Prominente fordern: “Bitte verankern Sie im Koalitionsvertrag eine starke deutsche Entwicklungspolitik.”
Entwicklungszusammenarbeit

Prominente fordern: “Bitte verankern Sie im Koalitionsvertrag eine starke deutsche Entwicklungspolitik.”

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Jetzt mitmachen und extreme Armut bekämpfen

Die Koalitionsverhandlungen gehen so langsam aber sicher in den Endspurt, und wir bei ONE machen Druck, damit der Koalitionsvertrag starke Aussagen im Kampf gegen extreme Armut enthält.

Unterstützung bekommen wir dabei von prominenten ONE-Unterstützerinnen und Unterstützern: Senta Berger, Culcha Candela, Jan Josef Liefers, Anna Loos, Michael Mittermeier, Sara Nuru, Minh-Khai Phan-Thi, Ivy Quainoo, Hans Sarpei, Frank Schätzing und Prof. Dr. Andreas Suchanek wenden sich mit einem Offenen Brief an Angela Merkel, Martin Schulz und Horst Seehofer und fordern:

“Ergreifen Sie diese Chance und stellen Sie sich unserer Verantwortung: Bitte verankern Sie im Koalitionsvertrag eine starke deutsche Entwicklungspolitik”.

Das Sondierungspapier war in dieser Hinsicht leider kein großer Wurf. Umso wichtiger ist es, in dieser entscheidenden Phase klar zu machen: Deutschland muss seine Versprechen einhalten und eine Entwicklungspolitik machen, die extreme Armut bekämpft.

Hier könnt ihr den Brief in voller Länge nachlesen:

Betreff: Armutsbekämpfung im Koalitionsvertrag

Sehr geehrte Frau Dr. Merkel, sehr geehrter Herr Schulz, sehr geehrter Herr Seehofer,

Sie führen gerade spannende und schwierige Verhandlungen miteinander, für die wir Ihnen gutes Gelingen wünschen. Wir glauben, dass es bei einer wichtigen Sache zwischen Ihnen mehr Gemeinsamkeiten als Gegensätze gibt: bei der Entwicklungspolitik. Deshalb bitten wir Sie, in Ihrem Koalitionsvertrag ehrgeizige Schritte hin zu einer Welt ohne extreme Armut festzuhalten.

Unter der Großen Koalition hat Deutschland erstmals das internationale Ziel erreicht, 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens in Entwicklung zu investieren. Allerdings: Das gelang nicht zuletzt deshalb, weil die Kosten für die Versorgung geflüchteter Menschen in Deutschland als Entwicklungshilfe angerechnet wurden.

Damit wir uns richtig verstehen: Es war und ist auch in Zukunft richtig, Menschen auf der Flucht zu helfen. Doch so richtig diese Investitionen sind: Den Menschen in Entwicklungsländern eröffnen sie keine Perspektiven. Wir finden, Menschen in extremer Armut und Menschen auf der Flucht dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Darum bitten wir Sie: Halten Sie die 0,7-Prozent-Marke und stellen Sie sicher, dass diese Entwicklungsgelder in Zukunft tatsächlich der Bekämpfung extremer Armut zugutekommen.

Hierbei sollte sich die deutsche Entwicklungspolitik an den Bedürfnissen derjenigen orientieren, die am stärksten von extremer Armut betroffen sind. Wir sollten uns auf die am wenigsten entwickelten Länder fokussieren, insbesondere in Subsahara-Afrika. Wir sollten vor allem in Gesundheit, Bildung und den Kampf gegen Hunger und Mangelernährung investieren. Dabei sollten wir vermehrt multilaterale Instrumente nutzen, da diese durch die Bündelung von Ressourcen mehr bewirken können. Nicht zuletzt sollten wir Frauen und Mädchen stärken – das ist nicht nur geboten, sondern zudem für die Armutsbekämpfung besonders effektiv.

Damit all dies langfristig wirken kann, braucht es allerdings faire Strukturen und mehr Transparenz. Die afrikanische Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik fordern schon lange besseren Zugang zu Informationen über öffentliche Investitionen, Scheinfirmen und Steuerzahlungen. Nur durch mehr Transparenz haben afrikanische Regierungen und die afrikanische Zivilgesellschaft die Chance, die Korruption und den illegalen Kapitalabfluss zu stoppen. Daher sollte die nächste Bundesregierung entsprechende europäische Gesetzesvorhaben stärker als bisher unterstützen.

Mit alledem würde Deutschland dazu beitragen, Armut und Hoffnungslosigkeit zurückzudrängen, Chancen und Perspektiven zu eröffnen und eine gerechtere und somit friedlichere Welt zu schaffen. Wir haben die Chance, die extreme Armut zu unseren Lebzeiten zu beenden. In den vergangenen 20 Jahren wurde sie bereits halbiert. Auf diesem Weg müssen wir weiter voranschreiten. Deutschland kommt in diesen unwägbaren Zeiten aufgrund seines politischen und wirtschaftlichen Gewichts eine besondere Verantwortung zu. Ergreifen Sie diese Chance und stellen Sie sich unserer Verantwortung: Bitte verankern Sie im Koalitionsvertrag eine starke deutsche Entwicklungspolitik.

Mit freundlichen Grüßen

Senta Berger
Culcha Candela
Jan Josef Liefers
Anna Loos
Michael Mittermeier
Sara Nuru
Minh-Khai Phan-Thi
Ivy Quainoo
Hans Sarpei
Frank Schätzing
Prof. Dr. Andreas Suchanek

 

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