Über den Tellerrand: Y7-Jugenddelegierte haben globale Ungerechtigkeit im Blick
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Hier bloggen die Jugendbotschafterinnen Luisa und Vanessa über ihren Einsatz als Y7-Jugenddelegierte in Ottawa, Kanada. 

Sonntag Mittag, Ottawa, Eisregen. Ende April? Nicht nur beim Wetter tickt die Welt in Kanada ein bisschen anders. Es kann auch mal vorkommen, dass man Regierungsvertreter*innen beim Vornamen nennt und gemeinsam beim Mittagessen über Weltpolitik diskutiert. Vor einigen Wochen haben wir unsere Erwartungen an den Jugendgipfel in Kanada (Y7) geteilt. Mittlerweile sind wir zurück in Deutschland und der ‘richtige’ G7-Gipfel steht vor der Tür. Höchste Zeit also, dass wir, Vanessa und Luisa, zwei ONE-Jugendbotschafterinnen und Jugenddelegierte des Y7, berichten: Über einen Jugendgipfel der etwas anderen Art.

Vier Tage wach – das Treffen der Jugendvertreter*innen der G7-Länder in Ottawa

Vier Tage lang waren wir gemeinsam mit 30 weiteren Jugenddelegierten aus den G7-Ländern und der EU in Ottawa zu Gast. Dort haben wir in sogenannten “Kollaborationssessions”  an konkreten Handlungsempfehlungen in den Bereichen Geschlechtergleichstellung, Klima und Umwelt und Zukunft der Arbeit gearbeitet. Diese Handlungsempfehlungen richten sich an die G7-Chef*innen und sollen so gut wie möglich widerspiegeln, was jungen Menschen in den G7-Ländern wichtig ist. Deshalb hatten wir bereits vor dem eigentlichen Gipfel  40 Konsultationen mit Expert*innen und jungen Menschen der G7-Länder  durchgeführt und über zwei Wochen hinweg unzählige Stunden online diskutiert. Vor Ort wurden die Ärmel hochgekrempelt – neben den Kollaborationssessions zwischen uns Jugenddelegierten gab es ein sehr straffes Rahmenprogramm mit vielen Keynote Speeches, Vorträgen von  (Jugend-) Organisationen und Treffen mit kanadischen Minister*innen. Wow. Morgens ging es mit den Arbeitsgruppentreffen um 7:25 Uhr los – und oft bis in die Nachtstunden hinein. Da blieb nicht viel Zeit für Schlaf, aber die Kanadier*innen haben vorausschauend ausreichend Kaffee zur Verfügung gestellt. So lässt es sich leben – für vier Tage zumindest. Und der Schlafentzug hat sich gelohnt: Wir haben es geschafft Konsens zu bilden und uns pro Themenfeld auf vier pragmatische, vorausschauende und innovative Handlungsempfehlungen zu einigen.

Historisch: Die Y7 und G7 Delegierte diskutieren auf Augenhöhe.

Eine Videonachricht von Justin Trudeau

Liebend gerne hätten wir mit Justin Trudeau darüber gesprochen, warum Armut sexistisch ist. Der war allerdings zeitgleich in Europa – für das Commonwealth Treffen. Per Videobotschaft teilte uns der Premierminister, der sich übrigens selbst zum ‘Jugendminister’ ernannt hat, mit, wie gespannt er auf die Ergebnisse des Y7-Gipfels ist. Auch Peter Boehm, der Staatssekretär von Trudeau, unterstrich mehrfach, wie wichtig unsere Stimmen und Meinungen sind. Ein Glück, denn wir waren nicht zu überhören.

Was macht eigentlich ein Sherpa?

Der Höhepunkt des Gipfels war, dass wir 90 Minuten lang mit den Sherpas, den verhandelnden Repräsentant*innen der G7-Staaten und der EU, über unsere Empfehlungen diskutieren konnten. Damit haben wir ein bisschen Geschichte geschrieben:  Dies war nämlich das erste inhaltliche Aufeinandertreffen  zwischen G7 und Y7, in dem die Jugenddelegierten geschlossen ihren Ländervertreter*innen gegenüber saßen und auf Augenhöhe diskutiert wurde. Von mehreren Seiten haben wir gehört, dass die G7-Sherpas, sowie auch all die anderen Politikvertreter*innen, positiv von der hart erarbeiteten, geballten Kompetenz in unseren Reihen überrascht waren. Eine solide Grundlage dafür, unsere Vorschläge im politischen Entscheidungsprozess auf dem G7-Gipfel mit einzubeziehen, wie wir finden!

Auf alles vorbereitet und motiviert-trotz straffem Zeitplan.

Über den Tellerrand: Y7-Jugenddelegierte haben globale Ungerechtigkeit im Blick

Ganz im Sinne des JuBo-Spirits haben wir als Teil der deutschen Delegationen ebenfalls dafür gepusht, dass sich unsere Empfehlungen nicht bloß innerhalb unserer eigenen Ländergrenzen abspielen. Ein besonderes Augenmerk wollten wir auf Least Developed Countries legen. Hier konnten wir uns über rege Zustimmung der anderen Jugenddelegierten freuen. Im Bereich Geschlechtergleichstellung wurde unser Vorhaben sogar in einer gesonderten Handlungsempfehlung niedergeschrieben: So schlägt die Y7 nun offiziell die Entwicklung und Einführung einer feministischen Außenpolitik vor. Wir fordern, dass die G7 Länder endlich 0,7% ihres Bruttonationaleinkommens in Entwicklungszusammenarbeit investieren und bei der Verteilung der Gelder berücksichtigen, dass Mädchen und Frauen überproportional von Armut betroffen sind, (das gilt also auch für Deutschland, Herr Scholz!). Wir glauben, dass Armut nicht beendet werden kann, solange Mädchen und Frauen systematisch benachteiligt werden und beispielsweise keinen oder nur eingeschränkten Zugang zu qualitativer Primär- und Sekundärbildung, Landrechten und Finanzen haben. In Sachen feministische Außenpolitik haben Schweden (seit 2014) und Kanada (seit diesem Jahr) haben vorgelegt – jetzt wollen wir Entwürfe von den anderen G7 Staaten sehen!

Ihr merkt, wir haben große Erwartungen an unsere politischen Vertreter*innen. Und nach unserer kurzen Verschnaufpause geht die Arbeit jetzt erst wirklich los – in den Wochen bis zum Gipfel wollen wir möglichst viel Aufmerksamkeit generieren und die G7 Länder sowie die EU darauf aufmerksam machen, was wir, die Jugend, uns für die Zukunft wünschen. Schlussendlich haben die Entscheidungen, die heute gefällt werden einen direkten Einfluss auf unser Leben heute und morgen.

Ihr möchtest uns unterstützen? Dann informiert euch auf y7canada.com (dort wird bald auch die komplette Liste der Handlungsempfehlungen erscheinen), teilt unseren Call to Action in euren Netzwerken und klopft an jede Tür zu der ihr Zugang habt. Gemeinsam können wir Weltpolitik machen!

Unterzeichnet unsere Petition und sagt es Justin Trudeau: Frauen müssen eine faire Chance haben, ihr Potenzial zu entfalten. Zeig wofür du einstehst. Hier geht’s zur Petition. #ArmutIstSexistisch

 

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