27. Mai 2019

27. Mai 2019

Afrika startet Freihandelszone / US-Geldpolitik schadet Entwicklungsländern / Welthungerhilfe-Präsidentin im Interview

1. Afrika startet Freihandelszone
Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung heute berichtet, tritt das Afrikanische Freihandelsabkommen diesen Donnerstag in Kraft. Die Demokratische Arabische Republik Sahara, auch bekannt als Westsahara, habe das Abkommen für einen panafrikanischen Freihandelsraum am 29. April als 22. Mitgliedsstaat der Afrikanischen Union (AU) ratifiziert. Damit sei die Mindestanzahl an Ländern erreicht worden, damit das Abkommen wirksam werden könne. 52 afrikanische Staaten haben das Abkommen unterschrieben, 23 bereits ratifiziert. Der afrikanische Freihandelsraum werde 1,2 Milliarden Menschen umfassen und damit doppelt so groß sein wie der der EU. Die gemeinsame Wirtschaftsleistung werde jedoch mit 2,5 Billionen US-Dollar nur etwa ein Siebtel der europäischen Leistung betragen. AU-Handelskommissar Albert Muchanga erhoffe sich durch den Freihandel, dass die Wirtschaft angekurbelt und Arbeitsplätze geschaffen werden. Bislang belaufe sich der innerafrikanische Handel lediglich auf 17 Prozent des Gesamthandels. Die Verhandlungen seien jedoch noch nicht abgeschlossen. Zolltarife und Ursprungsregeln seien beispielsweise noch unklar. Die Tatsache, dass Nigeria sich als größte afrikanische Volkswirtschaft bisher nicht beteiligen wolle, sei noch eine Herausforderung.

2. US-Geldpolitik schadet Entwicklungsländern
Das Handelsblatt thematisiert in seiner heutigen Ausgabe die Abhängigkeit von Entwicklungs- und Schwellenländern von der US-amerikanischen Geldpolitik. Die Zinspolitik der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) habe Auswirkungen auf internationale Rohstoffpreise und Kapitalflüsse und könne somit zum Beispiel zu Kapitalabfluss und Inflation in Schwellenländern führen. Diese finanziellen Abhängigkeiten und Konsequenzen anderer Länder finden bei der Fed jedoch kaum Beachtung. 2016 habe die Notenbank trotz Kritik von Schwellen- und Entwicklungsländern zum Beispiel den Leitzins von beinahe null auf 2,25 Prozent erhöht. Fed-Chef Jerome Powell habe diesbezüglich darauf verwiesen, dass andere Notenbanken wie die Europäische Zentralbank (EZB), Wachstumsdifferenzen und Rohstoffpreise ebenso wichtige Treiber der Kapitalflüsse in Schwellenländern seien. Daraufhin sei sogar Kritik aus den eigenen Reihen gekommen: Falk Bräuning von Fed Boston und die Havard-Ökonomin Victoria Ivashina haben die relevanten Zusammenhänge untersucht und herausgefunden, dass viele der Bankkredite an den US-Dollar und damit an den US-Leitzins gekoppelt seien. Ihren Untersuchungen zufolge habe die Geldpolitik der Fed – im Gegensatz zu der der EZB – folglich enormen Einfluss auf Entwicklungs- und Schwellenländer.

3. Welthungerhilfe-Präsidentin im Interview
Die Frankfurter Rundschau veröffentlichte gestern ein Interview mit Welthungerhilfe-Präsidentin Marlehn Thieme. Die 69-Jährige sei zudem Vorsitzende des ZDF-Fernsehrates und noch bis Ende dieses Jahres Chefin des Rates für nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung. Thieme zufolge seien die globalen Gerechtigkeits- und Verteilungsprobleme sowie bewaffnete Konflikte Gründe dafür, dass Menschen noch immer Hunger leiden, obwohl genügend Nahrungsmittel produziert werden. Auch der Klimawandel spiele eine zunehmende Rolle. Dennoch halte Thieme es für möglich, den Hunger bis 2030 zu besiegen. Dafür brauche es jedoch neben Ursachenbekämpfung auch den politischen Willen. Für sie liege der Schlüssel zur Hungersbekämpfung in der Entwicklung der ländlichen Räume. Diesbezüglich begrüße sie die Unterstützung der Bundesregierung für die Sonderinitiative „Eine Welt ohne Hunger“. Die anderen auf Afrika bezogenen Initiativen der Bundesregierung wie der Marshallplan mit Afrika oder der Compact mit Afrika, die unter anderem private Investitionen anstoßen sollen, können ebenfalls gute Ergänzungen zur Entwicklungszusammenarbeit sein. Es sei jedoch ein großes Problem, dass die Bundesregierung die Hilfsmittel für die am wenigsten entwickelten Länder zurückgefahren habe. „Wir“ seien es den Armen schuldig, am Ziel festzuhalten, 0,7 Prozent-Ziel der Wirtschaftskraft für Entwicklungszusammenarbeit aufzuwenden, so die Welthungerhilfe-Präsidentin. Insbesondere die ärmsten Länder seien für Privatinvestitionen oftmals uninteressant.

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