Neuer WHO Bericht: Resistente Tuberkulose eine große Herausforderung

Letzte Woche erlebte Berlin für drei Tage einen Ansturm von Gesundheits- und Politik-Experten, die sich zum fünften Weltgesundheitsgipfel (World Health Summit) versammelten. Berlin ist (noch) nicht das Zentrum für Fragen zur globalen Gesundheit, daher spielt der Weltgesundheitsgipfel eine wichtige Rolle dabei, globale Gesundheitsexperten nach Berlin zu bringen – und die Aufmerksamkeit für dieses wichtige Thema zu erhöhen.

Zur gleichen Zeit, in welcher der Weltgesundheitsgipfel stattfand, veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ihren jährlichen Tuberkulose Bericht (wenn auch nicht in Berlin, sondern in London). Ich habe mich in den letzten drei Jahren intensiv mit Tuberkulose (TB) beschäftigt und es ist eine Krankheit, die mich zunehmend beunruhigt. Die Ergebnisse aus dem diesjährigen Bericht sollten jeden beunruhigen.

Tuberkulose ist eine Infektionskrankheit, die durch die Luft übertragen wird, und in den letzten zehn Jahren „dank“ der HIV/Aids Krise traurige Berühmtheit erlangte. Das Risiko sich mit TB zu infizieren ist fünfzig Mal höher für HIV-positive Menschen. Allerdings trifft TB auch HIV-negative Menschen – genauso wie völlig gesunde Menschen. Es gibt derzeit keine effektive Prävention gegen TB, und ohne Behandlung ist die Krankheit tödlich.

Dank (und dieses Mal ohne Anführungszeichen) Organisationen wie dem Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria, wird TB nun öfter entdeckt und die Behandlungsraten sind gestiegen. In der Folge sind die Todesraten weltweit gesunken – wenn auch sehr langsam. 2012 starben noch 1.3 Millionen Menschen an TB.

Besonders beunruhigend ist der Anstieg von Tuberkulose Bakterien, die gegen Medikamente resistent sind. Dieses sind, wie der Name bereits impliziert, Formen von Tuberkulose, die nicht mit herkömmlichen Medikamenten behandelt werden können. Ich habe kürzlich an einem Workshop im Rahmen des Weltgesundheitsgipfels teilgenommen, bei dem über verschiedene Formen resistenter TB diskutiert wurde: Multiresistente Tuberkulose (MDR-TB), extrem resistente Tuberkulose (XDR-TB) und komplett resistente Tuberkulose (TDR-TB). Diese neuen Bakterien verbreiten sich insbesondere in Osteuropa, aber tauchen auch in anderen Regionen der Welt auf.

Das zentrale Problem und die Ursache für die Resistenz gegen Medikamente sei in dem Mangel von neuen TB Medikamenten zu finden, so ein Sprecher von Ärzte ohne Grenzen. Das letzte TB Medikament, das für die meisten Menschen zugänglich war, wurde in den fünfziger Jahren entwickelt. Stellt euch vor, wir würden immer noch die gleichen Autos und Fernseher benutzen wie unsere Großeltern in den FünfTB_kkzigern!

Schätzungen der WHO zufolge erkrankten alleine 2012 450,000 Menschen an MDR-TB. Viele dieser Menschen wurden nicht medizinisch behandelt. Aber selbst von denen, die in Behandlung waren, konnte nur knapp die Hälfte (48%) nach zwei Jahren geheilt werden.

Ein Hoffnungsschimmer ist die Tatsache, dass neue und potentiell effektive Medikamente in Vorbereitung sind. Darüber hinaus werden Impfstoffe zur Vorbeugung von TB entwickelt. Für die, die mehr über das Thema lernen wollen, empfehle ich eine großartige Kurzfilmserie zu TB und Impfungen, die man sich online angucken kann. Im Film wird deutlich, dass noch viel mehr in die Forschung und die Entwicklung von wirksamen Medikamenten investiert werden muss.

Der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria wird in gut einem Monat, am 3. Dezember, Spenden sammeln. Bitte unterstütze unsere Petition und trage dazu bei, dass wir weiterhin effektiv gegen diese drei Killer-Krankheiten kämpfen können.

– Katri Kemppainen-Bertram, ONE –

– Übersetzung: Mirjam Müller, ONE –

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