27. Mai 2020
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27. Mai 2020

Afrika: Corona-Kollateralschäden schlimmer als Virus selbst? / Gewalt in Mali nimmt zu / Bäume gegen die Wüste

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1. Afrika: Corona-Kollateralschäden schlimmer als Virus selbst?
Antonio Cascais berichtet in der Deutschen Welle, dass Hilfsorganisationen vor Corona-Kollateralschäden in Afrika warnen. Die Restriktionen zur Einschränkung der Corona-Pandemie könnten zur Folge haben, dass in vielen afrikanischen Staaten andere Krankheiten unbehandelt bleiben und sich Hunger wieder stärker ausbreitet.  Bisher habe die Weltgesundheitsorganisation (WHO) über 100.000 Coronafälle in Afrika registriert. Die Dunkelziffer werde jedoch deutlich höher geschätzt. Dennoch sei klar, dass die Corona-Pandemie insgesamt auf dem Kontinent bisher weniger tödlich verlaufe als etwa in Europa. Anne Jung, Referentin für Globale Gesundheit bei der Hilfsorganisation Medico International warnt, dass die weitreichenden Lockdowns dazu führen, dass Routineimpfungen für Kinder ausfallen. Dadurch steigen die Fälle anderer Infektionskrankheiten wieder stark an. Laut aktueller Studien der WHO könnten 117 Millionen Kinder in 24 Ländern, davon ein Großteil in Afrika, wegen der Coronapandemie womöglich nicht gegen Masern geimpft werden. Die Impfallianz Gavi geht davon aus, dass bisher bereits 13,5 Millionen Menschen wichtige Impfungen nicht erhalten haben, die sie ohne die Maßnahmen erhalten hätten. Infektionskrankheiten wie Masern oder Polio können sich dadurch wieder verbreiten. Auch der Kampf gegen Aids und Tuberkulose werde durch die Pandemie eingeschränkt. Zahlreiche Routineprogramme seien unterbrochen. Masken, die auch für die Behandlung von Tuberkulosepatient*innen notwendig sind, seien Mangelware. Weiterhin bleibe zudem Malaria die größte Todesursache in Afrika, wie der spanische Mediziner Javier Macias bestätigt, der seit über 30 Jahren in verschiedenen afrikanischen Ländern als Berater arbeitet. In diesem Jahr könnten doppelt so viele Menschen an Malaria sterben als bisher, wenn der Kampf gegen die Krankheit durch die Corona-Pandemie eingeschränkt werde.

2. Gewalt in Mali nimmt zu
In der Tageszeitung (taz) berichtet Westafrika-Korrespondentin Karin Gänsler über die sich zuspitzende Situation im Krieg gegen Islamisten in Mali und Burkina Faso. Hinrichtungen und Armeegewalt nehmen zu. Immer wieder komme es zu schweren Massakern wie etwa in Zentralmali, erklärt Abdoul Aziz Diallo, früherer Präsident der Vereinigung der Peul-Volksgruppe in Mali. Obwohl die Region mit Satelliten überwacht werde, verhindere niemand die Ausbreitung der Gewalt, beklagt Diallo. Laut eines zehnseitigen Berichts der UN-Blauhelmmission in Mali (Minusma) habe sich die Menschenrechtslage in Mali in den ersten drei Monaten des Jahres „sehr verschlechtert“. 598 Vorfälle von Gewaltausschreitungen seien in dem Zeitraum gemeldet worden. Verantwortlich seien erst an dritter Stelle islamistische Gruppen. An erster Stelle stehen lokale Selbstverteidigungmilizen, an zweiter Malis eigene Streitkräfte. Die malische Armee habe dem Bericht zufolge zwischen Januar und März 2020 101 Hinrichtungen ohne Strafverfahren und Urteil vollzogen. 34 weitere seien durch die nigrische Armee erfolgt.

3. Bäume gegen die Wüste
Martin Franke thematisiert in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung das Mega-Bewaldungsprojekt „Great Green Wall“ in Afrika, das von der Afrikanischen Union initiiert wurde. Bei dem Vorhaben sollen 7775 Kilometer Wald gepflanzt werden, der in Nordafrika von der West- bis an die Ostküste des Kontinents reicht. Der riesige Wald soll als Schutzwall fungieren und so die Ausbreitung der Saharawüste stoppen. Durch die CO2-Aufnahme soll dem Klimawandel entgegengewirkt werden. Durch die Rodung von Wäldern für landwirtschaftliche Flächen und zur Energiegewinnung sei der der Wald in der Region verdrängt worden. Der Boden sei mittlerweile zunehmend erschöpft. Die Wüstenbildung (Desertifikation) in Afrika schreite insbesondere wegen der Erderwärmung, Abholzung und des Bevölkerungszuwachses voran. Franke schreibt, der „Great Green Wall“ sei „so etwas wie eine Hoffnung für den gesamten Kontinent“. Durch die Aufforstung soll bis zum Jahr 2030 hundert Millionen Hektar begrünter Boden entstanden sein.

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