24. Juli 2019
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24. Juli 2019

HIV-Neuinfektionen bei Kindern / Schweiz bremst Entwicklungsziele / Bildung gegen Kinderehen

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1. HIV-Neuinfektionen bei Kindern

Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Neue Zürcher Zeitung und der Deutschlandfunk berichten, verläuft der Rückgang von HIV-Infektionen bei Kindern langsamer als sich die Vereinten Nationen (VN) zum Ziel gesetzt haben. Seit 2010 haben sich deutlich weniger Kinder unter 14 Jahren infiziert. Mit insgesamt 160.000 liege man jedoch deutlich über dem anvisierten Ziel von 40.000 Neuinfektionen. Somit rücke das Ziel, bis 2020 weniger als 20.000 neu infizierte Kinder und Jugendliche zu haben, in weite Ferne. Es müsse schnell gehandelt werden, um diese Situation umzukehren und die Ziele zu erreichen, so Gunilla Carlsson, kommissarische Geschäftsführerin von UNAIDS, dem Anti-Aids-Programm der VN. In afrikanischen Ländern sei die Infizierungsrate immer noch hoch. In Ostafrika steckten sich Kinder an, weil keine ausreichende Behandlung der Mütter während der Schwangerschaft gewährleistet werden könne. In Zentral- und Westafrika hätte die Hälfte der Neuinfektionen von Kindern durch eine Behandlung der Mütter mit Medikamenten während der Schwangerschaft verhindert werden können. Die Kinder-Neuinfektionen gingen jedoch in den Ländern Botswana, Ruanda und Malawi stark zurück, hier seien bereits 95 Prozent der infizierten Mütter behandelt worden.

2. Schweiz bremst Entwicklungsziele

Andreas Zumach berichtet in der Tageszeitung (taz), dass die Schweiz weltweit das Land ist, das die Nachhaltigen Entwicklungsziele der UNO am stärksten bremst. Kein anderes Land lebe so sehr auf Kosten anderer, so ein aktueller Bericht der Bertelsmann-Stiftung, die den Fortschritt der Sustainable Development Goals (SDGs) überprüft. Die Schweiz führe, knapp vor Singapur, die Negativ-Liste der größten Kostenverursacher der 160 betrachteten Länder an. Sie würde von allen Ländern die meisten Kosten in den Bereichen Umwelt, Wirtschaft und Sicherheit auf Kosten anderer verursachen. Zum einen falle die Niedrigsteuerpolitik des Landes ins Gewicht, die zu „Veruntreuung ausländischer Staatsgelder und zu Korruption“ verleite. Zum anderen sei das Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit gemessen an der nationalen Wirtschaftskraft der Schweiz besonders niedrig. Zudem habe die Schweiz vergangenes Jahr das Verbot aufgehoben, Waffen in Länder mit Menschenrechtsverletzungen zu exportieren. Aus der Tatsache, dass Länder mit einem ähnlichen Einkommensniveau wie die Schweiz besser abschneiden, schließen die Autor*innen der Studie, dass ein stärkerer Einsatz für eine bessere Welt ohne Einschränkungen des eigenen Wohlstands möglich sei.

3. Bildung gegen Kinderehen

In einem Interview mit Spiegel Online, berichtet die Kinderechtsaktivistin Nena Thundu über die verursachten Traumata durch Kinderehen bei Mädchen. In 30 von 55 afrikanischen Staaten werden noch immer mehr als 75 Prozent aller Mädchen vor der Volljährigkeit verheiratet. Armut sei einer der größten Faktoren, warum Eltern ihre Kinder früh verheiraten wollen. Finanziell werde vor allem in Jungen investiert. Die Kinderheirat verstoße in einigen Ländern bereits gegen Gesetze, sei jedoch immer noch in sieben von zehn afrikanischen Staaten legal. Besonders schwierig sei es, Denkmuster zu durchbrechen, so Thundu, die für die Afrikanische Union eine Kampagne gegen Kinderheirat koordiniert. Die Eltern handeln oft aus Unwissen, daher müsste Aufklärung stattfinden. Es sei wichtig, den Familien Alternativen und die Vorteile von Bildung für Frauen und Mädchen aufzuzeigen. Mit steigender Bildung erhöhe sich die Chance, wirtschaftlich eigenständig Fuß zu fassen – gleichzeitig sinke das Risiko einer Kinderehe. Erste Erfolge gebe es in Mauritius, Malawi, Sambia und Eritrea. Hier hätten strengere Gesetze und Regierungskampagnen für einen deutlichen Rückgang gesorgt.

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