1. Klimawandel bringt Wasserhaushalt aus dem Gleichgewicht
Die meisten Länder sind laut Weltwetterorganisation (WMO) nicht auf die steigende Anzahl von Überschwemmungen und Trinkwassermangel vorbereitet. Darüber berichten ZDF.de, Deutschlandfunk und der Mannheimer Morgen. WMO-Generalsekretär Petteri Taalas mahne, die Welt müsse aufwachen und sich der drohenden Wasserkrise stellen. Der Klimawandel verschärfe Überschwemmungen wie zuletzt in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sowie in einigen asiatischen Ländern. Die Zahl der Katastrophen durch Fluten sei in den vergangenen 20 Jahren um 134 Prozent gestiegen, die Zahl der Dürren um 29 Prozent. Weltweit hatten 2018 rund 3,6 Milliarden Menschen mindestens einen Monat lang nicht genügend Wasser. Die Zahl werde bis 2050 auf mehr als 5 Milliarden steigen. Besonders betroffen seien unter anderem der Nahe Osten, die Sahelzone in Afrika, der Mittelmeerraum und der Westen der USA sowie Südamerikas. Zu den UN-Nachhaltigkeitszielen gehöre, dass bis 2030 alle Menschen sauberes Trinkwasser und eine Abwasserentsorgung haben. Um das zu erreichen, müssen die Anstrengungen vervierfacht werden.
2. Praxis der Außen- und Entwicklungspolitik muss auf den Prüfstand
Christoph Heusgen und Wolfgang Ischinger, beide Vorsitzende des Stifterkreises der Münchner Sicherheitskonferenz, thematisieren in der Frankfurter Allgemeine Zeitung die Zusammenlegung der Außen- und Entwicklungsministerien zu einem Verbund. Bereits während des Wahlkampfes seien Forderungen nach einer Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik aus einer Hand gestellt worden. Zuständigkeiten beider Ministerien seien schwer voneinander zu trennen. Eine Zusammenlegung könne laut der Autoren Kohärenz, Effizienz und Effektivität der deutschen Sicherheitspolitik stärken. Die Lage in Afghanistan sei das jüngste Beispiel für ein Scheitern der außen- und entwicklungspolitischen Zusammenarbeit. Trotz milliardenschwerer Investitionen in die Regierung Kabuls sei alles, was man aufgebaut hatte, in kurzer Zeit zusammengebrochen. Entwicklungspolitischer Einsatz müsse – insbesondere auch vor dem Hintergrund der Geschehnisse in Mali – in Zukunft noch stärker politisch koordiniert werden, so die Autoren. Zudem müsse man sich mit einer Anpassung der Ressortstruktur der Ministerien auseinandersetzen.
3. “Zero Rating”: Digitaler Kolonialismus im globalen Süden
Andrian Kreye thematisiert in der Süddeutsche Zeitung den Komplettausfall der digitalen Infrastruktur des Facebook-Konzerns am Montag. Für die meisten Menschen in Europa und Amerika sei der Ausfall ein Luxusproblem gewesen, oder sogar eine willkommene “Besinnungspause”. Doch er hatte dramatische Auswirkungen für Hunderte Millionen Nutzer*innen in afrikanischen, asiatischen und lateinamerikanischen Ländern. Dort seien die Anwendungen von Facebook nicht nur ökonomische Infrastruktur sondern “buchstäblich das ganze Internet”. Nutzer*innen können über besondere Funktionen der App für einen geringen Betrag oder gratis auf das Internet zugreifen. Das nenne sich “Zero-Rating”. Diese Praxis sei allerdings keine Wohltätigkeit, sondern ein Geschäftsmodell. Dadurch wollen die großen digitalen Anbieter im globalen Süden Nutzer*innen gewinnen und das Erreichen der Konkurrenz verhindern. Facebook wandele sich durch die Abhängigkeit seiner Nutzer*innen an seine Dienste so vom Anbieter zum Versorger digitaler Infrastruktur. Das mache einen Ausfall so fatal.