08. November 2017
Top-Themen

08. November 2017

Paradise Papers: EU macht Druck/Wieder viele Tote im Mittelmeer/ Erfindertum gegen Dürre

Mach mit

Jetzt mitmachen und extreme Armut bekämpfen

1. Paradise Papers: EU macht Druck
Anlässlich der Veröffentlichung der Paradise Papers am Sonntagabend berichteten gestern unter anderem die Tagesschau, die Deutsche Welle (DW) und die Süddeutsche Zeitung (SZ) über die Steuertricks von zahlreichen Konzernen, Organisationen und Einzelpersonen. Die EU habe bereits im Nachgang der Panama Papers 2016 an einer Schwarzen Liste der Steuerparadiese gearbeitet. EU-Kommissar Pierre Moscovici fordert, dass diese Liste bis Ende des Jahres abgeschlossen und das Programm gegen Steuervermeidung und aggressive Steuerplanung beschleunigt werde. Bereits im Februar habe Brüssel die Steuergesetzgebung in 92 Ländern und Gebieten als problematisch eingestuft. Rund 60 von ihnen hätten eine schriftliche Aufforderung erhalten, bis zum 18. November Reformen in der Steuergesetzgebung vorzunehmen. Die Liste könnte bereits beim EU-Finanzministertreffen am 5. Dezember beschlossen werden. Die Bundesregierung unterstütze die Pläne der Kommission. Bundesfinanzminister Peter Altmaier (CDU) sagte dazu, dass „ein klares Ergebnis mit Signalwirkung nötig“ sei. Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire sehe die Liste lediglich als einen ersten Schritt und fordere des Weiteren die Verordnung von Sanktionen. Als mögliche Sanktion könne die Weltbank oder der Internationale Währungsfonds den Transfer von Geldern an Länder auf der Liste stoppen. Der Tagesschau und der SZ zufolge seien auch mehr als 50 Entwicklungsbanken in den Paradise Papers zu finden, die Offshore Strukturen für die Finanzierung ihrer Projekte nutzen würden. Schätzungen zufolge könnten die Entwicklungsbanken jährlich mehrere Milliarden US-Dollar über diese Strukturen laufen lassen. Viele Entwicklungsbanken argumentieren, dass die Offshore Financial Centers (OFC) über eine rechtliche Infrastruktur verfügen, die den Projektländern oft fehle. Diese Infrastruktur würde den Investoren stabile Rahmenbedingungen geben, so die Deutsche Entwicklungsgesellschaft (DEG). Einer afrikanischen Projektfirma zufolge sei die Nutzung von OFCs sogar ein Muss für gewisse Projekte. Man benötige einen Versicherungsschutz gegen politische Risiken in den Entwicklungsländern. Viele Regierungen würden zudem fordern, dass Projekte so günstig wie möglich gehalten werden. Laut der Entwicklungsorganisation Oxfam würden den Projektländern hierdurch jedoch wichtige Einnahmen verloren gehen. Entwicklungshelfer kritisierten zudem, dass die Praktiken der Entwicklungsbanken nicht transparent genug seien.

2. Erneut viele Tote im Mittelmeer
Mehrere Medien, darunter das ZDF und die Frankfurter Rundschau, melden unter Berufung auf die Internationalen Organisation für Migration (IOM), dass allein 2017 knapp 3000 Migrant*innen bei der Flucht über das Mittelmeer gestorben sind. Die meisten von ihnen stammten aus Westafrika. Im Vorjahr seien bis Anfang November sogar 3.200 Geflüchtete auf dem Mittelmeer gestorben. Allerdings hätten 2016 deutlich mehr Menschen die gefährliche Überfahrt auf sich genommen – 337.000 verglichen mit 154.000 Migrant*innen in diesem Jahr.

3. Erfindertum gegen Dürre
Anlässlich der Bonner Weltklimakonferenz portraitierte die Deutsche Welle (DW) bereits gestern Sounna Moussa, einen nigrischen Bauern, der ein spezielles Bewässerungssystem erfunden hat. Der Südwesten Nigers leide seit Jahren unter Trockenheit, Erosion und Wüstenbildung. Deshalb habe Moussa die „Halbmondmethode“ erfunden, bei der er „Halbmonde“ in den Boden hacke, um das Wasser in die Erde zu bringen und somit die Verdampfung zu stoppen. In die Halbmonde pflanze er Büsche und Bäume, die den hohen Temperaturen trotzen können. Zwischen den Bäumen würden dann Bohnen, Mais oder Hirse angebaut werden. Die Methode ermögliche es ihm, seine Familie zu ernähren und den Überschuss zu verkaufen. Die „Halbmondmethode“ sei eine uralte Technik, die kaum mehr praktiziert werde. Moussa gebe die Methode an andere Bauern und Bäuerinnen weiter. Internationale Organisationen hätten auch schon Interesse an der Verbreitung seiner Technik gezeigt. Zudem wird kritisch angemerkt, dass Frauen die Arbeit durch das traditionelle Landverteilungssystem erschwert werde.

×

Jetzt mitmachen und extreme Armut bekämpfen

Durch deine Teilnahme erklärst du dich mit unserer Privacy Policy einverstanden. Da ONEs Hauptsitz in den USA ist, befinden sich dort auch unsere Server. Dorthin werden deine Daten übermittelt.
Du willst immer auf dem Laufenden sein, wie du dich im Kampf gegen extreme Armut engagieren kannst?
Dann trag dich auf unserem Verteiler ein, um E-Mails von ONE zu erhalten und gemeinsam mit Millionen Menschen weltweit extreme Armut und vermeidbare Krankheiten zu bekämpfen. Deine Unterstützung bedeutet uns sehr viel. Wir werden dich niemals um Spenden bitten. Du kannst dich jederzeit austragen.
Bist du sicher? Wenn du 'Ja' auswählst, zeigen wir dir weitere Wege, dich mit deiner Stimme im Kampf gegen extreme Armut einzusetzen. Du kannst dich jederzeit austragen.

Diskutiere mit

Regeln für Kommentare

ähnliche Beiträge