01. Dezember 2017
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01. Dezember 2017

EU-AU Gipfel: Enttäuschung für Afrikas Jugend/G20: Altmaier zieht Bilanz/Zahl der Malariafälle steigt

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1. EU-AU Gipfel: Enttäuschung für Afrikas Jugend
Viele Medien, darunter Spiegel Online und die Deutsche Welle (DW), berichteten gestern über die ernüchternden Ergebnisse des Gipfels der Europäischen und Afrikanischen Union in Abidjan (Elfenbeinküste). Demnach enthalte die Abschlusserklärung viele Ankündigungen, aber wenig konkretes. Die einzige greifbare Ankündigung sei von der Afrikanischen Union (AU) gekommen, die versprochen habe, 3800 Geflüchtete aus Libyen innerhalb der nächsten Wochen zu evakuieren. Ein CNN-Video über die katastrophale Lage in libyschen Internierungslagern habe die Situation zu einem Hauptgesprächsthema des Gipfels gemacht. Dies habe viele Entwicklungsorganisationen überrascht, da die Misshandlung, der Missbrauch und die Ermordung von Geflüchteten in Libyen seit einigen Monaten bekannt gewesen sei. Friederike Röder, Frankreich-Direktorin der Entwicklungsorganisation ONE, halte die Evakuierung lediglich für eine „Notmaßnahme“, die an den eigentlichen Problemen nichts ändern werde. Diese grundlegenden Probleme brachte die Präsidentin der Pan-Afrikanischen Jugendunion, Francine Muyumba, auf den Punkt:. Wenn die afrikanische Jugend nicht gefördert werde, sei es kein Wunder, wenn sie die Nase voll hätten „von dem Leben, das sie in Afrika führen“ müssten. Röder hätte sich gewünscht, dass der alle vier Jahre stattfindende Gipfel die notwendigen Grundlagen für eine umfassende Strategie zu Jugend, Bildung und Beschäftigung geschaffen hätte. Stattdessen sei er jedoch eine „bittere Enttäuschung“ für Afrikas Jugend gewesen. Laut Röder  wäre zudem ein positives Signal für die Globale Partnerschaft für Bildung wünschenswert gewesen. Im Februar werde eine Geberkonferenz der AU und EU organisiert, bei der Gelder für Bildungspartnerschaften für 40 Millionen Kinder gesammelt werden sollen. Hierfür benötige man drei Milliarden Euro, die „man nicht mal eben so“ zusammenkriege, so Röder. Schlussendlich seien sich bei dem Gipfel alle über die Herausforderungen einig gewesen, es hätte jedoch keine neuen Initiativen gegeben –  auch nicht den von der EU vorab angekündigten „Marshallplan“.

2. G20: Altmaier zieht Bilanz
Anlässlich des Endes der deutschen G20-Präsidentschaft zieht Peter Altmaier, Chef des Bundeskanzleramts und geschäftsführender Bundesfinanzminister, in einem Gastbeitrag im Handelsblatt Bilanz. Die G20 seien das wichtigste Forum für internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit. Eines der Schwerpunktthemen sei dieses Jahr die Partnerschaft mit Afrika gewesen. Die G20 hätten deshalb die „Compacts mit Afrika“-Initiative ins Leben gerufen. Damit wolle man durch konsequente Reformen der afrikanischen Regierungen die Rahmenbedingungen für Investitionen verbessern. Zehn afrikanische Länder hätten sich bereits der Initiative angeschlossen. Deutschland engagiere sich als bilateraler Partner für drei Compact-Länder (die Elfenbeinküste, Ghana und Tunesien). Die Compacts sollen auch dabei helfen, bestehende Initiativen besser zu vernetzen.

3. WHO-Bericht: Malaria-Fälle 2016 wieder gestiegen
Mehrere Medien, darunter die Deutsche Welle (DW), die Augsburger Allgemeine und der Südwestrundfunk (SWR), berichteten unter Berufung auf einen Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) über den erneuten Anstieg von Malaria-Erkrankungen im vergangen Jahr. 2016 seien 216 Millionen Malaria-Fälle gezählt worden, verglichen mit 211 Millionen im Vorjahr. Gleichzeitig sei jedoch die Zahl der Malaria-Toten um 1000 Fälle auf 445.000 gesunken. Drei Viertel der Malaria-Todesfälle beträfen Kinder unter fünf Jahren, die meisten davon in Subsahara-Afrika. Es gebe mehrere Ursachen für den mangelnden Erfolg in der Malaria-Bekämpfung. Ein Grund seien die zunehmenden Resistenzen der Malaria-Erreger. In 61 von 76 schwer betroffenen Ländern sei mindestens ein Malaria-Erreger immun gegen die bisherigen Wirkstoffe. Die WHO beklagt zudem den Geldmangel in der Malaria-Bekämpfung. 2016 seien 2,7 Milliarden US-Dollar für die Bekämpfung der Krankheit ausgegeben worden. Um das für 2030 anvisierte WHO-Ziel der Malaria-Eindämmung zu erreichen, benötige man jedoch jährlich 6,5 Milliarden US-Dollar. In Subsahara-Afrika bereiteten zudem bewaffnete Konflikte und Klima-Schwankungen Probleme. Dort würden 90% aller Malaria-Fälle auftreten. Die WHO mahnte, dass die Zahl der Krankheits- und Todesfälle durch Malaria ohne neue Ansätze und mehr Geld weiter steigen werde.

 

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