Experten diskutieren „Bonner Aufruf Plus“

Rund 80 Teilnehmer diskutierten am 6. April in Bonn über den „Bonner Aufruf Plus“. Dieser wurde von Entwicklungsexperten und Aktivisten in der Vergangenheit kritisiert. Dennoch kann er dazu beitragen, eine wichtige Diskussion zur Wirksamkeit von Entwicklungszusammenarbeit anzustoßen.

Der Aufruf fordert unter anderem eine Entwicklungszusammenarbeit, bei der die Regierungen des Südens kaum mehr mit einbezogen werden sollten. Erfolge der Entwicklungszusammenarbeit werden zwar benannt, kommen aber zu kurz; Fortschritte der afrikanischen Gesellschaften werden nicht berücksichtigt. Der Mitinitiator des Aufrufs, Botschafter a.D. Volker Seitz, verstieg sich während der Debatte sogar zu der Aussage, dass Afrika in Entwicklungsgeldern „ertrinke“. Eine doch recht abwegige Behauptung, wenn man sich vor Augen hält, dass in den vergangenen zehn Jahren im Durchschnitt gerade einmal $17 pro Afrikaner im Jahr bereitgestellt worden sind. Zum Vergleich: Eine europäische Kuh erhält jeden Tag $2 EU-Subventionen.

Im Laufe der Diskussion wurde offensichtlich, dass sich die Urheber des Aufrufs über viele grundsätzliche Fragen nicht einig waren. Kaum einer der Autoren schien voll und ganz hinter dem Aufruf zu stehen – er sei ja vor allem als Anstoß für eine Debatte zu verstehen, wurde immer wieder betont. Die Debatte wurde dann auch recht leidenschaftlich geführt.

Der Vorsitzende des OECD-Ausschusses für Entwicklungszusammenarbeit (DAC), Dr. Eckhard Deutscher, forderte, dass der Aufruf zurückgezogen werde. Seiner Ansicht nach sei der Aufruf „unterkomplex“ und abgekoppelt von der internationalen Diskussion. Deutscher forderte die Geberländer auf, ihre Versprechen zur Finanzierung der Millennium-Entwicklungsziele zu halten.

Der Chef von ONE in Deutschland, Tobias Kahler, wies darauf hin, dass allein mit den relativ kleinen Summen bisher schon einiges erreicht worden sei in Afrika, wie die Zahl von 34 Millionen zusätzlichen Schulkindern seit 1999 beweise. Gerade Sektoren wie Bildung und Gesundheitssysteme seien zudem auf stabile staatliche Strukturen angewiesen – der Bonner Aufruf werde dem nicht gerecht. Auch die Geschäftsführerin des NGO-Verbandes Venro drückte ihre große Sorge aus, dass durch den Bonner Aufruf ein falscher Eindruck über Entwicklungszusammenarbeit in der Öffentlichkeit entstünde, sie selbst fände ihn „ärgerlich“. Mit-Initiator Rupert Neudeck kündigte nach der Debatte an, eine neue Version des Aufrufs auszuarbeiten. Die Diskussion wird also weitergehen.

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