Den Weg bereiten für eine Zukunft ohne Hunger und Armut

Der G8-Gipfel in Camp David vergangenes Wochenende markierte das dritte Jubiläum der L’Aquila Initiative für Ernährungssicherheit (AFSI). Er befasste sich auch mit der Frage, wie es nach dem Auslaufen der aktuellen Finanzzusagen für Landwirtschaft Ende 2012 weiter gehen soll. Angesichts der schlimmsten Dürre in 60 Jahren am Horn von Afrika, von der 13 Millionen Menschen betroffen waren, und der aktuellen Dürre in der Sahel-Zone in Westafrika, die 12 Millionen Menschen bedroht, frage ich mich, ob genug getan wurde, um Ernährungssicherheit zu schaffen und die Verwundbarkeit von armen Menschen in Entwicklungsländern zu reduzieren?

Die G8 setzte sich selbst das ehrgeizige Ziel, innerhalb von 10 Jahren 50 Millionen Menschen zu helfen, sich aus der Armut zu befreien – genau wie wir mit eurer Unterstützung gefordert hatten. Umgesetzt werden soll der Plan durch steigende Investitionen der Privatwirtschaft in Kooperation mit interessierten afrikanischen Regierungen. Die „Neue Allianz für Ernährungssicherheit“ soll „verantwortungsvolle Investitionen des heimischen sowie ausländischen Privatsektors in die afrikanische Landwirtschaft erhöhen, Innovationen für eine produktivere Landwirtschaft hervorbringen und die Risiken von schwachen Volkswirtschaften und Gemeinden senken“. Äthiopien, Tansania und Ghana werden die ersten drei Länder sein, die von der Initiative profitieren. ; Burkina Faso, Mosambik und die Elfenbeinküste sollen in Kürze folgen. 45 nationale und internationale Unternehmen haben sich dazu verpflichtet, über drei Jahre drei Milliarden US Dollar zu investieren.

Die G8-Geberländer versprachen, dass sie weitere drei Milliarden US Dollar aufbringen werden, um die Privatwirtschaft dabei zu unterstützen. Wer, wann und in welchem Umfang die Investitionen tätigen wird, ist jedoch nicht im Kommuniqué erwähnt. Auch bezweifeln wir, dass die Kooperationsverträge mit den jeweiligen Ländern einen Rahmen schaffen werden, um die Investitionen der Privatwirtschaft zu überprüfen.

Die G8 verpflichtete sich außerdem über drei Jahre 1,2 Milliarden US Dollar von neuen und alten Geberländern aufzubringen, um das Global Agriculture and Food Security Program (GAFSP) zu unterstützen. Das GAFSP folgt den Prinzipien von Rom (Eigenverantwortung der Empfängerländer, strategische Koordination und einen umfassenden Ansatz für kurz- und langfristige Lösungen der Ernährungsunsicherheit) und unterstützt nur Pläne, die von den Empfängerländern selber konzipiert wurden. Daher wird es manche der 30 Länder, die bereits nationale Landwirtschaftsstrategien vorgelegt haben, zumindest teilweise unterstützen.

Der Rechenschaftsbericht von Camp David zeigt, dass die AFSI-Geberländer 99 Prozent der versprochenen 22 Milliarden US Dollar zugesagt , aber bisher nur 58 Prozent davon tatsächlich ausgezahlt haben. Die G8 gab an, sie sei auf einem guten Wege, ihr Versprechen bis Ende 2012 einzuhalten, sagte jedoch nicht, wann die Gelder vor Ort ankommen werden. Vier der 13 AFSI-Länder (Kanada, Italien, die Niederlande und Großbritannien) haben die versprochenen Gelder bereits voll ausgezahlt. Der Bericht zeigt zudem, dass die G8-Staaten ihre Programme zu 90 Prozent den Plänen der Empfängerländer untergeordnet haben. Trotzdem fehlen den 30 Investitionsplänen immer noch 50 Prozent der benötigten finanziellen Mittel.

Insgesamt ist der diesjährige Rechenschaftsbericht von Camp David ein großer Schritt hin zu mehr Transparenz bei der G8. Die Erstellung von Ausgabentabellen, Programmbeschreibungen und Bewertungsindikatoren für die Umsetzung der Rom-Prinzipien kann positive Auswirkungen auf die Programmarbeit im Bereich der Ernährungssicherheit haben.

Leider hat die G8 sich nicht dazu entschlossen, sich an dem 5. Rom-Prinzip zu messen. Dieses besagt, dass die Geberländer dauerhafte finanzielle Verpflichtungen auf hohem Niveau eingehen sollen, um Ernährungsunsicherheit entgegenzuwirken. Das G8-Kommuniqué ist an dieser Stelle sehr vage. Es besagt zwar, dass die G8 „weiterhin derzeitige wie auch zukünftige Herausforderungen angehen“ werde, bekennt sich jedoch nicht zum L’Aquila-Versprechen von 22 Milliarden US Dollar als Mindestniveau.

Die G8 enttäuschte auch bei der Finanzierung der von Empfängerländern konzipierten Landwirtschaftspläne. Es gibt 30 fertiggestellte nationale Landwirtschaftsstrategien, 22 davon in Afrika. Sie wurden geprüft, durchgerechnet und für bezahlbar befunden. Die G8 fängt jedoch erst an, mit drei dieser Länder zusammenzuarbeiten, und plant dann eine Erweiterung um drei weitere Länder. Ein Erweiterungsplan um die genannten 30 Länder zu erreichen fehlt.

Außerdem gilt: 17 dieser Länder haben sich der Scaling Up Nutrition Initiative angeschlossen, deren Ziel es ist, den nötigen politischen Willen zu bilden und den Kampf gegen die Unterernährung von Kindern voranzubringen. Die G8 definierte allerdings kein Ziel zur Reduzierung von Unterentwicklung bei Kindern durch mangelhafte Ernährung. Hierbei können irreversible geistige und körperliche Schäden entstehen, die das Potential der betroffenen Kleinkinder lebenslang extrem beeinträchtigen.

Anhaltendes Engagement von ONE-Unterstützern und der internationalen Entwicklungsgemeinschaft ist notwendig, um erstens die restlichen Mittel für die länderspezifischen Investitionspläne aufzubringen und zweitens Druck auf die G8 auszuüben, transparente und rechenschaftspflichtige Versprechen einzugehen. Die G8 hat angefangen, den Weg zu bereiten für eine Zukunft ohne Hunger und Armut. Unsere Aufgabe ist es, sicherzustellen, dass sie diesen Weg nicht verlässt.

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