19. April 2018
Top-Themen

19. April 2018

Konsequenzen der Fluchtursachenbekämpfung negativ/ Abfallproduktion wächst sechsmal schneller als Weltbevölkerung/ Forderung nach neuen Regelungen für internationale Stiftungsarbeit

Mach mit

Jetzt mitmachen und extreme Armut bekämpfen

1. Konsequenzen der Fluchtursachenbekämpfung negativ
Zeit Online thematisierte bereits gestern eine Bilanz der europäischen Migrationspolitik und kritisierte die sogenannte Fluchtursachenbekämpfung. In den vergangenen drei Jahren habe die EU das Budget für Migrationspolitik um 75 Prozent aufgestockt. Der Treuhandfonds für Afrika umfasse alleine 3,5 Milliarden Euro. Obwohl 2017 weniger Menschen aus Afrika nach Europa kamen als im Jahr davor, warne eine Studie der Stiftung Wissenschaft und Politik davor, auf schnelle Erfolge zu setzen. Die auf sinkende Flüchtlingszahlen fokussierte Migrationspolitik stärke nebenbei autokratische Regierungen und verursache einen wirtschaftlichen Schaden in vielen Ursprungsländern. Die Studie beruhe auf Recherchen in Marokko, Niger, Ägypten, Sudan und Eritrea sowie Gesprächen mit Vertreter*innen überstaatlicher und ziviler Organisationen. Die Forschung sehe insbesondere zwei Aspekte der europäischen Migrationspolitik für Afrika als problematisch an: Zum einen greife eine erkaufte stärkere Überwachung des Grenzschutzes an der Mittelmeerküste und den innerafrikanischen Grenzen nicht in allen Staaten, weil Partnerländer von der Migration profitieren. Zum anderen schade das Geld der EU in den afrikanischen Ländern sogar, da beispielsweise im Süden Algeriens der grenzüberschreitende Handel behindert werde.

2. Abfallproduktion wächst sechsmal schneller als Weltbevölkerung
Die Zeit, Zeit online, der Stern und Spiegel Online berichten über den Wirtschaftskreislauf des Mülls. Deutschland produziere pro Jahr 150.000 Tonnen Elektromüll, wovon der größte Anteil nach Afrika exportiert werde. Die 20 größten Mülldeponien der Welt befinden sich außerhalb der stärksten Müllproduzenten Nordamerika und Europa. Die Weltbank schätze, dass die globale Abfallproduktion sechsmal schneller als das Bevölkerungswachstum ansteige. Weil eine große Zahl von Menschen in Afrika und Asien arm genug seien, führe dies zu einer großen Recyclingindustrie. Spiegel Online thematisiert zudem, dass jährlich tausende Tonnen Elektromüll aus Europa illegal nach Nigeria gebracht werden. Giftige Chemikalien, die vor allem aus Elektroschrott heraustreten, stellen jedoch ein hohes Gesundheitsrisiko für die betroffenen Müllschürfer*innen dar.

3. Forderung nach neuen Regelungen für internationale Stiftungsarbeit
Zeit Online kommentiert die Rechtslage über Stiftungsarbeit weltweit. Die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung könne beispielsweise ihren Zielen, wie der Ausrottung von Kinderlähmung und Malaria nachgehen, weil sie länderübergreifend Projekte fördern könne. Für deutsche Stiftungen sei dies auf Grund einer anderen Gesetzeslage schwierig. Die europäische Stiftungsvertretung ‚Dafne‘ fordere deshalb eine Abänderung, damit Stiftungen zumindest innerhalb der Europäischen Union aktiv werden können. Dies könne zudem für mehr finanzielle Unterstützung sorgen. Die Mittelverwendung sei derzeit an zu enge Richtlinien gebunden, welche die Wirkungsmöglichkeiten eingrenzen. Ein dritter Kritikpunkt sei die fehlende Möglichkeit, Stiftungen und Stiftungsvermögen bündeln zu können. Zusammenschlüsse könnten letztlich eine bessere Mobilisierung von Unterstützer*innen ermöglichen.

×

Jetzt mitmachen und extreme Armut bekämpfen

Durch deine Teilnahme erklärst du dich mit unserer Privacy Policy einverstanden. Da ONEs Hauptsitz in den USA ist, befinden sich dort auch unsere Server. Dorthin werden deine Daten übermittelt.

Ich möchte per E-Mail über aktuelle Kampagnen informiert werden (Du kannst dich jederzeit hier austragen)

Diskutiere mit

Regeln für Kommentare

ähnliche Beiträge