21. August 2019
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21. August 2019

Kamerun: Separatist*innen verurteilt / Sambia: Kirche wird immer wichtiger / Chinesische Investitionen in Äthiopien

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1. Kamerun: Separatist*innen verurteilt

Katrin Gänsler berichtet in der Tageszeitung (taz), dass in Kamerun Mitglieder der anglophonen Separationsbewegung zu lebenslanger Haft verurteilt wurden. Noch sei nicht klar, ob sie Berufung einlegen werden. Neben der Haftstrafe müssen die Verurteilten hohe Geldstrafen zahlen. Die Bewohner*innen des anglophonen Teil Kameruns werden seit Jahrzehnten durch die Regierung von Präsident Paul Biya unterdrückt. Bereits 2018 sei Sisiku Ayuk Tabe, Anführer der Separatistenbewegung, zusammen mit 46 Separatisten*innen in Nigeria verhaftet und an Kamerun ausgeliefert worden. Die anhaltenden Auseinandersetzungen in der anglophonen Region sorgen dafür, dass immer mehr Menschen fliehen, 35.000 leben bereits im Nachbarland Nigeria. Laut der International Crisis Group (ICG) seien bisher 1.850 Menschen in dem Konflikt ums Leben gekommen. Das Urteil nun sei auch richtungsweisend für das weitere Verfahren gegen Oppositionspolitiker Maurice Kamto. Dieser sitze seit Ende Januar dieses Jahrs im Gefängnis, bisher noch ohne Urteil.

2. Sambia: Kirche wird immer wichtiger

In der Deutschen Welle berichtet Tessa Clara Walther, dass die Kirche in Sambia einen immer höheren Stellenwert hat. Bei der zehnten Weltversammlung von ‚Religions for Peace’ in Lindau am Bodensee seien auch Vertreter*innen aus Afrika zu Gast. Der katholische Bischof David Masupa aus Sambia, Vorsitzender der ‚Unabhängigen Kirche von Sambia’ berichtet, dass christlicher Glauben immer relevanter werde. Die Kirche helfe gerade jungen Menschen bei einem Ausbildungs- oder Arbeitsplatz, so Masupa. Trotz einer offiziell niedrigen Arbeitslosenquote gebe es soziale und wirtschaftliche Probleme im Land. Familienstrukturen seien in Sambia sehr wichtig und somit werde auch Glaube und Religion über die Familie vermittelt, sagt Bischof Masupa. Die Kirche schenke den Menschen in Sambia vor allem Hoffnung.

3. Chinesische Investitionen in Äthiopien

Wie Joachim Eggers in der Deutschen Welle berichtet, werden Chinas Investitionen in Äthiopien zunehmend kritisch betrachtet. Rund 12 Milliarden Euro soll China bereits an Äthiopien verliehen haben, hauptsächlich für den Ausbau der Infrastruktur. Um mehr als acht Prozent könne die Wirtschaft pro Jahr dank der chinesischen Investitionen wachsen, so Costantinos Berhutsefa Constantinos, Professor für Politik an der Universität in Addis Abeba. Dieses Wirtschaftswachstum habe vor allem die Regierung nach dem chinesischen Modell vorangetrieben: staatlich verordnetes Wachstum auch gegen Widerstände aus der Bevölkerung. Seit dem Regierungswechsel im Frühjahr 2018 werde das Verhältnis zu China allerdings nüchterner gesehen. Gerade für Bauprojekte oder bei Autofirmen kommen lediglich die Arbeitskräfte aus Äthiopien. Bauteile und Materialien werde aus China importiert. Auch werde China bei den Krediten für die Infrastruktur auf eine Rückzahlung drängen, so Joachim Eggers.

 

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