Madagascar!

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Jetzt mitmachen und extreme Armut bekämpfen

Jetzt mal ehrlich: wer hat bei diesem Titel erstmal an Trickfilme mit süßen Tieren gedacht? Madagaskar kann aber auch aus anderen Gründen gute Assoziationen wecken. Von 1990 bis 2009 hat man dort die Kindersterblichkeit um 60 Prozent reduziert. Vor allem durch den massiven Einsatz der so genannten Fünffachimpfung. Eine echte Erfolgsstory. Ed Harris von der Impfallianz GAVI war in Madagaskar. Er ist dieser Erfolgsgeschichte auf den Grund gegangen. Auf dem ONE Blog erzählt er in Wort und Bild, was er erlebt hat — und erklärt außerdem, was eine Fünffachimpfung ist.

Während meiner Reise durch Madagaskar mit einer Gruppe Journalisten und UNICEF-Kollegen bin ich beeindruckt, wie viele Menschen hier mit dem Fünffachimpfstoff geimpft werden – und was diese Menschen dafür alles auf sich nehmen.

Der lebensrettende Fünffachimpfstoff schützt vor einer Handvoll tödlicher Krankheiten. Die Zahl der Kleinkinder, die hier ihre Grundimmunisierung bekommen, ist laut den Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und UNICEF von 57 Prozent im Jahr 2000 auf 78 Prozent im Jahr 2009 gestiegen.

Dürren, Wirbelstürme und politische Instabilität erschweren die Bekämpfung der Armut auf Madagaskar, einer riesigen Insel im Indischen Ozean, die wohl den meisten für ihre Tierwelt bekannt ist. Im ländlichen Süden jedoch, wo wir hauptsächlich auf unbefestigten Straßen reisen, sitzt eine Gruppe Frauen geduldig mit ihren Babys im Schatten, geschützt vor der Mittagshitze. Einige von ihnen haben Entfernungen von bis zu 18 Kilometern auf sich genommen. Ein beschwerlicher Weg durch hohes gelbes Gras, immer auf der Hut vor den Straßenräubern.

Viele Mütter haben bereits Kinder durch Krankheiten verloren, die man mit Impfungen hätte verhindern können. Und sie sind froh, dass sie ihre Kinder nun schützen können. So auch Tahiri. „Ich hatte ein zweijähriges und ein dreijähriges Kind. Beide sind krank geworden und gestorben“, sagte sie. Jährlich sterben schätzungsweise 1,7 Millionen Kinder an Krankheiten, die durch Impfungen vermeidbar wären. Das sind etwa ein Fünftel aller Todesfälle bei Kindern weltweit.

http://www.youtube.com/watch?v=JWKbTKSLE8M

Mittlerweile erhalten aber immer mehr Säuglinge auch in Entwicklungsländern lebensrettende Impfungen. Und es hängt immer weniger davon ab, in welchem Land sie geboren wurden. Mit der Unterstützung der GAVI Alliance werden 230 Millionen Kinder in Entwicklungsländern bis 2015 den Fünffachimpfstoff erhalten.

In Madagaskar hat dieser Impfstoff eine beeindruckende Wirkung, sagt die Ärztin Hanintsoa Rakotoarimanga. Als sie jedoch am Ende eines hektischen Vormittags mit Journalisten spricht, weiß sie nicht mehr genau, ob er gegen fünf, sechs oder sogar gegen sieben tödliche Krankheiten schützt. Tatsächlich schützt der Fünffachimpfstoff vor Diphterie, Tetanus, Hepatitis B und Haemophilus influenzae Typ B (Hib). Hib ist ein Erreger von Hirnhaut- und Lungenentzündung und kostet jährlich über eine Viertel Million Kinder das Leben. „Seit wir begonnen haben, den Fünffachimpfstoff zu verteilen, beobachten wir viel weniger Fälle von Lungenentzündung und Hirnhautentzündung“, sagt Hanintsoa.

–Ed Harris, GAVI Alliance

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