Eine Nachricht an unsere Unterstützer*innen von ONEs Geschäftsführerin Gayle Smith
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Zum Glück und endlich unterziehen sich Organisationen auf der ganzen Welt längst überfälligen radikalen Umbrüchen in Bezug auf Verhaltenskodizes am Arbeitsplatz. Die Bewegung, die Drangsalierung und Missbrauch aufdeckt und die Arbeitswelten verbessert, in denen wir uns bewegen, betrifft alle Sektoren – Vorstandsetagen, Regierungsflure, Redaktionsräume und auch Entwicklungsorganisationen. Auch ONE ist davon betroffen.

Ich bin im März 2017 als Geschäftsführerin und Präsidentin zu dieser Organisation gestoßen, weil ich an ONEs Mission glaube und die Wirksamkeit von ONEs Arbeit erlebt habe. Nach einem Jahr bin ich motiviert wie nie zuvor durch das Engagement, die Kreativität und die Leistung unserer Mitarbeiter*innen weltweit. Allerdings habe ich in den vergangenen Monaten von einigen Vorfällen erfahren, die mich tief besorgen. Ich möchte Ihnen und Euch, unseren Unterstützer*innen, mitteilen, was geschehen ist und was wir seitdem unternommen haben.

Ich habe von diesen Vorfällen zum ersten Mal im November 2017 erfahren, als ehemalige ONE-Mitarbeiter*innen aus unserem Johannesburger Büro auf sozialen Medien berichteten, dass sie während ihrer Anstellung bei ONE Drangsalierungen erfahren haben und dass ihren Beschwerden zu der Zeit seitens der Organisation nicht nachgegangen worden sei. Nachdem wir von diesen Vorfällen erfahren haben, haben wir an drei Fronten schnell reagiert: Wir haben den Kontakt zu den Betroffenen gesucht, die bereit waren, über die Vorfälle zu sprechen und haben ihnen zugehört; wir haben unsere jetzigen Mitarbeiter*innen und unseren Vorstand über die Ereignisse informiert; und wir haben interne Untersuchungen der Vorfälle veranlasst, bei denen wir von externen Kanzleien in Südafrika und Washington unterstützt wurden. Damit wollten wir feststellen, ob die Vorwürfe berechtigt waren.

Die Untersuchungen lieferten Belege unprofessionellen Verhaltens. Insbesondere davon, was ich als Schikanierung und Herabwürdigung in unserem Johannesburger Büro zwischen Ende 2011 und 2015 bezeichnen würde. Mitarbeiter*innen wurden beschimpft und einige berichteten davon, dass eine Vorgesetzte sie zu haushälterischen Tätigkeiten bei sich angewiesen habe. Die Untersuchungen haben außerdem ergeben, dass die Situation von der damaligen Geschäftsführung weder angemessen behandelt noch aufgeklärt wurde. Zudem wurde der Vorstand meiner Ansicht nach nicht angemessen oder voll informiert.

Als ein Mediator und ONE Mitarbeiter*innen sich mit den ehemaligen Mitarbeiter*innen trafen, hat eine ehemalige Mitarbeiterin darüber hinaus beschrieben, wie ihre Vorgesetzte sexistische und suggestive Andeutungen über sie gegenüber einem Regierungsbeamten eines anderen Landes gemacht hat. Als uns am 7. März einige der ehemaligen Mitarbeiter*innen darüber informierten, dass sie rechtliche Schritte gegen ONE einleiten werden, wurden wir auch über die neue Anschuldigung informiert, dass diese Mitarbeiterin zurückgestuft wurde, weil sie sich geweigert hatte, mit dem Regierungsbeamten intimen Kontakt aufzunehmen. Wir sind bisher nicht in der Lage gewesen, diese abscheulichen Vorwürfe zu bestätigen. Wir dementieren oder ignorieren keinen der Vorwürfe – wir untersuchen sie und werden dies auch weiterhin tun, sollten weitere gemacht werden.

Die ehemaligen Mitarbeiter*innen haben auch Fragen bezüglich ONEs rechtlichem Status in Südafrika während der Zeit, in der sie bei ONE angestellt waren, aufgeworfen. Seit 2015
stellt ONE direkt über die rechtliche Tochtergesellschaft “ONE Campaign Africa” ein. Unsere Untersuchungen haben ergeben, dass ONE zwischen 2010 und 2015 als nicht-ansässiger Steuerzahler in Südafrika aktiv war. Während dieser Zeit prüfte ONE, ob Südafrika der richtige Standort für seine Afrika-Zentrale wäre.

Was unsere Untersuchungen insgesamt zutage förderten, ließ mich zu der Entscheidung kommen, dass wir eingestehen müssen, dass tatsächlich institutionelle Fehler begangen wurden und dass wir sicherstellen müssen, dass in unserer Organisation Mechanismen, Richtlinien und Prozeduren verankert sind, die garantieren, dass so etwas nie wieder geschehen kann.

Es hat seit der Zeit, in die diese Anschuldigungen fallen, zahlreiche Wechsel im Management gegeben. Nichtsdestotrotz bin ich hier und jetzt die Präsidentin und Geschäftsführerin und daher übernehme ich Verantwortung und werde dies auch weiterhin tun. Meine Entscheidung war von Anfang an schnell und transparent zu reagieren. Dies beinhaltet, dass wir letzte Woche freiwillig unseren Untersuchungsbericht mit der “UK Charity Commission” geteilt und sie über die Schritte informiert haben, die wir unternommen haben.

Ich bin zu ONE gekommen, um die Organisation in die Zukunft zu führen und mit dem Auftrag sicherzustellen, dass unsere institutionellen Fundamente unsere Prinzipien widerspiegeln und unsere Ambitionen tragen. Die Maßnahmen, die ich in die Wege geleitet habe, sind unter anderem eine Stärkung der internen Richtlinien, Prozeduren und Verfahren. Ich habe darüber hinaus eine neue leitende Geschäftsführerin (Chief Operating Officer), einen Stabschef (Chief of Staff), eine neue Leiterin der Personalabteilung (Chief People Officer) und eine neue Exekutiv-Direktorin Afrika eingestellt. Aber ein sicheres und offenes Arbeitsumfeld benötigt mehr als nur gute Menschen. Deshalb haben wir in den Bereichen Management und Personalführung, Gender, unterbewussten Vorurteilen und kultureller Aufmerksamkeit verpflichtende Trainings eingeführt. Darüber hinaus verlangen wir regelmäßiges “360 Bewertungen” für Führungskräfte, sodass Mitarbeiter*innen ihre Vorgesetzten bewerten können, und wir haben die Einstiegs- und Ausstiegsgespräche verbessert.

Wie ich unserem Team gesagt habe, müssen wir sicherstellen, dass sie Probleme oder Bedenken mit dem Wissen berichten können, dass diese gehört werden und ihre Vertraulichkeit geschützt wird. Daher planen wir, ein anonymes Hinweis- und Beschwerde- Sprachnachrichtensystem einzurichten. Wir überarbeiten unser Südafrika-Mitarbeiterhandbuch und stellen für unser wachsendes Afrika-Team eine*n weitere*n Personalleiter*in ein.

Ich habe persönlich meine tief empfundenen Entschuldigungen an die ehemaligen Mitarbeiter*innen entrichtet, die ihre Geschichten mit uns geteilt haben. Wir haben ihnen ein Unterstützungspaket mit persönlichen und professionellen Maßnahmen angeboten. Und wir haben ihnen versichert, dass diese Art von Verhalten bei ONE niemals wieder toleriert werden wird.

Ich glaube, dass Organisationen im Non-Profit-Bereich wie wir, die danach streben, die Welt zu einem besseren Ort zu machen, eine besondere Verpflichtung haben sicherzustellen, dass unsere Institutionen die Werte verkörpern, für die wir eintreten.

Ich möchte öffentlich und unmissverständlich sagen: Verhalten von jedwedem Mitglied meines Teams, das die Würde anderer untergräbt, wird nicht toleriert. Wir sind nur so gut wie unsere Mitarbeiter*innen und unsere Werte und während ONEs wichtige Arbeit weitergeht, versichere ich, dass ich unerbittlich darin sein werde, beide zu schützen. Aber ich will auch versichern, dass mein Bekenntnis zu dieser Organisation und ihrer Mission so stark ist wie eh und je.

Wir sind eine Organisation von Aktivist*innen und ich bin dankbar, dass diese aktivistischen Instinkte unsere ehemaligen Mitarbeiter*innen dazu gebracht haben, uns auf diese Vorfälle aufmerksam zu machen und zu fordern, dass wir besser werden. Mit Ihrer und Eurer kontinuierlichen Unterstützung und unermüdlichen Bemühungen werden wir uns weiterhin auf unsere wichtige Arbeit für Gerechtigkeit, Gleichheit und Chancen für alle konzentrieren.

Mit aufrichtigen Grüßen
Gayle Smith

DIES IST EINE ÜBERSETZUNG – IM ZWEIFEL IST DIE ENGLISCHE ORIGINALFASSUNG MAßGEBLICH

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