikel gibt die Meinung von Dennis Roß wieder und nicht zwangsweise die von ONE.

Der Hintergrund

Deutschland ist einer der größten Importeure von Rohkaffee weltweit. Noch viel interessanter ist aber die Tatsache, dass Deutschland auch größter Exporteur von verarbeitetem Kaffee der Welt ist. Woran liegt das?
Der Kaffeemarkt funktioniert üblicherweise so, dass Rohkaffee aus Ländern des Globalen Südens in Industrieländer exportiert wird, wo er dann geröstet, vermarktet und damit der Großteil der Wertschöpfung erzielt wird. Auf der einen Seite entstehen so systematisch „Verlierer-Nationen“ wie beispielsweise Äthiopien, wo mehr als 85 Prozent der Menschen von der Landwirtschaft abhängig sind. Demgegenüber stehen „Gewinner-Nationen“ wie Deutschland, in denen sich in den letzten Jahren eine milliardenschwere Kaffeeindustrie entwickeln konnte.

Äthiopischer Kaffeeproduzent hält lachend ein Päckchen Solino Coffee in die Kamera.

Äthiopische Fotografin: Netsanet Fekadu (@netsawit)

Das ‚Solino-Prinzip‘

Ohne Weiterverarbeitung in den Anbauländern können dort keine qualifizierten Arbeits- und Ausbildungsplätze entstehen. Dies zu ändern ist das zentrale Anliegen von Solino Coffee. Wir verlagern einen Großteil der Wertschöpfungskette nach Äthiopien, dem Ursprungsland des Kaffees. Dieser wird vor Ort eben nicht nur angebaut, sondern auch geröstet und verpackt. Auf diese Weise sind bei unserem Partner-Röster und unserer Partner-Druckerei in Addis Abeba – der Hauptstadt Äthiopiens – insgesamt über 120 qualifizierte Jobs entstanden. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Rösterei- und Druckereiangestellte, aber beispielsweise auch um Techniker*innen und Berater*innen. Die Bereiche Hygiene und Sanitär sowie Qualitätsmanagement und -sicherung können hier beispielhaft genannt werden. Dort bedarf es besonders vieler gut ausgebildeter Menschen. Durch die Weiterverarbeitung vor Ort partizipiert das Land deutlich stärker am Kaffee, seinem Hauptexportgut. Im Vergleich zum Export von Rohkaffee steigt die Wertschöpfung Äthiopiens so um über 60 Prozent. Damit einhergehend soll eine Steigerung des allgemeinen Lohnniveaus erzielt werden. Bei Solino Coffee bzw. unserem Partner-Röster in Äthiopien erhalten die Mitarbeiter*innen zwischen drei- bis zehnmal mehr als der äthiopische Durchschnittslohn. Zudem wird die Grundlage für qualifizierte Ausbildungsstellen geschaffen.

Unsere Partner sollen dabei Eigentümer ihrer Unternehmen bleiben. Wir arbeiten seit über 10 Jahren mit ihnen zusammen, weshalb sie sich mit den Jahren organisch entwickeln konnten. Wir bilden also mit Solino Coffee die logistische und organisatorische Brücke, um den äthiopischen Firmen den Zugang zum deutschen bzw. europäischen Handel zu ermöglichen, der ihnen in der Vergangenheit häufig verwehrt blieb. Jobs bei unseren Partnern sind dadurch auch für Hochschulabsolvent*innen interessant, die es in den kommenden Jahren immer zahlreicher in Äthiopien geben wird.

Äthiopische Kaffeeproduzentin hält lachend ein Päckchen Solino Coffee in die Kamera.

Äthiopische Fotografin: Netsanet Fekadu (@netsawit)

Das Thema Transparenz

Der fertig produzierte Kaffee – ein handgerösteter Hochland-Arabica – gelangt nach Produktion innerhalb von 20 Tagen nach Deutschland. Für das gesamte Projekt spielt Transparenz dabei eine entscheidende Rolle. Solino Coffee setzt hierbei nicht auf Siegel, sondern auf Blockchain-Technologie. Auf jedem Kilobeutel befindet sich ein QR-Code, der von den Kund*innen gescannt werden kann. Dort hinterlegt sind wichtige Informationen zu jedem einzelnen Produktionsschritt. Wann wurde der Kaffee angebaut, von wem wurde er geröstet, und so weiter. Im kommenden Jahr sollen zudem Informationen zu Durchschnittsgehältern in der Produktion im Vergleich zum äthiopischen Durchschnittslohn sowie zur höheren Wertschöpfung für das Land einfließen. Ziel ist es, neben der Schaffung von Transparenz im Allgemeinen, eine Brücke zwischen Endkund*innen, weiterverarbeitenden Betrieben und Kaffeebäuerinnen und Kaffeebauern in Äthiopien zu schaffen.

Äthiopischer Kaffeeproduzent hält lachend ein Päckchen Solino Coffee in die Kamera.

Äthiopische Fotografin: Netsanet Fekadu (@netsawit)

Fazit

Fairness ist aus unserer Sicht eine Begegnung auf Augenhöhe. Solino Coffee ist dabei ganz bewusst kein klassisches Projekt der ‚Entwicklungshilfe‘. Unsere Partner sollen durch gute Arbeit und unter fairen Bedingungen mehr am so wichtigen Exportgut partizipieren. Eine gute Bezahlung und eine qualifizierte Ausbildung sind Grundbedingung für eine erfolgreiche Fluchtursachenbekämpfung. Die Weiterverarbeitung vor Ort und Transparenz sind dafür entscheidend.

Du möchtest mehr über die spannende Arbeit von Solino Coffee erfahren, während du deinen Morgenkaffee trinkst? Dann wird dir dieser Beitrag vom ARD Morgenmagazin gefallen:

 

 

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