16. November 2017
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16. November 2017

Simbabwes Zukunft/ WFP fordert mehr Mittel im Kampf gegen Hunger/ 825 Millionen Kinder ohne Bildung

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  1. Simbabwe: Wenig Hoffnung auf bessere Entwicklung

Der Deutschlandfunk interviewte heute den Afrika-Experten Jürgen Langen zur derzeitigen Situation in Simbabwe. Nach der Machtübernahme des Militärs diese Woche stehe der Langzeitpräsident Robert Mugabe nun unter Hausarrest. In seiner fast 40-jährigen Regierungszeit sei er vom Freiheitskämpfer zum Tyrann geworden. Der Afrika-Experte Langen glaube jedoch nicht, dass die Ära Mugabe bereits beendet sei. Er vermute, dass Mugabe noch mindestens bis zum Sonderparteitag im Dezember seine Position behalte und dort ein Nachfolger gewählt werde. Für die nahe Zukunft sehe er zwei Optionen.  Es könne zum einen zu Gewaltausschreitungen kommen. Allerdings halte er dies für relativ unwahrscheinlich, denn der südafrikanische Präsident Jacob Zuma habe gedroht, bei Unruhen einzuschreiten. Eine zweite Option sei, dass der ehemalige Vizepräsident Mnangagwa in sein altes Amt zurückkehren werde und möglicherweise das Amt des Staatspräsidenten übernehme. Als Ursache für die Machtübernahme des Militärs sehe der Experte die Dickköpfigkeit des Präsidenten. Er habe potentielle Nachfolger gezielt abgesetzt und sich selbst für nicht ersetzbar gehalten. Die Menschen in Simbabwe würden die Geschehnisse aufmerksam beobachten. Sie seien sich bewusst, dass es nicht viel schlimmer kommen könne. Simbabwe habe derzeit eine Arbeitslosigkeit von 95 Prozent und eine Inflationsrate von 350 bis 380 Prozent. Langen sei pessimistisch, was die Entwicklung Simbabwes anbelange. Das Land sei in den letzten Jahren so heruntergewirtschaftet worden, dass höchstens ausländische Investitionen die Entwicklung beschleunigen könnten.

  1. WFP: Mehr Mittel für die Hungerbekämpfung nötig

In einem Interview von Zeit Online mit dem Direktor des Welternährungsprogramms (WFP) David Beasley fordert der Experte mehr Engagement bei der Bekämpfung des weltweiten Hungers. Die Zahl der hungernden Menschen sei nach zehn Jahren erstmals wieder gestiegen – auf schätzungsweise 815 Millionen Menschen (11 Prozent der Weltbevölkerung). Ein erheblicher Grund für den Anstieg sei der Klimawandel. Naturkatastrophen wie Flut und Dürre würden den Menschen ihre Lebensgrundlage entziehen. Hinzu komme, dass extremistische Gruppen diese Notlage für ihre Zwecke ausnutzten. Beasley appelliere an die Regierungen, mehr Geld für das Welternährungsprogramm zur Verfügung zu stellen. Mehr Mittel im Kampf gegen den Hunger würden auch der nationalen Sicherheit dienen, so der WPF-Direktor. Es gäbe einen klaren Zusammenhang zwischen Hunger und Migration. Hätten die Menschen keine Nahrung, seien sie gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Die Hauptursache für Hungersnöte seien zwar immer noch Kriege und bewaffnete Konflikte. So lange man diese jedoch nicht beenden könne, sollte man die Menschen wenigstens mit dem Nötigsten versorgen, so Beasley.

  1. Malala: „Wir dürfen die Wortführer unserer Zukunft nicht verlieren.“

 Die Weltbank hat vor kurzem einen Bericht mit dem Thema die „globale Krise des Lernens“ veröffentlicht, meldet Spiegel Online. In dem Bericht warne die Organisation, dass im Jahr 2030 insgesamt 825 Millionen Kinder keinen Zugang zu Bildung hätten, wenn die Politik nicht schnell Notmaßnahmen ergreife. Das beträfe mehr als die Hälfte der Kinder und Jugendlichen weltweit. Der Unesco zufolge könnten bereits jetzt 617 Millionen Kinder und Jugendliche nicht lesen und rechnen. Eine Viertelmilliarde Kinder könne noch nicht einmal zur Schule gehen. Insbesondere Entwicklungs- und Schwellenländer seien von der Bildungskrise betroffen, die durch einen Teufelskreis aus „Armut, Arbeitslosigkeit, Ungleichheit und Instabilität“ ausgelöst werde. Die Bildungskrise habe auch Auswirkungen auf die politische Sicherheit weltweit, denn ungebildete Kinder und Jugendliche seien anfälliger für die Indoktrination extremer Gruppen. Dennoch interessiere die globale Bildung viele reiche Staaten wenig. Sie hätten sich zwar verpflichtet, im Februar auf einer Geberkonferenz 3,1 Milliarden US-Dollar für die „Global Partnership for Education“ (GPE) zusammenzubringen. Laut GPE-Chefin Julia Gillard würden aber eigentlich 39 Milliarden Euro benötigt. Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai prangere die derzeitige Situation an und mahne, dass wir „die Wortführer unserer Zukunft nicht verlieren“ könnten.

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