Sambia: Wie Fußball und Schuhe Gesundheit beeinflussen

Sambia: Wie Fußball und Schuhe Gesundheit beeinflussen

Ich bin Karoline – Deputy Director bei ONE in Deutschland. Anfang Mai 2017 durfte ich mit Carolin Kebekus nach Sambia reisen. Wir haben viele Projekte der Entwicklungszusammenarbeit besucht, mit bewundernswerten Aktivisten und Aktivistinnen gesprochen und – last but not least – dieses faszinierende Land kennengelernt. Gesundheit war ein Schwerpunkt der Reise. Zwei Dinge sind mir dabei besonders in Erinnerung geblieben: Fußball und Schuhe!

Durch Fußball aufklären

In Sambia lebt jeder 12. Mensch mit HIV/Aids. Vor allem Mädchen zwischen 10 und 19 Jahren stecken sich an, in diesem Alter entfallen 7 von 10 Neuinfektionen auf Mädchen. Das hat viele Gründe, unter anderem Sex mit älteren Männern, wechselnde Partner, aber vor allem mangelnde sexuelle Selbstbestimmung. Ein Trainer von Grassroots-Soccer, einem Projekt, das mit Fußball-Trainingseinheiten Wissen über sexuell übertragbare Krankheiten an Kinder und Jugendliche vermittelt, hat uns zum Beispiel erzählt, dass Mädchen und Frauen, die Kondome dabei haben, häufig als „leichte Mädchen“ gelten – was natürlich dazu führt, dass sie lieber darauf verzichten. Diese Gedankenwelt sowohl bei Mädchen aber vor allem auch bei den Jungs und Männern aufzubrechen, ist Voraussetzung, wenn der Kampf gegen HIV/Aids in Sambia erfolgreich sein soll. Deshalb ist das Projekt Grassroots Soccer so toll.

In Sambia interessieren sich eigentlich alle jungen Mädchen und Jungen für Fußball. Da setzt Grassroots Soccer an. Sie bieten kostenlose Fußball-Trainingseinheiten an, die gleichzeitig spielerisch über HIV/Aids aufklären. Und wir haben mittrainiert!

Zunächst mal gab es eine Art Unterrichtsstunde, in der wir über die verschiedenen Ansteckungswege aufgeklärt wurden. Dann mussten wir ran: Aufteilen in zwei Mannschaften und dann eine/r nach der/m anderen den Fußball so schnell wie es geht um bunte Hütchen herumspielen. Jedes Hütchen symbolisierte eine Ansteckungsgefahr, zum Beispiel Sex ohne Kondom oder Sex mit älteren Männern. Wer ein Hütchen berührt hatte, musste eine kleine „Strafübung machen“, in unserem Fall 30 Mal hüpfen. Das kostet Zeit und die Mannschaft gerät ins Hintertreffen. Die Kinder lernen so, dass jede Aktion eine Konsequenz hat, nicht nur für sie allein, sondern auch für ihre Gemeinschaft.

Impfungen zu den Menschen bringen

Die Gesundheit der Kinder ist in Sambia nach wie vor Sache der Frauen. Sie sind diejenigen, die dafür sorgen, dass ihre Kinder die nötigen Impfungen und Untersuchungen erhalten. Leider sind es meist ganz banale Dinge, welche die potenziell lebenswichtige Entscheidung, sein Kind impfen zu lassen beeinflussen. Hier kommen die Schuhe ins Spiel, denn ein Impfhelfer hat uns erzählt, dass es vielen Frauen peinlich ist, bei der Impf-Session zu erscheinen, wenn sie etwa keine guten Schuhe mehr haben. Da sich dort immer sehr viele Frauen zusammenfinden, die darauf schauen könnten, was die anderen anhaben, schämen sich dann manche Frauen. Umso wichtiger also, mit den Impfungen zu den Frauen zu kommen, und sie dort abzuholen, wo sie ihren Lebensmittelpunkt haben.

Das haben wir bei einer von Chaz (Churches Health Association of Zambia) initiierten und von Gavi unterstützen “Drama Group” sehen können. Trommler und Schauspieler fahren quer durchs Land auf Plätze, an denen viele Menschen zusammenkommen, in unserem Fall war das ein Markt.

Mit Gesang und Trommeln machen sie erstmal Lärm und ziehen dadurch die Menschen an. In einem kurzen Theaterstück thematisieren sie das Thema Impfungen und die Gründe, die dagegen sprechen, das Kind zum Impfen zu bringen – dazu gehört zum Beispiel, das einer Frau wegen der langen Reise in das nächstgelegene Krankenhaus die gesamten Tageseinnahmen vom Markt entgehen.

Chaz und Gavi haben eine großartige Lösung gefunden: Sie bieten die Impfungen mit mobilen Impfkliniken direkt vor Ort an – wer will, kann sein Kind dort direkt impfen lassen. Richtig gut!

 

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