30. November 2017

30. November 2017

Uneinigkeit beim EU/AU-Gipfel/ Bildungskatastrophe im Sahel/ Mehrheit der Deutschen für Entwicklungszusammenarbeit

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  1. Uneinigkeit beim EU-Afrika Gipfel

Anlässlich des EU-Afrika Gipfels berichten etliche Medien, darunter tagesschau.de, das ZDF Heute Journal und Spiegel Online, über die Uneinigkeiten zwischen den europäischen und afrikanischen Staats- und Regierungschefs und -chefinnen. Der Präsident der Elfenbeinküste, Alassane Ouattara, habe die Problematik des Gipfels auf den Punkt gebracht: 60 Prozent der afrikanischen Bevölkerung sei jünger als 25 Jahre. Dies könne eine Chance für den Kontinent darstellen, aber auch zum Risiko für Afrika und Europa werden, wenn die Jugend nicht gefördert werde. Die Europäische Union (EU) wolle die Probleme lösen, indem sie Investitionen aus der Privatwirtschaft fördere und absichere. Afrika hätte lieber eine klassische Entwicklungszusammenarbeit, die staatliche Programme finanziere. Laut des Spiegel online ist der Entwurf der Abschlusserklärung trotz der großen Worte im Vorfeld bisher nicht sonderlich vielversprechend. Demnach würden beide Seiten unbequeme Passagen entfernen. Bei den afrikanischen Partnern bezögen sich die Passagen hauptsächlich auf Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Die EU vermeide ihrerseits konkrete Finanzaussagen. Der Afrika-Beauftragte von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Günter Nooke, argumentiere jedoch, dass die EU nicht immer wieder Gelder schicken könne, wenn auf afrikanischer Seite nichts passiere. Der Schwerpunkt des Gipfels sei die Verbesserung einer politischen Partnerschaft, nicht die Erhöhung von Geldern. Zudem mahnte Friederike Röder, die Frankreich-Direktorin von ONE, in einem Interview mit dem ZDF Heute Journal, dass man alle Initiativen, wie die der G20 oder der Europäischen Kommission, bündeln müsse, um in der EU-Afrika Politik endlich an einem Strang zu ziehen.

  1. Studie: Bildungskatastrophe in der Sahelzone

Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung hat eine Studie über die Bildungssituation in Sahel-Afrika veröffentlicht, wie der Tagesspiegel berichtet. Demnach sei die Sahelzone die einzige Region Afrikas, in der sich der Zugang zur Schulbildung zwischen 2000 und 2015 nicht verbessert habe. Die Unesco schätzt, dass es 70 Millionen Analphabet*innen in der Region gebe. Es sei besonders dramatisch, dass es auch bei den Jüngeren zwischen 15 und 24 Jahren keinen Fortschritt gebe, so die Humangeografin Alisa Kaps vom Berlin-Institut. Rund ein Drittel der Jugend habe keinen Zugang zu Bildung, wovon besonders Mädchen betroffen seien. Das Berlin-Institut sehe mehrere Gründe für diese „Bildungskatastrophe“. Zum einen gebe es viele strukturelle Probleme, wie kilometerweite Schulwege, schlecht ausgestattete Schulen und schlecht ausgebildete Lehrkräfte. Zum anderen benötigten viele Eltern ihre Kinder als Arbeitskräfte und würden junge Mädchen früh verheiraten. Der Demograf Wolfgang Lutz vom Berlin-Institut verweise darauf, dass Bildung zu einem Wachstum der Volkswirtschaft und des Einkommens führen könne, wodurch sich die Gesundheit verbessere und die Geburtenrate sinke. Eine Verbesserung des Bildungsstandards wäre somit bedeutend für den Wohlstand in der Region, so der Leiter des Berlin-Instituts, Reiner Klingholz. Deswegen sollten die europäischen Länder weniger in die Bildung afrikanischer Student*innen an europäischen Universitäten investieren und mehr in Bildung vor Ort. Dies würde auch dazu führen, dass mehr junge Leute ihre Zukunft im Heimatland sehen würden.

  1. Allensbach-Studie: Großteil der Deutschen für Entwicklungszusammenarbeit

Im Auftrag der Global Perspectives Initiative (GPI) hat das Allensbacher Institut in einer Umfrage herausgefunden, dass 73 Prozent der Deutschen gegenüber der Entwicklungszusammenarbeit positiv eingestellt sind, meldet die Welt. Seit dem Zuwachs an Geflüchteten vor zwei Jahren würde es mehr Offenheit für das Thema geben. Viele Deutsche hätten erkannt, dass die Entwicklungszusammenarbeit auch dem eigenen Interesse dienen könne. Ein Fünftel der Deutschen befürworte die Erhöhung der Entwicklungsgelder. Die Zahl steige sogar auf 32 Prozent an, wenn durch die Gelder Fluchtursachen vermindert würden. Allerdings hätten viele Deutsche weiterhin negative Assoziationen zu Afrika, wie Krisen und Katastrophen, Hunger und Krankheit. Nur jeder dritte assoziiere den Kontinent mit Chancen, Aufbruch und Zukunft. GPI-Gründerin Ingrid Hamm mache dafür besonders die Medien verantwortlich und forderte, dass mehr über positive und erfolgreiche Geschichten in Afrika berichtet werde.

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