28. November 2017
Top-Themen

28. November 2017

Frankreichs Afrikapolitik im Wandel/Streit über Nil/Tschad bleibt EU-Partner

Mach Mit

Jetzt mitmachen und extreme Armut bekämpfen

1. Macron: Ein Wandel in der französischen Afrikapolitik?
Die Afrikareise des französischen Präsidenten, Emmanuel Macron, soll einen Wandel in der französischen Afrikapolitik symbolisieren, beobachtet die Deutsche Welle (DW). Mit den afrikanischen Partner*innen pflege Macron einen Umgang, der von Respekt und Klarheit geprägt sei. Beide Seiten müssten ihre eigene Verantwortung wahrnehmen. Ein Schwerpunkt von Macrons Afrika-Agenda sei die Förderung der jungen Generation. Der Politikwissenschaftler, Tumba Shango Lokoho, betonte jedoch, dass die Jugend sowohl Mittel  für die Ausbildung benötige als auch Arbeitsperspektiven auf dem Kontinent. Der französische Journalist und Autor, Antoine Glaser, vermutet, dass es für Macron nicht leicht werde, die junge Generation auf seine Seite zu ziehen, solange Frankreich mit alteingesessenen afrikanischen Staatschefs zusammenarbeite. Die neue Afrika-Agenda führe die Sicherheitsstrategie von Ex-Präsident Hollande weiter. Neben der eigenen militärischen Mission im Sahel setze sich Macron für den Aufbau der westafrikanischen Allianz gegen den Terror, auch G5-Gruppe genannt, ein. Laut des Politologen Lokoho habe Macron erkannt, dass man eine gerechte und sachkundige Wirtschaftspolitik unterstützen müsse, um den Extremisten den Boden zu entziehen. Dazu gehöre auch die Diversifizierung der Wirtschaft in afrikanischen Staaten.

2. Äthiopien: Streit über den Nil-Staudamm
Die Erbauung eines Nil-Staudamms und Kraftwerks in Äthiopien führt zu Konflikten mit den Nachbarländern, wie tagesschau.de berichtet. Der Staudamm werde in der Nähe der Grenze zum Sudan von 10.000 Bauarbeiter*innen erbaut. Hinter der Staumauer entstehe ein See, der dreimal so groß wie der Bodensee werden solle. Das Kraftwerk könne am Ende mehr als 6000 Megawatt Strom erzeugen, die für die Stromversorgung des ganzen Landes und sogar für Exporte reichen würden. Äthiopien wolle durch den Bau des Damms energiepolitisch endlich auf eigenen Beinen stehen und sich aus der Abhängigkeit von Entwicklungsgeldern lösen. Passenderweise werde das Bauprojekt „Großer Damm der Äthiopischen Wiedergeburt“ genannt. Der Wasserkraft-Experte Tenalem Ayenew ist überzeugt, dass der Staudamm „dem Kontinent die Augen öffnen“ werde. Der Fünf-Milliarden-Dollar-Damm werde durch den äthiopischen Staat finanziert. Die Bevölkerung trage in Form von Monatsgehältern und Spenden, mehr oder weniger freiwillig, dazu bei. Das Nilwasser stehe allerdings seit einem Abkommen von 1959 zu mehr als 90 Prozent Ägypten und dem Sudan zu. Die beiden Länder stünden dem Großbauprojekt ablehnend gegenüber, da sie befürchteten, dass der Staudamm Teile des Nils austrockne.

3. Tschad bleibt EU-Partner
Im Vorfeld des EU-Afrika Gipfels diese Woche beleuchtet der Deutschlandfunk die Zusammenarbeit der Europäischen Union (EU) mit der umstrittenen Regierung des Tschads. Das Land sei ein strategischer Partner der EU im Anti-Terror Kampf und der Migration. Nach Ansicht der EU-Botschafterin Denise-Elena Ionete befände sich der Tschad im Mittelpunkt vieler Krisen und sei somit ein Schlüsselstaat. Die EU vermute, dass der Norden des Tschads zum Transport-Korridor von Schleusern werde, die Geflüchtete in Richtung Mittelmeer transportieren würden. Deswegen arbeite die EU eng mit Präsident Idriss Déby zusammen, der bereits seit 27 Jahren an der Macht sei. Die Vorsitzende der Frauenorganisation, Céline Namardji, bezweifele jedoch, dass die EU-Investitionen in den letzten 27 Jahren irgendetwas bewirkt hätten. Der Tschad sei im Gegenteil seit 2002 von Platz 167 auf 187 von insgesamt 188 Ländern im UN-Entwicklungsindex zurückgefallen. Der Oppositionsführer, Saleh Kebzabo, halte die Zusammenarbeit der EU mit der derzeitigen Regierung für einen fatalen Irrtum. Er betone, dass der „demokratische Prozess im Tschad unterstützt werden“ müsse. Dies könne nicht geschehen, wenn politische Führer illegitim oder illegal Macht ausüben. Obwohl unabhängige Prüfer*innen der EU eine bescheidene Wirkung der Entwicklungsgelder aufgrund des Unwillens der Regierung festgestellt hätten, habe die EU-Kommission die bilateralen Mittel für den Tschad um 250 Milliarden Euro erhöht. Auch die Bundesregierung wolle die bilaterale Zusammenarbeit mit dem Tschad wiederaufnehmen. Der Oppositionschef warne jedoch, dass die Situation explodieren werde, wenn die grundlegenden Probleme nicht endlich gelöst werden.

×

Jetzt mitmachen und extreme Armut bekämpfen

Durch deine Teilnahme erklärst du dich mit unserer Privacy Policy einverstanden. Da ONEs Hauptsitz in den USA ist, befinden sich dort auch unsere Server. Dorthin werden deine Daten übermittelt.

Ich möchte per E-Mail über aktuelle Kampagnen informiert werden (Du kannst dich jederzeit hier austragen)

Diskutiere mit

Regeln für Kommentare

ähnliche Beiträge