Mehr zur Schuldenrückkaufsvereinbarung für Liberia

Nachdem sich das Land vom Bürgerkrieg befreit hat, befreit sich Liberia nun auch von einer weiteren Hindernis in seiner Entwicklung: ein großer Berg Auslandsschulden. Vor wenig mehr als einem Jahr lagen Liberias Auslandsschulden bei insgesamt $4,9 Mrd. – dies entsprach etwa 700% des Nationaleinkommens des Landes. In Prinzip heißt das, die Liberianer hätten sieben Jahre lang arbeiten müssen, ohne zu essen, zu trinken oder in irgendeiner anderen Form Geld auszugeben, nur um in dieser Zeit die Schulden bei ausländischen Kreditgebern abzutragen (und dabei sind die Zinsen, die in diesen sieben Jahren anfallen würden, gar nicht mitgerechnet).

Das Land hat einen anderen Weg gewählt und eine Reihe von Schritten unternommen, bei denen die Unterstützung der Kreditgeber unverzichtbar ist.

Der erste Schritt war gemacht, als Liberia im Rahmen der Highly Indebted Poor Countries Initiative HIPC im März 2008 den decision point erreichte. Das Land hatte sich für die HIPC-Initiative qualifiziert. Allerdings gab es durch den 14 Jahre andauernden Bürgerkrieg nur wenig Fortschritt. Unter Führung der Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf begann Liberia, mit großen Kreditgebern zusammen alte Schulden zu bereinigen. Gleichzeitig zeigten die Kreditgeber Flexibilität, indem sie ein Staff-Monitored Programme des Internationalen Währungsfonds als Beweis werteten, dass Liberia mit den internationalen Finanzinstitutionen (IFI) zusammenarbeitete. Ein Staff-Monitored Programme ist ein informeller Dialog zwischen den Spezialisten des IWF und dem jeweiligen Land über dessen Wirtschaftspolitik und besteht nicht in finanzieller Unterstützung. Auch wenn es teure Verzögerungen gab – die Flexibilität der IFI bot Liberia die entscheidende Unterstützung an einem Wendepunkt seiner politischen und wirtschaftlichen Geschichte. Dieser erste Schritt betraf jedoch nur Schulden zwischen Regierungen.

Der jetzt erfolgte Rückkauf von Schulden ist der zweite wichtige Schritt, um die wirtschaftliche Überlebensfähigkeit des Landes zu sichern. Da etwa 25 Prozent der Schulden Liberias gegenüber privaten Geldgebern bestanden (ein Großteil davon Hedge-Fonds) war es unerlässlich, auch diese Schuldenkategorie anzugehen. Mit finanzieller Unterstützung von Weltbank und bi-lateralen Gebern kaufte Liberia die Schulden, die es privaten Gebern schuldete, zurück.

Der dritte Schritt, der noch gemacht werden muss, ist die Erreichung des completion point der HIPC-Initiative. Liberias Auslandsschulden liegen derzeit bei $1,8 Mrd. – das sind immer noch 250 Prozent des Nationaleinkommens. Der Großteil davon wird bei Erreichen des completion point erlassen. Die Kreditgeber, allen voran die Weltbank, sollten weiterhin Flexibilität beweisen. Sie bestimmen und interpretieren die Schwellenwerte (Trigger), die entscheiden, wann Liberia den completion point erreichen wird. Liberia hat vor einem Jahr den decision point erreicht. Das bedeutet, die Minimaldauer, die ein Land im decision point-Status verbringen muß, ist verstrichen.

Daher ist der Rückkauf eine passende Erinnerung daran, Liberia zu erlauben, den dritten Schritt zu unternehmen, damit sich dieses immer stabiler werdende Nachkriegsland von der Schuldenlast befreien kann, die seine Entwicklung behindert.

Andreas Hübers

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