29. Juli 2020
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29. Juli 2020

Seit Corona sterben jeden Monat 10.000 Kinder / Verhandlungen in Mali / Ostkongo: Kehrt M23 zurück?

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1. Seit Corona sterben jeden Monat 10.000 Kinder
Wie unter anderem die Tagesschau, Deutschlandfunk, Rheinische Post, Redaktionsnetzwerk Deutschland und die Deutsche Welle berichten, sterben durch die Coronakrise jeden Monat mehr als 10.000 Kinder an Hunger. Dies gehe aus einer Studie der Vereinten Nationen hervor. Betroffen seien Regionen, in denen Nahrungsmittel ohnehin knapp seien, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Unicef erklären. Bauern und Bäuerinnen in ländlichen Regionen mit schwachen Erträgen werden vom Markt abgeschnitten. In kleineren Dörfern kommen keine Lebensmittel- oder Medizinlieferungen mehr an. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten drehe sich die Entwicklung damit um. Seit 1980 habe die Kindersterblichkeit stetig abgenommen. Die Mangelernährung vieler Kinder werde Langzeitfolgen haben, wie Francesco Branca, Chef für Ernährung bei der WHO, erklärt. So leiden durch die Mangelernährung immer mehr Kinder am sogenannten Wasting-Syndrom, eine starke Form der Unterernährung und Verkümmerung, die zu dauerhaften körperlichen und psychischen Schäden führt. Laut UN seien mindestens 2,4 Milliarden US-Dollar Soforthilfe nötig. Wie Alan Posener in der Welt beleuchtet, schlägt die UN vor, den am stärksten von Armut betroffenen Menschen während der Coronakrise ein Grundeinkommen zu zahlen. Zur Finanzierung sollen die Regierung der betroffenen 132 Länder die Mittel verwenden, die eigentlich zur Schuldentilgung vorgesehen sind. Monatlich wären das 172 Milliarden Euro. Für sechs Monate entspräche es einem Drittel der Schuldenrückzahlungen, die die Staaten in diesem Jahr zahlen müssten. Ein Feldversuch des Grundeinkommens in Namibia habe vielversprechende Ergebnisse gezeigt: Über zwei Jahre sei ein Rückgang der Kriminalität und ein Anstieg im Schulbesuch verzeichnet worden. Schwierig bleibe bei einem solchen Vorhaben im größeren Stil allerdings, wie sichergestellt werden kann, dass das Geld auch wirklich Bedürftige erreicht und keine korrupten Regime.

2. Verhandlungen in Mali
Katrin Gänsler thematisiert in der tageszeitung (taz) die Verhandlungen in Westafrika über die derzeitige Krise in Mali. Dreimal innerhalb der letzten zwei Wochen haben die 15 Staatsoberhäupter der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (Ecowas) getagt. Zuletzt haben sie sich in einer Videokonferenz am Montag darauf verständigt, die Vorschläge der ersten Ecowas-Vermittlungsmission von Nigerias Ex-Präsident Goodluck Jonathan erneut zu unterstützen. Mali Protestbewegung lehne diese jedoch ab. Der größte Streitpunkt sei, dass die westafrikanischen Regierungen den amtierenden Präsidenten Ibrahim Boubacar Keita unterstützen. Das Ziel der malischen Protestbewegung M5-RFP sei jedoch Keitas Rücktritt. Neben der kritischen Sicherheitslage sei der Wahlsieg von 31 Parlamentsabgeordneten umstritten. Laut Opposition habe das Verfassungsgericht die ursprünglichen Wahlergebnisse zugunsten von Bewerber*innen der Regierungspartei RPM aufgehoben. In diesem Fall befürworte auch die Ecowas-Mission Neuwahlen für die betroffenen Wahlkreise. Dies könnte sich auf die gesamte Region auswirken, da zum Ende des Jahres auch in Malis Nachbarländern Guinea, Elfenbeinküste, Burkina Faso und Niger neue Präsident*innen gewählt werden. Die Mehrheit dieser Wahlen berge Konfliktpotential, da auch in anderen Ländern Wahlergebnisse umstritten seien und Proteste gegen Regierungsparteien stattfinden.

3. Ostkongo: Kehrt M23 zurück?
Simone Schlindwein berichtet in der tageszeitung (taz) über die Gerüchte von wiederkehrenden M23-Rebellen im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Seit einer Woche kursieren Meldungen, nach denen die Rebellengruppe M23 (Bewegung des 23. März) wieder in den Bergen Ostkongos aktiv sei. Teile des Bezirks Rutshuru in der Provinz Nord-Kivu seien eingenommen worden. Der kongolesische Armeesprecher Major Njike Kaiko Guillaume habe Kämpfe im Bezirk Ruthuru bestätigt. Drei Soldat*innen seien getötet und eine*r verwundet worden. Er habe zunächst nur von „Angreifern“ und „bewaffneten Männern“ gesprochen, aber die Gruppen nicht genauer identifiziert. Viele Menschen vermuten, dass es sich um M23 handelt: Die Terrorgruppe habe 2012 die Provinzhauptstadt Goma eingenommen. Erst 2013 habe die Rebellengruppe zurückgedrängt und entwaffnet werden können. Nach eigenen Aussagen befinde sich M23-Militärführer Sultani Makenga seit Anfang 2017 mit knapp 100 Kämpfern aus Uganda in der Nähe des erloschenen Sabinyo-Vulkans. Dort warte er auf „den richtigen Moment“. Aus Uganda werden die Vermutungen als Gerüchte und Angstmacherei auf Social Media abgetan.

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