Damit Impfungen dort ankommen, wo sie gebraucht werden

Damit Impfungen dort ankommen, wo sie gebraucht werden

In einem Gastbeitrag anlässlich der Welt-Impf-Woche berichtet Emily Loud von der Impfallianz Gavi über die Weiterbildungsinitiative STEP.

STEP: Ein Schulungsprogramm in Ostafrika stärkt die Impfstoff-Versorgung

Vielleicht habt ihr es nicht mitbekommen, aber diese Woche hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Welt-Impf-Woche ausgerufen. Unter dem Motto „Closing the Immunization Gap – Die Impf-Lücke schließen“ nehmen Länder rund um den Globus diese Woche zum Anlass, mit Impfaktionen möglichst viele Kinder zu erreichen – und jeden daran zu erinnern, dass Impfungen Leben schützen.  Vor allem in Entwicklungsländern ist es aber manchmal gar nicht so leicht, alle Kinder zu erreichen, denn viele leben in entlegenen Gebieten. Damit das klappt, gibt es Versorgungsketten-Manager für Impfstoffe. Und damit es bald noch besser klappt, wurde für diese in Ostafrika gerade ein Schulungszentrum eröffnet.

 

Vorbereitung einer Pneumokokken-Impfung in Kenia. Foto: Gavi/Evelyn Hockstein

Vorbereitung einer Pneumokokken-Impfung in Kenia. Foto: Gavi/Evelyn Hockstein

 

„Es ist eine Menge Vorbereitungsarbeit, wenn man Kinder in Kenia impfen will. Es gibt sehr schwer erreichbare Gebiete, die Verkehrsverbindungen sind unzureichend, und die Fluktuation der Arbeitskräfte hoch. Im Vorfeld habe ich mich häufiger gefragt, wie wir unser Vorhaben schaffen werden.”

Bei ihrer Arbeit als Dorfkrankenschwester konnte Lucy Wanjiku selber sehen, welchen Schaden Krankheiten anrichten, die durch Impfungen verhindert werden können. Dagegen wollte sie etwas unternehmen. Wanjiku arbeitet heute als Versorgungsketten-Managerin für das kenianische Impfprogramm, und sie war eine der ersten Teilnehmerinnen des STEP-Programms. STEP steht für „Strategic Training Executive Programme“, und ist eine neue Weiterbildungsinitiative für Impffachleute, die in Entwicklungsländern dringend gebraucht werden. Im Rahmen einer wissenschaftlich fundierten Ausbildung erwerben die Teilnehmer fachliche Kompetenzen, die sie zu Experten für Versorgungsketten qualifizieren. Ausgerichtet wird die Fortbildung vom Exzellenzzentrum für Versorgungsketten im Gesundheitsbereich der Ostafrikanischen Gemeinschaft, welches Ende März an der University of Rwanda in Kigali offiziell eröffnet [hier ein Tweet der ruandischen Gesundheitsministerin dazu].

 

Lucy (im gelben Blazer) mit weiteren STEP-Teilnehmerinnen. Foto: Gavi/ Moz Siddiqui

Lucy (im gelben Blazer) mit weiteren STEP-Teilnehmerinnen. Foto: Gavi/ Moz Siddiqui

Die Kurse haben aber bereits vorher begonnen. „Ich habe diese Fortbildung sehr genossen, und die Ausbilder gehören zu den besten, die ich in vielen Jahren in der Branche erlebt habe”, erzählt Joshua Obel, Betriebsleiter der kenianischen Behörde für Medizinbedarf, der im vergangenen Monat an einem der ersten Workshops in Kigali teilgenommen hat. „Ich habe im Laufe meiner Karriere schon an vielen Trainings teilgenommen, aber dieses war mit Abstand der beste Workshop und dazu der einzige, den ich in die Praxis umsetzen werde.”

 

Joshua beim ersten Workshop in Kigali. Foto: Gavi/ Moz Siddiqui

Joshua beim ersten Workshop in Kigali. Foto: Gavi/ Moz Siddiqui

Das Innovative an STEP ist, dass das Programm die Methoden und Ansätze des Logistikriesen UPS zur Entwicklung von Führungskompetenzen übernimmt und an die Versorgungsketten für Impfungen anpasst. Auf diese Weise fördert der Kurs den Wissenstransfer zwischen dem privaten und dem öffentlichen Sektor und rückt Nachhaltigkeit in den Vordergrund: Jedem Kursteilnehmer wird ein Mentor aus der Privatwirtschaft zur Seite gestellt, der ihm/ihr hilft, die neu erworbenen Fähigkeiten anzuwenden und ein Netzwerk zu bilden, über das er/sie das Wissen weitergeben kann.

„Wir setzen auf eine unkonventionelle Lernerfahrung”, erläutert Kevin Etter von UPS, der das Projekt konzipiert und gestaltet hat. „Ich war mir anfangs nicht sicher, ob das funktioniert, aber der Erfolg gibt uns Recht. Die Teilnehmer waren sehr daran interessiert, auf eine neue Art zu lernen und das erworbene Wissen in ihren Verantwortungsbereichen umzusetzen.” Auch für die beteiligten Unternehmen ist die Partnerschaft ein Gewinn. „Für UPS und andere Partner aus der Privatwirtschaft, die ihren Bekanntheitsgrad hier in der Region steigern wollen, sind die im Workshop und über das Mentorenprogramm entstandenen Beziehungen zu den Fachleuten von unschätzbarem Wert”, ergänzt Etter.

Menschen wie Joshua und Lucy sind in Entwicklungsländern diejenigen, die Impfprogramme am Laufen halten. Doch Schulungen für Führungskräfte waren bisher in der internationalen Förderung von Impfprogrammen nicht vorgesehen. Wenn alles nach Plan verläuft, werden jedoch schon bald wesentlich mehr Impfdosen in die Ostafrikanische Staatengemeinschaft (Burundi, Kenia, Ruanda, Südsudan, Tansania, Uganda) geliefert und mehr Kinder als je zuvor geimpft. Um dieses Potenzial auszuschöpfen, braucht das Personal in den Impfprogrammen zahlreiche Fähigkeiten, um Mitarbeiter, Projekte und Partnerschaften zu managen. Auch die Fähigkeit, Daten auszuwerten, um auf deren Grundlage Entscheidungen zu treffen, wird zunehmend wichtiger. Genau diese Fähigkeiten vermittelt das neue Exzellenzzentrum den Führungskräften, Lagerverwaltern und Logistikern: Gemeinsam bilden diese Menschen die Lieferkette für Impfungen in Ostafrika. 

Eine der größten Herausforderungen für Lieferketten-Manager besteht darin, Impfdosen in Kühlboxen zu Kindern in entlegenen Gebieten zu bringen, wie hier in Tansania . Foto: Gavi/ Doune Porter.

Eine der größten Herausforderungen für Lieferketten-Manager besteht darin, Impfdosen in Kühlboxen zu Kindern in entlegenen Gebieten zu bringen, wie hier in Tansania. Foto: Gavi/ Doune Porter.

Langfristig könnte dieses Modell des Wissenstransfers die Lösung für Entwicklungsländer sein, um ihre Impfsysteme nachhaltig und unabhängig zu machen. Viele Organisationen aus dem Privatsektor sahen sich ähnlichen Herausforderungen gegenüber wie die Versorgungsmanager im Gesundheitsbereich – und haben sie inzwischen gemeistert. Durch die Partnerschaft können die Mitarbeiter in den Impfprogrammen ihr Erfahrungsspektrum erweitern und sich neue Wege der Zusammenarbeit und Innovation eröffnen.

Das neue Programm bietet die Chance, fundiertes Fachwissen zugunsten der Impfprogramme Ostafrikas aufzubauen und damit auch künftig den Schutz von Kindern vor vermeidbaren Krankheiten zu gewährleisten. Und dies ist mit Sicherheit ein wichtiger „STEP“ in die richtige Richtung.

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Projektpartner des STEP-Programms sind Gavi, UPS, IFPW und UNICEF.

– Emily Loud, Impfallianz Gavi

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