Ruanda: „Internet ist alles für uns“

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Als die Sonne über Kigali in Ruanda untergeht, verhandelt eine junge Frau mit ihren letzten Kunden an diesem Tag im Turikumwe Art Center. Dies ist ein soziales Unternehmen, welches seine Einnahmen reinvestiert, um alleinstehende Mütter zu unterstützen.

In diesem Laden, ehemals ein Wohnzimmer, ist sie umgeben von handgemachter Kleidung, Taschen und Schmuck, hergestellt aus Igitenge, einem beliebten holländischen Material, welches unter Einfluss der  afrikanischen Identität verarbeitet wurde.

Freedah arbeitet an ihrer Nähmaschine in ihrer Werkstatt in Ruanda.

Freedah arbeitet an ihrer Nähmaschine in ihrer Werkstatt in Ruanda.

Sylvie Isimbi, eine 21-jährige Absolventin in Mathe und Computerwissenschaften, arbeitet hier seit fast einem Jahr als Verkaufsstellenleiterin und sieht in der Förderung von lokal hergestellten Produkten ihren Traumjob.

Aber sie weiß, dass es ohne Internetzugang für sie nicht so einfach gewesen wäre diesen Job zu finden und die Stelle letztendlich zu bekommen.

“Ich verbrachte die meiste Zeit damit im Internet nach Jobmöglichkeiten und Stipendien zu suchen”, erinnert sie sich an die erste Zeit nach ihrem Uniabschluss.

Sylvie Isimbi, Verkaufsstellenleiterin im Turikumwe Art Center.

Sylvie Isimbi, Verkaufsstellenleiterin im Turikumwe Art Center.

Als sie die Stellenausschreibung gesehen hatte, war sie direkt in der Lage sich online zu bewerben und Taktiken zu Vorstellungsgesprächen zu recherchieren.

„Ich lernte viele Tipps, die mein Selbstbewusstsein steigerten“, sagt sie. „Ich bin mir sicher, dass ich dadurcheinen Vorteil gegenüber anderen Kandidaten hatte, die nicht immer Zugang zum Internet haben“.

Sylvie benutzt dieselben Fähigkeiten den Job zu behalten, die ihr den Job überhaupt erst verschafften. Sie half durch Online-Werbung – eine viel günstigere Variante als traditionelle Medien in Ruanda – mehr Kunden für das Geschäft zu gewinnen.

„Gelegentlich agiere ich als Model“, sagt sie mit einem Lächeln. Sie probiert einige Stücke aus dem Laden an, macht Fotos von sich mit ihrem Smartphone und teilt diese auf den Social Media Kanälen des Geschäftes.

„Erst gestern habe ich ein Foto von mir gepostet mit einer Jacke und einem Hut, die wir hier selbst gemacht haben. Meine Tante hat es sofort bestellt und gekauft“, sagt sie und fügt hinzu, dass das fast täglich mit Freunden, Familie und vollkommen Fremden passiert.

Sylvia Isimbi (L) und Freedah (R) posieren mit Justin Sunday, Turikumwe Art Center Gründer.

Sylvia Isimbi (L) und Freedah (R) posieren mit Justin Sunday, Turikumwe Art Center Gründer.

Sylvie hofft, durch diese Anzeigen dem Geschäft mehr Kundschaft für die Kleidungsstücke und das Kunsthandwerk zu verschaffen und somit die Arbeit der talentierten, alleinerziehenden und im Geschäft angestellten Mütter zu fördern. Laut den Aufzeichnungen des Turikumwe Art Center profitieren mehr als 70 alleinstehende Mütter von den steigenden, internetgesteuerten Verkäufen.

Eine von ihnen, Freedah Nyirahakiziyaremye, erzieht ihre sieben Kinder. Trotz fast 20-jähriger Erfahrung im Schneiderhandwerk und Modedesign, kam sie kaum über die Runden, als sie allein arbeitete.

Blick auf ein Turikumwe Art Center Geschäft.

Blick auf ein Turikumwe Art Center Geschäft.

Aber seit für ihre Arbeit online geworben wird, haben sich die Dinge für sie zum Guten gewandelt. Jetzt kann sie die Schulgebühren für all ihre Kinder bezahlen sowie Geld für zukünftige  Investitionen in Grundeigentum sparen.

„Ich habe bereits angefangen, mein eigenes Haus zu bauen und werde sehr bald nicht mehr mieten müssen“, sagt sie.

Sylvie sagt, dass sie, abgesehen vom Kunsthandwerk, die Türen ihres Ladens schließen müssten, hätten sie keinen Zugang zum Internet.

„Internet ist alles für uns“, sagt sie.

Ein Schild, das auf die Center-Lage verweist.

Ein Schild, das auf die Center-Lage verweist.

Leider haben nicht alle Ruander den Luxus eines Internetzugangs. Laut der Internationalen Fernmeldeunion benutzen nur 18 % der Menschen in Ruanda das Internet.

„Die meisten meiner Freunde wissen gar nicht über das Internet Bescheid und denken, es sei etwas kompliziertes“, sagt Sylvie und fügt hinzu, dass die langsame Geschwindigkeit auch ein Problem darstellt. „Ich habe versucht einigen von ihnen zu zeigen, wie das Internet auch ihnen nützen könnte, aber sie waren zu ungeduldig, da die Geschwindigkeit, mit der die Seiten laden, sehr langsam war“.

Eine Kundin kauft handgemachte Produkte im Turikumwe Art Center.

Eine Kundin kauft handgemachte Produkte im Turikumwe Art Center.

Aktuell teilt Sylvie ihr Gehalt mit benachteiligten Mitgliedern ihrer Kirche und konzentriert sich darauf, die Online-Werbung der handgefertigten Produkte ihres Geschäftes zu verbessern. Sie weiß, je mehr Menschen sie durch einen hohen Vernetzungsgrad unterstützen kann, umso mehr kann sie den Menschen helfen eigenständig zu werden, und somit eine Welt von Möglichkeiten für die Zukunft eröffnen.

Dieser Gastbeitrag von Gaius Kowene ist im Original auf Englisch erschienen. Vielen Dank an Jugendbotschafterin Anne, die uns bei der Übersetzung unterstützt hat.

 

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