Neue Bundesregierung, neue Chancen: 0,7 – fertig – los!
Entwicklungszusammenarbeit

Neue Bundesregierung, neue Chancen: 0,7 – fertig – los!

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Dies ist ein Gastbeitrag der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW). 

Ein sportliches Ziel erreicht man leichter, wenn einen viele Menschen anfeuern. Offenbar braucht das Team Deutschland lautere Unterstützung von den Zuschauerrängen. Seit 1970 hat die Bundesregierung immer wieder ihr Versprechen erneuert, 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für Entwicklungszusammenarbeit aufzubringen. Nach vielen Verlängerungen muss auch mal ein Tor fallen! Mit viel Training und politischem Willen wurde das 0,7-Prozent-Ziel im Jahr 2016 offiziell erstmals erreicht. Wir sagen: Das war nur ein Pfostenschuss! Denn die Bundesregierung nutzte einen taktischen Trick: Sie hat die Kosten für Geflüchtete in Deutschland angerechnet, die mehr als 25 Prozent der Entwicklungsausgaben ausmachen. Damit war Deutschland 2016 größter Empfänger der eigenen Entwicklungsgelder.

Diese Anrechnung ist zwar laut den Spielregeln der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zulässig. Doch wir, die DSW, wollen zusammen mit anderen Nichtregierungsorganisationen mit der Kampagne „0,7 – fertig – los“ die Bundesregierung anfeuern, endlich das 0,7-Prozent-Ziel für echte Entwicklungszusammenarbeit zu erreichen. Ohne Tricks oder Fouls.

0,7 Prozent für 83 Prozent der Weltbevölkerung

Alle Menschen haben das Recht auf eine funktionierende Gesundheitsversorgung, Bildungszugang und menschenwürdige Arbeit. Laut Weltbevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) leben aktuell 83 Prozent der Weltbevölkerung in Entwicklungsländern. Das sind rund 6,3 Milliarden Menschen. Wird das 0,7-Prozent-Ziel eingehalten, stehen die Chancen besser, dass auch diese Menschenrechte überall eingehalten werden können.

Deutschland ist nicht allein beim Match um die 0,7 Prozent. Im Ausschuss für Entwicklungshilfe der OECD sind aktuell 30 Geberländer, die versprochen haben, das 0,7-Prozent-Ziel bis 2030 zu erreichen. 2016 haben neben Deutschland nur fünf weitere Länder das Ziel erreicht. Meist auch durch Anrechnung der Kosten für Geflüchtete im eigenen Land. Wir finden, Deutschland sollte mit gutem Beispiel vorangehen und nicht Empfänger seiner eigenen Entwicklungsgelder sein. Schließlich spielt die Bundesrepublik in der obersten Liga der großen Wirtschaftsnationen.

Globale Entwicklung braucht Teamgeist!

Wir brauchen viele Unterstützer, um für das 0,7-Ziel zu trommeln. Da kommt ihr ins Spiel. Auf unserer Kampagnen-Website erfahrt ihr, wie das Team Deutschland aufgestellt ist. Wir haben die Aussagen von Spitzenpolitiker*innen zur Bedeutung und Förderung der Entwicklungszusammenarbeit zusammengetragen. Ihr könnt sie nun per E-Mail auffordern, auch auf dem Platz – der politischen Bühne – zu zeigen, wie wichtig ihnen das Thema ist.

In den anstehenden Koalitionsverhandlungen legt das Team Deutschland seine Strategie für die nächste Jahre fest. Die Chance also, einen taktischen Plan vorzulegen, wie die Entwicklungsfinanzierung diesmal eindeutig über die 0,7-Linie gehen kann. Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen wollen wir, dass das 0,7-Prozent-Ziel Teil des Koalitionsvertrags wird. Mit von der Partie bei der Kampagne sind das Aktionsbündnis gegen Aids, die Kindernothilfe, ONE, Oxfam Deutschland, Plan International, Save the Children, SOS Kinderdörfer, Terre des Femmes und World Vision.

Zeigt auch ihr euren Einsatz und unterstützt das Team Deutschland! In unserem Online-Spiel könnt ihr Politiker*innen zu Höchstleistungen antreiben. Bis zum Ende der Koalitionsverhandlungen wollen wir 70.000 Kopfbälle sammeln. Wie viele schafft ihr?

Zur Kampagnen-Website: http://www.nullkommasieben.de

Über die Autorin: Leonie Müßig arbeitet als Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit am Hauptsitz der DSW in Hannover.

Über die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW): Die DSW ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ziel unserer Arbeit ist es, zur Umsetzung des Menschenrechts auf Familienplanung und zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Jugendliche sind daher die wichtigste Zielgruppe unserer Projekte. Auf nationaler und internationaler Ebene nehmen wir Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter.

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