Wie Wissen über Tintenfische die Einkünfte eines ganzen Fischerdorfes verdreifachte
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Wie Wissen über Tintenfische die Einkünfte eines ganzen Fischerdorfes verdreifachte

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In diesem kleinen Fischerdorf an der Südwestküste Madagaskars erhält Henriette von einer britischen Meeresschutzorganisation rund 18 US-Dollar pro Monat, um gefangene Haie und Tintenfische zu zählen.

Zunächst freute sie sich nur über den Zusatzverdienst, weil sie damit das Schulgeld ihrer Kinder bezahlen konnte. Schnell erkannte sie jedoch, wie wichtig das Wissen über die Meerestiere ist: Die Bestände gingen aufgrund von Überfischung zurück oder waren gefährdet.

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„In der Vergangenheit wurden viele Fehler gemacht – Fischfang mit Gift, Zerstörung des Riffs auf der Suche nach Tintenfischen oder Seegurken – dadurch wurden viel vernichtet“, erklärt sie.

Inzwischen ist dies für Henriette nicht mehr nur ein einfacher Job. Sie spielt eine wichtige Rolle bei der Aufklärung des einheimischen Volkes der Vezo – hervorragende Segler, die ihre Ursprünge auf dem Meer sehen.

Sie kann Stunden damit zubringen, den von den Fischern in ihren Holzbooten mitgebrachten Fang zu wiegen und zu dokumentieren, wer wann was gefangen hat.

„Dadurch weiß ich, dass es bei Tintenfischen und Haien jahreszeitlich bedingte große Mengenschwankungen gibt“, erklärt sie.

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Ihr Interesse an Tintenfischen wuchs, seit die Meeresschutzorganisation vor 10 Jahren empfahl, bestimmte Fanggründe pro Jahr für zwei Monate zu sperren, damit die Arten sich ungestört fortpflanzen und sich die Bestände erholen können.

In einem Dorf, in dem mitunter der Fang eines gesamten Tages nicht ausreicht, um alle satt zu machen, und wo es außer dem Fischen kaum andere Jobs gibt, war es eine große Herausforderung, den Fischfang für eine Weile auszusetzen.

Dennoch ließ man sich darauf ein und erzielte spektakuläre Ergebnisse. Nach der Pause fing man doppelt so viel und die Einkünfte stiegen auf das Dreifache im Vergleich zu den Vorjahren. Inzwischen sind mehr als 20 Dörfer diesem Beispiel gefolgt.

Das Interesse an Wissen über die Meereswelt nahm zu. Die Menschen wollen mehr darüber erfahren, wie sie es vermeiden können, dass die Bestände immer kleiner und kleiner werden.

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Henriette ist stolz darauf, ihr neu erworbenes Wissen an andere weiterzugeben, auch wenn sie nebenbei noch andere Jobs hat, um über die Runden zu kommen.

„Es ist anstrengend, aber ich schaffe es, alles unter einen Hut zu bringen“, sagt sie, lächelt dabei und wendet sich vier großen Töpfen mit Essen zu, das ihr Frauenverband für ein Treffen kocht.

„Für mich ist es wichtig, zum nachhaltigen Umgang mit den Fischbeständen beizutragen. Auch meine Kinder sollen noch was davon haben“, erklärt sie.

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