Afrika ist Handyland

Vielleicht habt ihr im September von den Unruhen in Mosambik nach einer Erhöhung des staatlich kontrollierten Weizenpreises um 20 % gehört. Nach den Protesten musste die Regierung die Erhöhung zurücknehmen. Besonders interessant für uns war aber zu sehen, welche Rolle Handys in dem Konflikt spielten: Es kamen Gerüchte auf, nach denen die Regierung den Mobilfunkunternehmen befohlen habe, das Verschicken von SMS zu unterbinden, da diese genutzt wurden, um die teils gewalttätigen Demonstrationen zu organisieren. Auch wenn sich nicht genau sagen läßt, was an diesen Gerüchten dran ist, zeigt der Vorfall doch den Einfluss, den die Mobilfunktechnologie inzwischen in Afrika hat. Während das Internet vielerorts noch mit Kinderkrankheiten zu kämpfen hat, werden besonders SMS genutzt, um sich zu vernetzten und Entwicklung zu organisieren.

Mobiltelefonie in Afrika ist ein großes Geschäft. Auch weil Computer so teuer sind (und ein flächendeckendes Netz für Festnetztelefonie nie gebaut wurde), müssen sich viele Menschen auf Mobiltechnologie verlassen, um zu kommunizieren. Laut der Onlineplattform Mashable, hatte Afrika zwischen 2003 und 2008 den am schnellsten wachsenden Handymarkt der Welt. Mehr als ein Drittel der Menschen – in manchen Gegenden sogar bis zu zwei Drittel – besitzen ein Telefon. Und der Anbieter Nokia ließ verlauten, man werde in den kommenden Jahren in Afrika 300 Millionen neue Kundinnen und Kunden gewinnen – mehr als in China und Indien zusammen.

Organisationen benutzen die Mobiltelefonie als Werkzeug, um über lebensrettende Maßnahmen zu informieren, aber auch um Kleinbauern in landwirtschaftlichen Techniken weiterzubilden. Hier ein paar konkrete Beispiele: Die Grameen-Stiftung (bekannt als Vorreiter bei der Vergabe von Mikrokrediten) unterstützt in Uganda das landwirtschaftlich orientierte Community Knowledge Worker-Programm. Cell-Life Aftercare ist ein Projekt zweier südafrikanischer Universitäten, mit dem Patienten überwacht werden können. Und bei Ushahidi.com können Nutzerinnen und Nutzer Informationen über Konflikte einschicken, die dann weltweit einsehbar werden.

Und zum Schluss doch noch eine Internet-Zahl von Nokia: Deren Online-Plattform Ovi verzeichnete zwischen Juli und Oktober einen Zuwachs der Downloadzahlen in Afrika um 50 % . Zu verdanken sei dies vor allem der steigenden Zahl von Apps, die in Afrika selbst entwickelt würden.

Wie ihr seht, spielen Handys in Afrika eine wichtige Rolle – nicht nur zur persönlichen Kommunikation. Hier nutzen Menschen über Entwicklungszusammenarbeit mit westlichen Gebern hinaus neue Möglichkeiten, sich zu organisieren und Entwicklung voranzutreiben.

— Carola Bieniek / Malaka Gharib —

Mach mit

Jetzt mitmachen und extreme Armut bekämpfen

Mach mit

Jetzt mitmachen und extreme Armut bekämpfen

Durch deine Teilnahme erklärst du dich mit unseren Datenschutzbestimmungen einverstanden. Da ONEs Hauptsitz in den USA ist, befinden sich dort auch unsere Server. Dorthin werden deine Daten übermittelt.

Du willst immer auf dem Laufenden sein, wie du dich im Kampf gegen extreme Armut engagieren kannst?

Dann trag dich auf unserem Verteiler ein, um E-Mails von ONE zu erhalten und gemeinsam mit Millionen Menschen weltweit extreme Armut und vermeidbare Krankheiten zu bekämpfen. Deine Unterstützung bedeutet uns sehr viel. Wir werden dich niemals um Spenden bitten. Du kannst dich jederzeit austragen.
Privacy options
Bist du sicher? Wenn du 'Ja' auswählst, zeigen wir dir weitere Wege, dich mit deiner Stimme im Kampf gegen extreme Armut einzusetzen. Du kannst dich jederzeit austragen.

Durch deine Teilnahme erklärst du dich mit unseren Datenschutzbestimmungen einverstanden. Da ONEs Hauptsitz in den USA ist, befinden sich dort auch unsere Server. Dorthin werden deine Daten übermittelt.

Ich möchte per E-Mail über aktuelle Kampagnen informiert werden (Du kannst dich jederzeit hier austragen)

Diese Website ist durch reCAPTCHA geschützt. Es gelten die Google Datenschutz & Geschäftsbedingungen